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„Integrationsdebatte ist zu schwerfällig“

Wennigsen „Integrationsdebatte ist zu schwerfällig“

Hacer Kirli fühlt sich wohl in ihrem neuen Job, das ist der Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten der Gemeinde deutlich anzusehen. Mit Elan und vielen Ideen will sie für ihre Beratungszeiten und weiteren Angebote werben sowie das Zusammenleben von Männern und Frauen beziehungsweise Menschen verschiedener Kulturkreise verbessern.

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Hacer Kirli bietet als Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde unter anderem Beratungsgespräche an.

Quelle: Carsten Fricke

Wennigsen. „Hier gibt es sehr engagierte Bürger - das Potenzial ist da“, schildert die 34-jährige Sozialwissenschaftlerin aus Hannover, die seit April in Wennigsen arbeitet, ihre Eindrücke. „Jetzt bin ich gefragt, etwas daraus zu machen.“

Das will sie mit neuen Angeboten erreichen. Ihre kostenlosen Beratungen sollen Männer und Frauen, Einheimische und Zugezogene bei einer offenen Tür kennenlernen können. Besonders die Integrationsdebatte sei noch immer etwas schwerfällig. „Ich möchte Hemmschwellen abbauen und weg von diesem steifen Umgang“, sagt Kirli.

Hilfe auch für Väter

Doch auch bei der Gleichstellung gebe es noch viel Nachholbedarf. „Es ist leider immer noch so, dass Frauen in bestimmten Bereichen benachteiligt werden.“ Dies betreffe zum Teil nicht nur die Gehälter, sondern auch Probleme bei der Rückkehr in den Beruf nach einer Erziehungspause und Fragen der Doppelbelastung von Familie und Beruf. Auch für Männer will sich die 34-Jährige einsetzen. „Schließlich gibt es auch alleinerziehende Väter, die eine Teilzeitstelle wünschen.“

Sie wolle dazu beitragen, geschlechtsspezifische Klischees abzubauen und bestimmte Berufe weiter für Männer wie Frauen zu öffnen.

Eines der neuen Angebote, die das Zusammenleben fördern sollen, ist ein erster Kursus für Integrationslotsen in Wennigsen, den sie gemeinsam mit der Volkshochschule (VHS) Calenberger Land für den Herbst plant. „Ich hoffe, dass wir genügend Teilnehmer dafür bekommen“, sagt Kirli. Doch angesichts der bisherigen Resonanz ist sie zuversichtlich, dass sich die dafür nötigen zehn bis zwölf Teilnehmer finden.

Kulturcafé geplant

Ein weiteres Vorhaben ist ein Kulturcafé, in dem die Besucher regelmäßig Gelegenheit zum Austausch und zum Erlernen der deutschen Sprache erhalten sollen. Ein erster Termin solle möglichst bald nach den Sommerferien sein. „Der Ort wird noch bekannt gegeben.“

Außerdem plant Kirli für nächstes Frühjahr einen Fahrradkursus, an dem unter anderem Frauen mit Migrationshintergrund teilnehmen können.

Zu ihren Sprechzeiten im Rathaus, Hauptstraße 1-2, jeweils dienstags von 14 bis 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung, könnten die Wennigser auch weitere Wünsche und Ideen an sie herantragen, betont Kirli. Außerdem bietet sie dann Beratungen bei Fragen und Problemen der Gleichstellung und Integration sowie bei der Suche nach Hilfs-, Freizeit- und Kulturangeboten an.

Von Carsten Fricke

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