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Gemeinde leitet nächste Integrationsstufe ein

Wennigsen Gemeinde leitet nächste Integrationsstufe ein

Die Gemeinde Wennigsen steht bei den notwendigen Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen vor neuen Herausforderungen. Weil inzwischen rund ein Drittel der aufgenommen Einwanderer eine Asylanerkennung erhalten haben, müssen die bisherigen Wohn- und Ausbildungskonzepte fortgeschrieben werden.

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Auch ein neues Angebot:  Im Familienzentrum suchen die Integrationshelfer der Flüchtlingsinitiative Welcome regelmäßig mit Einwanderern aus dem Gemeindegebiet mögliche Lösungen für Hindernisse bei der Alltagsbewältigung und geben Tipps für behördliche, private oder berufliche Angelgenheiten.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Im Ausschuss für Soziales, Jugend und Integration fasste die zuständige Fachbereichsleiterin Barbara Zunker vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen die neuen Herausforderungen zusammen: "Auf Dauer müssen wir ein Integrationskonzept erstellen, das es ermöglicht, die Flüchtlinge als Teil der Gesellschaft einzubinden."

Zunker informierte die Ausschussmitglieder über die Flüchtlingssituation in der Gemeinde nicht ohne Grund: Es war die AfD, die kürzlich als Antragsteller um einen aktuellen Sachstand gebeten hatte. Dass aber kein einziger AfD-Vertreter die erstmalige Präsentation des Verwaltungsdossiers verfolgen wollte, ließ Zunker nicht unkommentiert. "Wir haben die Fragen der AfD in die Informationsvorlage eingearbeitet, deshalb bedauere ich, dass die Antragsteller nicht anwesend sind. Aber sie haben die Antworten nun ja schriftlich", sagte Zunker vor der Vorstellung der Drucksache.

In der Gemeinde Wennigsen leben laut Verwaltung derzeit 238 Flüchtlinge. 141 der Einwanderer sind demnach im erwerbsfähigen Alter. Dazu kommen 62 Schüler, 32 Kinder bis sechs Jahre sowie drei Senioren. Was neu ist: "Von 238 Geflüchteten haben 86 Personen die Asylanerkennung erhalten. 152 Personen warten derzeit auf einen Entscheid", heißt es in der Drucksache.

Für die Gemeinde ergeben sich vor diesem Hintergrund neue Schwerpunkte. "Es gibt neue Hürden, die nächste Stufe der Integration steht an", sagte die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Hacer Kirli. "Wir müssen stärker über die verschiedenen Schulformen aufklären und Ausbildungsinitiativen starten", sagte sie.

Die fortschreitende Entwicklung lässt sich mit Zahlen untermauern: Unter den Flüchtlingen sind bereits 43 Kinder im Schulalltag, 110 absolvieren Integrations- und Deutschkurse, 15 Personen haben aber auch schon eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen, neun junge Flüchtlinge absolvieren unterschiedliche Berufsvorbereitungen. Einzelne hochqualifizierte Einwanderer lassen zudem derzeit ihr Studium anerkennen oder setzen ihre Universitätsausbildung fort.

Für das beratende Ausschussmitglied Jürgen Welk von der Flüchtlingsinitiative Welcome ist es nun an der Zeit, die geflohenen Menschen gezielter in Sportvereine und Organisationen wie der Feuerwehr einzubinden. "Viele Dinge laufen diesbezüglich trotz großer ehrenamtlicher Bemühungen nur punktuell und zufällig", sagte Welk. Auch deshalb wurde im Ausschuss angeregt, in Kürze im Arbeitskreis Sport der Gemeinde über integrative Förderprogramme für Vereine zu informieren.

Geändert hat sich laut Fachbereichsleiterin Zunker inzwischen auch die Arbeit der Verwaltung. Trotz erheblicher Planungsunsicherheiten stelle sich die Gemeinde in Hinblick auf Personal-, Wohnraum- und Aufgabenplanung auf eine stagnierende bis weiter sinkende Anzahl neuer Zuweisungen ein. "Mietverträge der Gemeinde mit Vermietern werden gekündigt und die anerkannten Familien als private Mieter an die Vermieter übergeben", nannte sie ein Beispiel. Künftig gehe es auch darum, mehr Individualwohnraum zu vermitteln, die Kitabedarfs- und Schulentwicklungsplanung anzupassen sowie praktische Arbeitsmarkt- und Ausbildungsprogramme umzusetzen.

Ausländeranteil beträgt insgesamt zehn Prozent

In der Gemeinde Wennigsen leben laut Verwaltung derzeit insgesamt 1516 Bürger mit Migrationshintergrund. Davon haben 586 eine doppelte Staatsangehörigkeit, 930 haben eine ausländische Staatsbürgerschaft – unter ihnen sind 238 Flüchtlinge, von denen die meisten in Wennigsen (100) und Degersen (57) leben. Genau 13 600 Wennigser sind deutsche Staatsbürger mit deutscher Herkunft. Damit beträgt der Anteil der ausländischen Mitbürger 10,03 Prozent.

Am stärksten ist unter den ausländischen Herkunftsländern der Einwanderer Syrien mit 175 Personen vertreten. Aus Polen kommen 101 Menschen. Dann folgen der Irak (71), Iran (51), die Türkei (38) und Spanien (36). Zählt man die Bürger mit einer doppelten Staatsangehörigkeit dazu, belegt Polen mit 186 Personen sogar den ersten Platz, gefolgt von Syrien (183) und Russland (110).

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