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Gemeinde nimmt Raser ins Visier

Holtensen/Bredenbeck Gemeinde nimmt Raser ins Visier

Kein Pardon für Raser: Nach regelmäßig wiederkehrenden Anwohnerbeschwerden über massive Tempoverstöße von Autofahrern will die Gemeinde Wennigsen schon in Kürze zwischen Holtensen und Bredenbeck gezielt Verkehrssünder ins Visier nehmen. Dort werden gleich zwei neue Messstellen eingerichtet.

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Gefährlicher Ortseingang: Immer wieder fahren Autofahrer, die aus Bredenbeck kommen, mit viel zu hohem Tempo in Richtung Dorfmitte Holtensen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Holtensen/Bredenbeck. Bürgermessstellen – so heißt der Fachbegriff, wenn eine Kommune nach Hinweisen aus der Bevölkerung bei der zuständigen Polizeiinspektion stichprobenartige Tempokontrollen an neuen Standorten beantragt. „Im Ortsrat Holtensen gab es zuletzt immer wieder Kritik an Rasern, die aus Bredenbeck mit viel zu hohem Tempo in den Ort hinein fahren“, sagt Fachbereichsleiterin Ulrike Schubert von der Gemeindeverwaltung.

Deshalb soll dort nun bereits im Mai an zwei verschiedenen Stellen und an jeweils zwei verschiedenen Tagen kontrolliert werden, ob sich Autofahrer an die vorgegebenen Tempolimits halten. Auf der Landesstraße zwischen den beiden Orten gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern, im Ort Tempo 50.

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde diese Maßnahmen noch wegen der dortigen Straßensanierung und langwieriger Bauarbeiten vertagt. Nun sollen die beiden Stichprobentage an den zwei jeweiligen Standorten Antworten liefern: „Es wird zweimal geblitzt und die Auswertung wird zeigen, ob es sich lohnt, dort künftig eine feste Messstelle einzurichten“, sagt Schubert. Die Anzahl der Verstöße könne aber durchaus auch ergeben, „dass dort keine auffälligen Häufungen von Tempoüberschreitungen zu beobachten sind“. Dann sei die Wahrnehmung der Anwohner trügerisch und die Einrichtung eines festen Kontrollpunkts dort auch nicht möglich.

Schubert kündigt sogar die möglichen Standorte für die Stichproben an: an der Landesstraße zwischen den Orten und innerorts nahe der Nähmaschinenfabrik. Für den Standort im Dorf sei aber noch eine zusätzliche Sondergenehmigung der Polizei erforderlich. „Normalerweise darf erst 150 Meter hinter dem Ortseingangsschild gemessen werden, aber wegen der Besonderheit des dortigen Standorts beantragen wir bei der Polizei eine Erlaubnis, in diesem Fall den vorgeschriebenen Mindestabstand zu unterschreiten“, sagt Schubert.

Der Grund: Rund 50 Meter hinter dem Ortseingangschild müsse allein schon wegen der Nähe zur Ampelkreuzung abgebremst werden, so Schubert. Zu gefährlichen Situationen komme es dort jedoch immer wieder, weil schon unmittelbar hinter dem Ortsschild die Wohnbebauung beginne. „Und Raser dort Kinder und Spaziergänger gefährden, die die Straße überqueren, um zum Feldweg zu gelangen – oder vom Feld kommen und in den Ort wollen“, beschreibt Schubert die Gefahrenlage.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass in Holtensen nach Beschwerden von Anwohnern in Absprache mit der Polizei Bürgermessstellen zur Überwachung der geltenden Tempolimits eingerichtet werden. Nach Stichproben ist in der Vergangenheit laut Gemeindeverwaltung am östlichen Dorfrand entlang der Linderter Straße sogar schon eine feste Messstelle eingerichtet worden. „Dort wird seitdem regelmäßig und wiederkehrend das Tempo von Autofahrern kontrolliert, die aus Linderte kommen und regelmäßig mit überhöhter Geschwindigkeit von der Landesstraße in das Dorf hinein fahren“, so Schubert. In der Gegenrichtung wiederum seien an der gleichen Stelle nach zwei beantragten Messungen keine Auffälligkeiten registriert worden, die eine feste Messstelle gerechtfertigt hätten, berichtet die Fachbereichsleiterin.

Im Gemeindegebiet wird an  36 Standorten gemessen

Nach Angaben der Gemeindeverwaltung gibt es im Gemeindegebiet zurzeit 36 Standorte, an denen der fließende Verkehr überwacht wird. Davon befinden sich 15 Messstellen in der Ortschaft Wennigsen.

Die Messstellen wurden aufgrund von Empfehlungen der Polizeiinspektion Garbsen, Wünschen aus dem politischen Bereich, Hinweisen von Bürgern sowie aufgrund eigener Erfahrungen der Messbeamten eingerichtet. Für die einzelnen Standorte ist eine Erlaubnis der zuständigen Polizeidirektion einzuholen. Sofern an Messstellen keine Gefahrenlage mehr erkennbar ist, werden sie aufgelöst.

In den vergangenen Jahren wurden an 14 Stellen Bürgermessungen durchgeführt. Aus zwei Bürgermessstellen wurden dann feste Messstellen. In den vergangenen zwei Jahren wurden laut Gemeinde an elf Standorten Fahrzeuge kontrolliert. Die Quote der Tempoverstöße liegt an vielen Messstellen bei unter fünf Prozent. Den Höchstwert erzielten die Temposünder auf der Hagemannstraße mit 44,79 Prozent. Insgesamt verstießen statistisch gesehen in der Gemeinde 5,87 Prozent der gemessenen Fahrzeuge gegen das Tempolimit.

Auffällig viele Verstöße wurden 2016 auch auf der Hauptstraße zwischen der Barsinghäuser Straße und dem Wehweg in Richtung katholische Kirche erfasst: Im November und im Dezember hielten sich bei 613 Messungen 77 Fahrer nicht an das geltende Tempo-30-Limit: 12,6 Prozent.

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Gefährlicher Ortseingang: Immer wieder fahren Autofahrer, die aus Bredenbeck kommen, mit viel zu hohem Tempo in Richtung Dorfmitte Holtensen.

Quelle: Ingo Rodriguez
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