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Der KGS brechen die Fünftklässler weg

Wennigsen Der KGS brechen die Fünftklässler weg

Die Wennigser KGS gerät unter Druck. Die Schülerzahlen brechen ein, die Konkurrenz mit anderen Schulen ist groß. Wäre ein IGS-Modell die Lösung?

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Im Schuljahr 2011/12 gingen noch knapp über 1000 Schüler an der KGS in die Klassen fünf bis zehn, 2014/15 waren es keine 750 Schüler mehr.

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Es ist erst fünf Jahre her, dass der Rat der Gemeinde einen Schülerstopp verfügte und pro Jahrgang an der Wennigser KGS nicht mehr als 180 Schüler aufgenommen werden durften. Inzwischen melden sich immer weniger Fünftklässler an der Sophie-Scholl-Gesamtschule an. Gingen im Schuljahr 2011/12 noch knapp über 1000 Schüler an der KGS in die Klassen fünf bis zehn, also in die Sekundarstufe I, waren es 2014/15 keine 750 Schüler mehr - ein Viertel weniger.

Von dramatischen Zahlen will der stellvertretende Schulleiter Bernhard Klingelhöfer nicht sprechen. Die Situation sei aber unbefriedigend. Was es der Wennigser Schule so schwer macht: "Wir haben unser Alleinstellungsmerkmal verloren", führte Klingelhöfer am Montagabend im Schulausschuss aus. Seit die rot-grüne Landesregierung begann, die Schullandschaft umzukrempeln, boomt das integrierte System. In Springe gibt es eine neue IGS. In Barsinghausen und Gehrden ersetzen Oberschulen die Haupt- und Realschulen.

Mit Sorge geht der Blick zu den eigenen Viertklässlern. Warum entscheidet sich nicht einmal die Hälfte der Wennigser Grundschüler in der fünften Klasse für die Sophie-Scholl-Schule? Wechselten aus der Grundschule im Schuljahr 2012/13 noch 53 von 78 Viertklässlern an die KGS (67 Prozent), waren es zuletzt nur noch 29 von 69 (42 Prozent). In Bredenbeck waren es sogar nur 13 von 50 Viertklässlern. Beliebter sind die Gymnasien und Oberschulen.

"Wie befinden uns im Wettbewerb", sagte Klingelhöfer. Zwar könne die Sophie-Scholl-Gesamtschule nun auch das Abitur anbieten, und das Abitur an einer KGS sei "genauso viel wert" wie an einem reinen Gymnasium. Der erste Abi-Jahrgang wird am 17. Juni verabschiedet. Doch letztlich könne eine Oberstufe nur erfolgreich sein, wenn der Unterbau da ist, sagte Klingelhöfer. Die SPD will nun über eine IGS diskutieren.

SPD befeuert die IGS-Diskussion

Auch und gerade wegen der alarmierenden Schülerzahlen hält es die SPD nun für den richtigen Zeitpunkt, um in Wennigsen über eine IGS zu sprechen. SPD-Mann Martin Ast kündigte im Schulausschuss für seine Fraktion einen entsprechenden Antrag für die nächste Ratssitzung an. Mit einer Infoveranstaltung wolle die SPD die IGS-Diskussion befeuern, so Ast. Aus seiner Sicht ist das KGS-Modell angestaubt, zumal der Hauptschulzweig über kurz oder lang eh nicht mehr existiert. "Warum sollten wir den Schritt hin zu einer IGS also nicht gehen?", fragte Ast. Anders als an einer kooperativen Gesamtschule wird an einer integrierten Gesamtschule nicht nach Schulformen getrennt.

Auch Martin Kunz von der Elternvertretung der Sophie-Scholl-Schule könnte sich mit einer IGS anfreunden. Doch wie auch immer: Nach außen müsse mehr transportiert werden, "was unsere Schule ausmacht", betonte der Elternvertreter. Ihm wird schlichtweg zu wenig über die Stärken der Schule gesprochen. Die Wennigser KGS ist ihrer Linie immer treu geblieben. Als das Abitur nach acht Jahren eingeführt wurde, machte die Sophie-Scholl-Gesamtschule nicht mit und blieb bei G9.

Angesichts dessen, dass die SPD bereits öffentlich das IGS-Modell favorisiere, wünscht sich Vize-Schulleiter Bernhard Klingelhöfer eine "ergebnisoffene Diskussion" und dass man im Konsens den richtigen Weg finde.

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