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Flüchtlinge: Ängste erschweren Wohnungssuche

Wennigsen Flüchtlinge: Ängste erschweren Wohnungssuche

Auch das Familienfest mit einem internationalen Büfett hat nicht den erwünschten Erfolg gebracht: Wieder kam kein einziger Immobilienbesitzer zum dem Treffen, das mögliche Vermieter und Einwanderer auf Wohnungssuche zusammenbringen sollte.

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So soll's sein: Beim Familienfest kommen Deutsche und Flüchtlinge ins Gespräch. Leider waren wieder keine Vermieter zu dem Treffen gekommen.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Wennigsen. "Auch der nochmalige öffentliche Aufruf in der Zeitung hat nicht geholfen - schade." Integrationslotsin Beate Paffrath-Müller war die Enttäuschung anzusehen. Für viele der bereits anerkannten Asylbewerber aus Wennigsen bleibt der Wunsch nach einer eigenen Wohnung unerfüllt. "Die Wohnungsgesellschaften haben auf unsere Einladungen wieder nicht reagiert, eine Maklerin sagte heute Morgen krankheitsbedingt ab", erzählte Paffrath-Müller, die nach wie vor bei möglichen Vermietern auf Widerstände und Vorbehalte stößt. "Die Chancen sind noch groß, wenn ich mich auf Wohnungsanzeigen zunächst mit meinem eigenen Namen melde", berichtet die Wennigserin. Doch sobald der Begriff 'syrische Familie' ins Spiel komme, spüre sie die Ablehnung.

Paffrath-Müller und die rund zehn ehrenamtlichen Integrationslotsen, die es in Wennigsen gibt, geben nicht auf. Sie werben weiter um Verständnis, wollen Hemmschwellen abbauen und Aufklärungsarbeit leisten. Flüchtlinge seien ideale Mieter, sagen sie. Und das nicht nur, weil die Mietzahlungen von der öffentlichen Hand übernommen werden. "Unsere Einwandererfamilien sind gut im Alltag angekommen. Alle sind mit uns Integrationshelfern vernetzt", sagt Paffrath-Müller. Kein Vermieter müsse befürchten, dass in eine Vier-Zimmer-Wohnung zusätzlich noch zehn Untermieter einziehen.

Obwohl man sich den Nachmittag anders vorgestellt hatte, ließen sich die Veranstalter und Flüchtlinge den Tag nicht verderben. Ohnehin stand der geglückte Nachzug von zwei Familien im Mittelpunkt des Treffens im Gemeindehaus. Der 30-jährige Syrer Ahmad Tamim feierte das Wiedersehen mit  seiner Frau Catrin und seinen beiden Kindern Nemer (8) und Amira (6). Tamim selbst lebt bereits seit zwei Jahren in Wennigsen, spricht gut Deutsch und hat eine Ausbildung als Informatiker bei einer Firma in Hannover begonnen. Bei der Klosterbühne in Wennigsen hilft er ehrenamtlich bei der Technik. Die vierköpfige Familie lebt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. "Wir suchen aber eine größere, dauerhafte Bleibe und würden gern in Wennigsen bleiben", sagt Tamim.

Glücklich ist auch Ismil Julik, der vor einem Jahr mit seinem neunjährigen Sohn Abdulkader nach Wennigsen gekommen ist und vor kurzem seine Ehefrau Haifa und die sieben Jahre alte Tochter Fatima zu sich holen konnte. Auch sie suchen dringend eine größere Wohnung. "Wir benötigen im gesamten Gemeindegebiet Wohnraum für Familien", sagt Integrationslotsin Paffrath-Müller. "Aber keine abbruchreifen Hütten", fügt sie vorsichtshalber aus Erfahrung hinzu.

Wer eine Wohnung zu vermieten hat, kann sich bei Beate Paffrath-Müller unter Telefon (05103) 7055059 melden.

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Von Heidi Rabenhorst

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