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Der Deister zeigt sich in Herbstfarben

Bredenbeck Der Deister zeigt sich in Herbstfarben

Heute ist Herbstanfang. Nun gibt es im Deister besonders viel zu tun. Betriebsleiter Ralf Schickhaus von der Kniggeschen Forstverwaltung in Bredenbeck erläutert bei einem Spaziergang durch den Wald die Besonderheiten der Jahreszeit.

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Herbst im Deister: Langsam ändern sich die Farben des Waldes.

Quelle: Nils Oehlschläger

Wennigsen. Noch sind die Blätter grün - mit einigen wenigen Ausnahmen. Vereinzelt haben sich im Deister bereits orangefarbene oder braune Ausreißer unter die grüne Farbpalette gemischt. Das wundert nicht, denn seit 1. September ist für die Meteorologen bereits Herbst. Laut Kalender beginnt diese Jahreszeit heute.

Für Ralf Schickhaus und seine Männer geht nun die Arbeit erst richtig los. „Die Bäume fangen an, weniger Wasser aufzunehmen“, sagt der Betriebsleiter der Knigge’schen Forstwirtschaft, die mehrere hundert Hektar Wald im Deister betreut. „Um sich auf die Wintermonate vorzubereiten, lagern die Bäume Stärke und Zucker ein“, erklärt Schickhaus. „Dadurch verfärben sich die Blätter.“ Für den Holzhandel hat dieser Prozess noch einen weiteren Vorteil: In diesem Zustand seien die Stämme weniger anfällig für Pilzbefall und damit bestens für den Transport und die Weiterverarbeitung präpariert. „Was wir jetzt ernten, exportieren wir fast zu 100 Prozent nach China“, sagt Schickhaus. Die billigen Arbeitskräfte machen China für europäische Möbelhersteller zu einem attraktiven Standort.

Bei den Arbeiten im Deister sind Schickhaus und seine Männer darauf bedacht, möglichst wenig Spuren mit den Maschinen zu hinterlassen. „Wir wollen ökonomisch, aber auch ökologisch arbeiten.“ Dazu zählt auch, Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen. „Das Rotwild hat im September Brunftzeit“, sagt Schickhaus. "Wenn das Wild gestört ist, tritt es zudem weniger aus dem Wald heraus, um Gras zu fressen. Dann knabbern die Tiere an den Bäumen“, sagt der Forstwirt. Um das zu verhindern, will er Ruhezonen im Wald einrichten.

Um die Zahl der Tiere in einem vernünftigen Maß zu halten, seien besonders im letzten Viertel des Jahres Abschüsse nötig. Diese Drückjagden erfüllten einen guten Dienst. „Damit beunruhigt man nur in einem kurzen Zeitraum das Wild“, sagt Schickhaus. Auch Hochsitze werden kontrolliert, um Unfällen durch morsches Holz entgegenzuwirken. An mancher Fehlfunktion der Jagdkabinen ist jedoch nicht die Witterung schuld. „Vor einem Monat waren in Völksen alle vier Beine an einem Hochsitz angesägt“, sagt Schickhaus. Jagdgegner wollten damit offenbar ein Zeichen setzen.

Im Herbst können im Wald auch die Früchte der Bäume geerntet werden. Ralf Schickhaus hat daran schöne Erinnerungen. „Früher war das ganze Dorf im Wald“, sagt der Forstwirt, der seit über 30 Jahren im Wald bei Bredenbeck lebt und arbeitet. „Damals wusste jeder Jugendliche, wo die besten Eicheln lagen.“ Die Früchte der Eichen konnten dann bei Ralf Schickhaus abgegeben werden. Damit besserten sich die Kinder ihr Taschengeld auf, erinnert sich der Forstbetriebsleiter des Knigge’schen Gutes. Diese Möglichkeit gibt es nicht mehr, sagt Schickhaus. Inzwischen muss der Gutsbetrieb die Ernte der Eicheln und Bucheckern beim Ministerium in Hannover anmelden und von einem Kontrollbeamten genehmigen lassen. Auflesen dürfen die Früchte nur noch professionelle Sammler, um sie anschließend auf dem Gutshof abzugeben. Das ist schade für die Kinder, meint Schickhaus. „Früher haben sich fleißige Sammler nach der Ernte eine neue Stereoanlage gegönnt.“ 

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Von Nils Oehlschläger

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