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Elterncafé der KGS steht vor dem Aus

Wennigsen Elterncafé der KGS steht vor dem Aus

Kerstin Marx nennt sie ihr "Baby": die Caféteria der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Seit mehr als drei Jahren leitet die Bredenbeckerin gemeinsam mit Claudia Kreie die von Eltern ehrenamtlich geführte Schulcaféteria. Sobald die neue Mensa fertiggestellt ist, soll jedoch Schluss sein.

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Kerstin Marx (links) und Claudia Kreie leiten seit mehr als drei Jahren ehrenamtlich die Caféteria der KGS.

Quelle: Marcel Sacha

Wennigsen. "Kerstin, habt ihr noch was zu Essen da?", fragt ein Schüler hoffnungsvoll. "Hallo Arthur, guck einfach mal in den Kühlschrank", antwortet Marx. Schnell wird deutlich: Die 50-Jährige hat in den vergangenen acht Jahren, in denen sie sich im Elterncafé engagiert, ein Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufgebaut. "Spaß im Umgang mit Kindern gehört zweifelsohne zu unserer Arbeit dazu", erklärt sie.

Noch im Frühjahr sah alles danach aus, als ob das mittlerweile 24-köpfige Elternteam der Caféteria es sich zutrauen würde, auch in der neuen Mensa zukünftig die Schüler täglich mit Essen zu versorgen. Die Gemeinde äußerte sich nach ersten Gesprächen mit Marx und weiteren Eltern zuversichtlich. Nun gab die frühere Elternvertreterin jedoch bekannt, dass es dazu nicht kommen werde - zum Bedauern der Schüler, der Schulleitung und der Gemeinde.

"Es sind persönliche Gründe", teilt Marx mit. Sie wolle zukünftig mehr reisen und Zeit mit der Familie verbringen, sagt sie. An fehlendem Mut habe es "definitiv nicht gelegen". Nichtsdestotrotz habe sie auch die Risiken und die Auflagen, die ein gewerblicher Betrieb einer Mensa mit sich bringt, erkannt und analysiert, ergänzt Marx. Aufgrund der umfangreichen Aufgaben wäre ein ehrenamtliches Engagement nicht mehr möglich gewesen. Den Plan, einen Catering-Service zu gründen, wie ursprünglich diskutiert, hat sie eigenen Angaben zufolge jedoch nach langen Überlegungen letztendlich wieder verworfen.

Schulleiterin Birgit Schlesinger bedauert eigenen Angaben zufolge den Schritt der Elterninitiative sehr. Als sie in den Sommerferien von der Entscheidung erfuhr, sei sie "einfach nur baff" gewesen, berichtet die Direktorin. Das ehrenamtliche Engagement, insbesondere der hervorragende Umgang mit den Schülern, sei nicht hoch genug anzuerkennen, betont Schlesinger. Sie könne die Entscheidung jedoch durchaus nachvollziehen. "Das Anforderungsprofil für eine Mensa an einer Ganztagsschule ist enorm hoch", sagt die Schulleiterin.

Dem pflichtet auch die Gemeinde bei. Wie Fabian Heins vom zuständigen Fachbereich erklärt, müssten mittlerweile zahlreiche Wünsche und Interessen berücksichtigt werden - insbesondere bei der Menüzusammenstellung. Neben vegetarischen Angeboten müssen ihm zufolge auch Laktoseintoleranzen, Glutenunverträglichkeiten sowie religiöse Besonderheiten beachtet und entsprechende Nahrungsmittel angeboten und gekennzeichnet werden. "Bewerber zu finden, die alle Voraussetzungen erfüllen, dürfte sich entsprechend kompliziert gestalten", gab Heins in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses bekannt.

Ein zusätzliches Risiko sieht Schulleiterin Schlesinger in der Wirtschaftlichkeit eines Mensabetriebs. Ursächlich hierfür ist ihrer Ansicht nach unter anderem der hohe Anspruch vieler Eltern an die Qualität des Essens bei gleichzeitigem Wunsch nach günstigen Preisen. Ein Bio-Steak mit zwei Beilagen, Nachspeise und Getränk für 2,50 Euro sei schlicht unrealistisch, sagt sie.

Kerstin Marx und ihr Team bleiben den Schülern jedoch noch eine Weile erhalten. Mit einer Fertigstellung der Mensa ist frühestens in eineinhalb Jahren zu rechnen. Selbst dann sei "nichts ausgeschlossen", sagt Marx. Denn einer Caféteria, die parallel zur Mensa kleinere Snacks anbietet, ist bislang keine Absage erteilt worden.

Das Elterncafé - eine Erfolgsgeschichte

Vor rund 18 Jahren gründete sich eine Elterninitiative, die es sich zur Aufgabe machte, in ehrenamtlicher Tätigkeit die Schüler der damals neuen KGS mit Brötchen und weiteren Kleinigkeiten zu versorgen. Bis auf 30 Eltern wuchs das Team des Elterncafés zwischenzeitlich an. Nach wie vor stehen an jedem Schultag Ehrenamtliche hinter der Theke des Cafés und bieten eine hohe Bandbreite an kulinarischen Angeboten an. Dazu gehören 1400 Brötchen pro Woche, selbst gemachter Joghurt, Sandwiches, Schnitzelbrötchen, kostenloses Obst, Säfte, Süßigkeiten sowie an drei tagen die Woche warme Gerichte. "Nicht zu vergessen unsere beliebten Pizzen am Freitag", betont Marx.

Von Marcel Sacha

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