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Ein neues Kapitel für die alte Bäckerei

Wennigsen Ein neues Kapitel für die alte Bäckerei

Kein langer Leerstand: Gut vier Wochen nach dem Auszug des Sozialkaufhaus rückt eine Nachnutzung für den Laden im Ortskern schon näher. Im Erdgeschoss des 1828 errichteten Gebäudes sollen in Kürze Büroräume entstehen. Damit wird die Geschichte des historischen Hauses um ein Kapitel reicher.

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Offenbar nur vorübergehend ein neuer Leerstand: Für die Nachnutzung der Räume des früheren Sozialkaufhauses an der Hauptstraße gibt es nach dem Auszug viele Anfragen. Auf dem Gemälde aus dem Jahr 1924 (siehe Bildergalerie) sind neben dem Fachwerkhaus lange Holzscheite für die Öfen der früheren Bäckerei zu sehen. Inzwischen ist im Erdgeschoss ein Laden mit üppiger Fensterfront entstanden, der seit dem Auszug des Sozialkaufhauses vor etwa einem Monat nun als Bürofläche vermietet werden soll. Die Inschrift in einem Holzbalken des 1828 erbauten Fachwerkhauses erinnert an die frühere Nutzung als Bäckerei.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. An der Front des Fachwerkhauses an der Hauptstraße ist es deutlich zu lesen: „Dies Haus hat sich der Bäckerzunft verschrieben und ist ihr 145 Jahre treu geblieben“, steht dort auf einem Holzbalken geschrieben. Direkt daneben: „Anno 1828“ – das Baujahr des historischen Gebäudes.

Mit der äußerst ereignisreichen Geschichte des Bauwerks kennt sich Hanna Theusner aus Gehrden sehr gut aus. Es war kein Geringerer als ihr Großvater Friedrich Joachim, der das von einem Wennigser mit dem Namen Winnrich errichtete Fachwerkhaus mit Scheune und Viehhaltung Ende des 19. Jahrhunderts erwarb.

„Er hat als Bäcker- und Konditormeister sein Geschäft darin eröffnet und im hinteren Bereich einen Anbau errichtet“, sagt Theusner. Außer der Bäckerei sei dort auch ein sogenannter Kolonialwarenladen mit Lebensmitteln untergebracht gewesen, sagt die heutige Miteigentümerin des Hauses. In den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe ihr Vater Friedrich Joachim junior dann die Bäckerei übernommen und die Verkaufsräume sowie das Gebäude weiter umgebaut. „Denkmalgeschützt ist das Haus aber nicht“, weiß Theusner.

Und sie weiß auch, was darin schon alles untergebracht war: Weil später weder sie noch ihre Schwester und ihr Bruder Interesse an der Übernahme der Bäckerei gehabt hätten, sei das Geschäft geschlossen worden und dort anschließend in den Achtzigerjahren eine Druckerei eingezogen. „Später wurden die Ladenräume außerdem kurze Zeit vom Familiengericht des Amtsgerichts Wennigsen genutzt, dann war es etwa 30 Jahre lang ein Blumenladen, dann ein Sonnenstudio und ein Sportgeschäft, zuletzt war das Sozialkaufhaus Mieter“, sagt Theusner.

Sie will das Geschäft nun mit ihrer Schwester als Eigentümergemeinschaft für eine Büronutzung vermieten. „In dieser Woche soll möglichst schon eine Entscheidung fallen“, sagt die beauftragte Immobilienmaklerin Barbara Heller aus Bredenbeck. Bei ihr seien sehr viele Angebote und Anfragen für die Mieträume eingegangen – vor allem für eine gastronomische Nachnutzung. Künftig soll die historische Bäckerei auf Wunsch der Eigentümerinnen aber vermutlich Büroräumen Platz bieten.

An die guten alten Bäckereizeiten erinnert außer der Inschrift auch noch ein Gemälde aus dem Jahr 1925. „Das Bild mit Ortsmarke wurde vor Jahren von einer Wennigserin in einem Antiquariat in Celle erworben und ist später im Heimatmuseum Wennigsen ihrer Mutter geschenkt worden“, sagt Theusner. Entstanden sei es – wie man heute weiß – weil zur Zeit der Anfertigung Hobbymaler herumgereist wären, um Eigentümern Bilder von ihren Bauernhöfen und Fachwerkhäusern zum Verkauf anzubieten. „Dass es sich um die alte Bäckerei handelt, ist deutlich geworden, weil auf dem Motiv auch lange Holzscheite abgebildet sind, die damals vor allem auch für Backereiöfen benutzt wurden“, sagt Theusner.

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Fotostrecke Wennigsen: Ein neues Kapitel für die alte Bäckerei

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