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"Das Haus hält einen jung und flexibel"

Wennigsen "Das Haus hält einen jung und flexibel"

Im September ist es zwei Jahre her, dass Doris Rehm aus einem Seelzer Ortsteil nach Wennigsen gezogen ist. Das Wohnprojekt am Heinz-Berndt-Weg überzeugte sie sofort.

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Kurzer Plausch im Laubengang: Gabriele Rümke (von links), Heide-Maria Schulz und Doris Rehm.

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Doris Rehm lehnt sich ans Geländer. Von ihrem Balkon im zweiten Stock hat sie einen traumhaften Blick auf den Deister. In der Früh habe sie Rehe beobachtet, erzählt die 68-Jährige. Idyllisch.

Rehm gehörte zu den ersten, die damals einzogen. 31 Menschen wohnen in 26 Wohnungen. Es ist das erste Wohnprojekt dieser Art, das es - abgesehen von Hannover - im Umkreis gibt. Noch. In Barsinghausen hat sich eine Gruppe gebildet. Auch Springe will initiativ werden, dort gäbe es sogar schon ein geeignetes Grundstück. "Es werden immer mehr kommen, die so wie wir im Alter leben wollen", sagt Rehm.

Zwischen erster Idee und Einzug lagen in Wennigsen neun Jahre. Bei ihrem 4,6 Millionen-Euro-Projekt hatten die Senioren die hannoversche Projektentwicklungsgesellschaft planW an der Seite. "Ohne so einen Partner geht es nicht", sagt Graubunt-Vorsitzende Gabriele Rümke. Der Verein bilde quasi die Klammer um das ganze Projekt. Allein um auch den Mietern ein Mitspracherecht zu geben, habe es so eine Struktur gebraucht, erklärt Rümke. Der Verein bewirtschaftet außerdem den Gemeinschaftsraum.

Die Wohnungseigentümergemeinschaft kümmert sich auf der anderen Seite um das Haus an sich und alles drumherum. Wie soll der Garten gestaltet werden? Braucht das Müllhäuschen eine Innenverkleidung oder nicht? Zur Straße hin soll ein Windschutz gebaut werden. Auch darüber muss entschieden werden, zusammen. Es ist die Idee der Gemeinschaft, die das Haus so besonders macht. Das erfordere Geduld. Und manchmal seien diese Prozesse auch anstrengend, gesteht Rümke, die vorher mit ihrem Mann in der List gewohnt hat. Doch am Ende gebe es immer eine Entscheidung, mit der alle irgendwie leben können, sagt die 64-Jährige. Natürlich manchmal auch nur zähneknirschend.

Trotz aller Reibungspunkte: Das Leben in so einem Haus "hält jung und fit und flexibel", sagt Rehm. Und man ist nie allein. In dieser Nachbarschaft ist der eine dem anderen nicht egal. Eine Strichliste, wie es ähnliche Hausgemeinschaften vielleicht haben, gibt es nicht, auf der jeder Bewohner jeden Tag abgehakt wird. Mit ihrer Nachbarin hat Rehm aber eine eigene Absprache. "Wenn morgens ihre Jalousie halb hochgezogen ist, weiß ich, dass alles in Ordnung ist", erzählt die Rentnerin.

Hier lernt man sogar zaubern

Hokuspokus: Der elfjährige Josef muss lachen, als er den glitzernden Mantel überzieht. Paul stülpt ihm noch den Zauberhut auf den Kopf. Fertig. Noch schnell ein Foto. Das bekommen die Kinder heute als Erinnerung an die Ferienpassaktion mit Wilfried Herget von Graubunt. Der Mathematikprofessor lernte zaubern, weil sich mit den Tricks auch für Mathe begeistern lässt. Den Mantel schenkte ihm seine Frau vor zehn Jahren zum sechzigsten Geburtstag.

Der Verein Graubunt engagiert sich vielfältig. Einige Mitglieder unterstützen die Sprachlernklasse der benachbarten KGS. Andere sind Lesementoren in der Grundschule. Einmal in der Woche wird im Haus gesungen. Es gibt Themenabende und einen Literaturkreis - offen für jeden aus Wennigsen. Sich in die Gemeinschaft einbringen, "das gehörte schon in der Planungsphase zu unseren Prinzipien, sagt Vorsitzende Gabriele Rümke. Wer das nicht möchte, "ist in diesem Haus falsch".

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