Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
„Vorerst besteht kein Grund zur Panik“

Calenberger Land „Vorerst besteht kein Grund zur Panik“

Die Ausbreitung der Vogelgrippe geht weiter: Am Mittwoch wurde in Cloppenburg der erste Verdachtsfall in Niedersachsen gemeldet. Auch Geflügelhalter im Calenberger Land müssen ihre Tiere inzwischen vorsorglich im Stall halten. Doch Sorgen machen sie sich derzeit noch nicht.

Voriger Artikel
Bredenbeck soll neues Baugebiet bekommen
Nächster Artikel
Im Museum ist es tierisch weihnachtlich

Ab nach drinnen: Landwirt Christoph Möller darf seine Hühner in Sorsum wegen der Vogelgrippe vorübergehend nicht nach draußen lassen.

Quelle: Mario Moers

Degersen/Sorsum. Für den Menschen geht von der aktuellen Vogelgrippe-Welle keine Gefahr aus. Das festzustellen, ist Hühnerwirt André Constantin Oelkers aus Degersen wichtig. Er und seine Berufskollegen haben schließlich schon genug damit zu tun, das eingesperrte Federvieh bei Laune und Gesundheit zu halten. Ängstliche Kunden können sie deshalb nicht gebrauchen.

Seit Dienstag gelten die Schutzvorkehrungen zur Eindämmung der Vogelgrippe auch für Kleinstbetriebe und Hobby-Geflügelhalter. In der Region sind alle insgesamt 1600 registrierten Geflügelhalter aufgefordert, ihre Tiere bis auf Weiteres im Stall zu halten. Zusätzlich veröffentlichte der Fachdienst für Verbraucherschutz und Veterinärwesen eine Liste mit sofort umzusetzenden Hygienevorschriften.

„Die Tiere werden schon etwas unruhig“, hat Hühnerwirt Oelkers beobachtet. Der Jungbauer betreibt insgesamt sieben mobile Hühnerställe mit insgesamt 3000 Tieren. Um den Picktrieb zu befriedigen und damit gegenseitiges Gehacke zu vermeiden, hat er Picksteine und Salatköpfe in die Ställe gelegt.

Sein Berufskollege Christoph Möller aus Sorsum hat zusätzlich Stroh verteilt. „Die Hühnermobile bieten ausreichend Platz“, erklärt er. Die Legeleistung sei durch eine vorübergehende Bestallung nicht beeinträchtigt, ebensowenig die Qualität der Eier. Drei Monate lang dürfen sie noch als Freiland-Eier etikettiert werden. Erst dann ändert sich der Status und damit der Ertrag für die Bauern.

„Vorerst besteht kein Grund zur Panik“, sagt Möller. Er sieht die Anordnung gelassen. Schließlich handele es sich lediglich um eine Vorsorgemaßnahme. Stärker von der Grippewelle betroffen seien möglicherweise Betriebe an fließenden Gewässern, meint er. „Dort wo sich die Wildvögel am Liebsten niederlassen, besteht eine größere Gefahr der Ansteckung“, erklärt Oelkers.

Die Veterinäre der Region empfehlen allen Geflügelhaltern inzwischen, selbst bei der Versorgung der Tiere Schutzkleidung zu tragen, die anschließend im Stall bleibt. Als infiziert gilt ein Betrieb mit bis zu 100 Tieren, wenn ein Tierarzt eine Sterberate von mehr als drei Toten Tieren innerhalb von 24 Stunden feststellt.

Bei Fragen zur Vogelgrippe oder den Hygienevorschriften gibt die Region Geflügelhaltern telefonisch unter der Rufnummer (0511) 61622095 Auskunft.

Die Vogelgrippe:

Das Vogelgrippe-Virus H5N8 kann in unterschiedlich gefährlicher Form auftreten. Ein potenziell gefährlicher Influenzavirus wurde nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Dort habe es diverse Ausbrüche gegeben, mehrere Millionen Vögel seien sicherheitshalber getötet worden.

Seit November 2014 wurden H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen wurden in den vergangenen Tagen sicherheitshalber zahlreiche Tiere getötet worden. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI allerdings bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sp6s60krn71anqdkk5w
Abschied mit ein bisschen Verspätung

Fotostrecke Wennigsen: Abschied mit ein bisschen Verspätung

Ihr Kontakt zur Redaktion

Jennifer Krebs:
Telefon: 05108 642 - 117
E-Mail: jennifer.krebs@haz.de