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Gibt es bald Windräder im Deistervorland?

Degersen Gibt es bald Windräder im Deistervorland?

Die Region will die Fläche für Windenergienutzung vergrößern und hat den Entwurf für ihr Regionales Raumordnungsprogramm entsprechend geändert. Neu aufgenommen haben die Planer unter anderem den Standort bei Degersen. 
Auf große Zustimmung dürfte das nicht stoßen.

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Die Fotomontage zeigt den Blick von Degersen (aus dem Kapellengarten) auf den Deister, wenn 200 Meter hohe Windkraftanlagen aufgestellt würden.

Quelle: Thomas Sachtleben, Hannover

Degersen. Die Haltung der Gemeinde Wennigsen fasst Bürgermeister Christoph Meineke zusammen: „Sowohl der Ortsrat Degersen als auch die Gemeinde Wennigsen haben sich gegenüber der Region in der ersten Verfahrensrunde ablehnend dazu geäußert“, sagt er. 2013 hatte sich der Rat mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass in der Feldmark zwischen Degersen und Redderse ein Windpark entsteht. Aus landschaftlichen Gründen solle die Region den Standort Degersen nicht in ihr neues Raumordnungsprogramm aufnehmen, hieß es damals. Und an einer Bürgerbefragung des Degerser Ortsrates stimmten 85,2 Prozent der Befragten gegen einen möglichen Windpark. Die Liste der Sorgen in der Bevölkerung war lang: Schlagschatten und Lärmbelästigung von Rotoren, Wertverfall von Häusern und Grundstücken, Abwanderung der Einwohner, Gefährdung der Vögel und kaum Einnahmen durch Gewerbesteuer. Das sehen potentielle Betreiber anders. Vor drei Jahren zeigten drei Windanlagenbetreiber Interesse am Standort in der Degerser Feldmark.
Der Gehrdener Rat befürwortet damals die Überlegungen der Region. Die Politiker plädierten mehrheitlich für die Windparkpläne. Aktuell zeigt sich die Stadt Gehrden aber überrascht. „Nach unserer derzeitigen Kenntnislage hatte die Region nach objektiver Bewertung aller harten und weichen Faktoren, die für oder gegen eine Ausweisung als Vorranggebiet sprechen, jedoch keine andere Möglichkeit“, sagt Sprecher Frank Born. Fest steht, dass sich Gehrden mit Wennigsen solidarisch erklären wird. „Die Stadt Gehrden wird sich daran halten, was die Gemeinde Wennigsen favorisiert“, sagt Born. Sollte Wennigsen mit der Entscheidung der Region konform gehen, werde Gehrden dem nicht im Wege stehen.“ Das formelle Beteiligungsverfahren soll nach Ostern beginnen.

Die Region begründet die Entscheidung damit, dass das Gebiet bei Degersen ursprünglich wegen einer Hubschrauber-Tiefflugstrecke nicht als Vorranggebiet eingestuft worden sei. Tatsächlich befinde sich die Strecke jedoch nördlich des Bereichs. Im der Vergangenheit sei zwar die Sichtbeziehung zwischen dem Deister und dem Benther Berg als Hinderungsgrund geltend gemacht worden. „In der Abwägung wog aber das Ziel, Flächen für Windkraft zur Verfügung zu stellen, schwerer“, sagt Sprecherin Christina Kreutz.

Der Degerser Axel Gebauer wundert sich über die neuen Pläne. „Die Region hat das Gebiet 2007 selbst unter Schutz gestellt“, erinnert er. Jetzt erlaube sie dort plötzlich gigantische Windenergieanlagen. „Das ist ein Widerspruch“, meint Gebauer. Und überhaupt: Noch 2015 habe die Region das Gebiet als Standort für Windkraftanlagen abgelehnt. Maßgebliche Ausschlussgründe waren die Lage in einer militärischen Hubschraubertiefflugstrecke, die langfristige Sicherung städtebaulicher Entwicklungsoptionen des Grundzentrums Wennigsen sowie die planerische Freihaltung einer schutzbedürftigen, raumbedeutsamen Sichtbeziehung mit herausragender Bedeutung.

Jetzt die Rolle rückwärts. Verständnis hat Gebauer dafür nicht. Verständnis hat Gebauer dafür nicht. „Das Gebiet zwischen Gehrdener Berg und Deister ist ein Kleinod im Calenberger Land und besonders schützenswert“, sagt er. Er werde sich für den Erhalt einsetzen.

Auch die Gehrdener CDU hat ihren Widerstand gegen die Pläne angekündigt. „Dieser intransparente, rot-grüne Zickzack-Kurs stärkt nicht das Vertrauen der Kommunen und Gemeinden im Umland in die Arbeit der Region“, sagt Thomas Spieker, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Dabei gehe es ihm nicht nur um die drohende Zerstörung eines der schönsten Blicke im Calenberger Land, der Sicht vom Gehrdener Berg auf den Deister. „Rot-Grün beweist erneut, dass sie Natur- und Tierschutzbelange vergessen, wenn es um ihre liebstes Kind, die Windenergie, geht“, sagt Spieker.

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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