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Hospizverein zeigt Kindern Wege auf

Sorsum Hospizverein zeigt Kindern Wege auf

Unbeschwerter Umgang mit dem Thema Tod: Neun ehrenamtliche Sterbebegleiter des Vereins Hospizarbeit Springe haben Kinder in der Waldorfschule Sorsum eine Woche lang an Tabuthemen herangeführt.

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Die Mitglieder des Vereins Hospizarbeit Springe und Waldorflehrer Michael Charbonnier (hinten rechts) bereiten in der Waldorfschule den Abschluss der Projektwoche vor.


Quelle: Ingo Rodriguez

Sorsum. Es sind fünf Pappkartons, und ihr Inhalt ist alles andere als erschreckend: Bilderbücher, Pflanzzöglinge, Farbtuben – außerdem gehören Handpuppen und ein Stethoskop zum Arbeitsmaterial der Projektwoche. „Wenn wir uns mit Kindern den Herzschlag anhören, lässt sich gut beschreiben, dass Unregelmäßigkeiten eine Krankheit sein können“, sagt Katrin Moormeister vom Verein Hospizarbeit Springe.

Sie ist fünf Tage lang mit neun ehrenamtlichen Sterbebegleitern des Vereins in der Waldorfschule Sorsum gewesen, um Dritt- und Viertklässler kindgerecht an Themen wie Krankheit, Trauer, Tod und Trost heranzuführen. Seit 2006 bereits besitzen die Ehrenamtlichen ein Zertifikat der Bundesakademie. „Es bescheinigt uns, dass wir die Kriterien für Nachwuchsarbeit erfüllen“, sagt Moormeister. Ein bis zweimal pro Jahr gehen die Sterbebegleiter in Schulen, um Kindern in einer Projektwoche die Berührungsängste vor Tabuthemen zu nehmen. Das Motto: Hospiz macht Schule.

Der Verein arbeitet mit Kisten, um Kinder unbefangen zu erreichen. In Kleingruppen werden den Jungen und Mädchen der Kreislauf des Lebens und die damit verbundenen Veränderungen näher gebracht: „Ei, Raupe, Schmetterling – Pflanzzögling, Sonnenblume – und am Ende vergeht alles“, erläutert Moormeister die Herangehensweise mit Kreativangeboten und Geschichten. Sterbebegleiterin

Barbara Hartmann hat die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder in Kleingruppen mehr öffnen und unbeschwert Fragen stellen: „Wie tief ist ein Grab? Wieso ist Opa eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht?“ Mit den passenden Antworten sei es möglich, unnötige Schreckensszenarien zu unterbinden. „Oft haben Kinder nach falschen Darstellungen auch Angst davor einzuschlafen“, sagt Hartmann. Vieles sei von Eltern gut gemeint. Kinder vor den Tabuthemen zu schützen, sei aber unmöglich. „Sie werden schon über die Medien mit dem Tod konfrontiert.“ Es sei deshalb wichtig, keine falschen Ängste zu schüren.

Die Ehrenamtlichen sind sich sicher: Eine vorbehaltlose und altersgerechte Heranführungen ermöglicht Kindern später einen stabilen Umgang mit den Tabuthemen. „Alle Gefühle haben ihre Berechtigung“, betont Moormeister. Und wie tröstet man Trauernde? „Ein Rezept gibt es nicht. Da sein und Zeit schenken, ist aber wichtig“, sagt sie. Auch der Lehrer Michael Charbonnier weiß jetzt um die Bedeutung frühzeitiger Aufklärung: „Wer als Kind nie richtig getröstet wurde, kann es als Erwachsener nicht weiter geben.“

Weitere Informationen gibt es im Internet auf hospizspringe.de.

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