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Hinter den Kulissen der Klosterbühne

Wennigsen Hinter den Kulissen der Klosterbühne

Die Klosterbühne hat am Wochenende mit Ibsens Drama "Nora oder Ein Puppenheim" Premiere gefeiert. Die Calenberger Zeitung hat hinter die Kulissen geschaut und die beiden Darsteller Rosemarie von Strohe und Werner Gollubits begleitet.

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Susanne Manz (stehend) kümmert sich um Haare und Make-up von Rosemarie von Strohe und Werner Gollubits.

Quelle: Carsten Fricke

Wennigsen. Eineinhalb Stunden vor der zweiten Aufführung von Henrik Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“ herrscht in der Garderobe der Klosterbühne Wennigsen eine heitere Atmosphäre. Von Lampenfieber ist bei den Hobbyschauspielern Rosemarie von Strohe und Werner Gollubits an diesem Sonnabendabend nicht viel zu spüren.

„Ich bin eigentlich immer relativ ruhig“, sagt Gollubits, während Frisörin Susanne Manz das Häubchen auf dem Kopf seiner Kollegin Rosemarie von Strohe zurechtrückt. „Ich falle bei meinen Mitspielern jedes Mal auf, weil ich hier sitze und sage, mir ist langweilig“, erzählt er.

Zur aktuellen Gelassenheit tragen sicher auch die gelungene Premiere am Vorabend und eine gute Zeitplanung bei: Noch sind es 75 Minuten bis zum ersten Auftritt, doch das Make-up und die Frisuren fast aller Hobbyschauspieler sind fertig, die meisten Kostüme angezogen. Galant hilft Gollubits Anja Fahrenbach, einer von drei Nora-Darstellerinnen, noch dabei, den Reißverschluss ihres Kleides zu schließen, um dann in den Warteraum hinter der Bühne zu wechseln.

Wie fast alle Schauspieler nutzt der Wennigser die Gelegenheit, im Backstage-Bereich noch einen Blick auf seinen Text zu werfen. „Da wird laufend reingeguckt, das muss sein“, sagt er. „Ich komme in drei Akten vor - das ist schon ein bisschen was.“ Fünf bis sechs Seiten Text habe er für seine Rolle des Anwalts Nils Krogstad, den er kurzerhand als „das Ekel“ des Stückes umschreibt, in den vergangenen sechs Monaten auswendig gelernt. „So viel Text hatte ich noch nie.“ Seit fünf Jahren spiele er nun bei der Klosterbühne mit, doch bisher habe er vor allem aus Zeitgründen meist kleinere Rollen gewählt. „Wenn ich in jedem Akt vorkomme, muss ich bei jeder Probe dabei sein“, erläutert er.

Rosemarie von Strohe hat sich nach einer größeren Rolle im Vorjahr dagegen mit dem Kindermädchen Annemarie für eine kleine Nebenfigur entschieden. „Deshalb bin ich diesmal gar nicht aufgeregt. Letztes Jahr bin ich hier vor meinem Auftritt wie ein Tiger hin- und hergerannt“, verrät sie. Nun findet sie genügend Zeit, um vor der Bühne beim Ausschank der Getränke an die Zuschauer mitzuhelfen. Doch auch die Schauspieler müssen nicht unter Hunger und Durst leiden - im Gegenteil. Sie können sich vor, während und nach der Aufführung an einem reichhaltigen Büfett hinter der Bühne bedienen. „Letztes Jahr konnte ich vor Aufregung davon gar nichts essen, doch dieses Jahr haue ich genüsslich rein“, sagt von Strohe und lacht.

Bei den meisten Hauptdarstellern steigt dagegen nun merklich der Adrenalinspiegel. „Noch zehn Minuten“, ruft Gollubits laut, aber gelassen, in die Runde, während einige seiner Mitspieler noch einmal ihre Texte lesen.

Kurz darauf betritt Jeanette Dobbertin, Nora-Darstellerin im ersten Akt, die Bühne. 15 Minuten später steht auch Gollubits als zunächst erpresserischer Anwalt erstmals vor den rund 140 Zuschauern, gefolgt von Rosemarie von Strohe, die im zweiten Akt ihren Auftritt als fürsorgliches Kindermädchen hat. Vom Publikum gibt es für alle neun Darsteller und ihre Helfer hinter den Kulissen am Ende kräftigen Applaus.

Nach der Premiere am Freitag im vollen Klostersaal und zwei weiteren Aufführungen am Sonnabend und Sonntag lädt die Klosterbühne zu drei weiteren Inszenierungen der „Nora“ ein: Die Vorstellungen am Freitag und Sonnabend, 11. und 12. März, beginnen um 19.30 Uhr. Ein letztes Mal ist das Emanzipationsdrama dann am Sonntag, 13. März, ab 16Uhr im Klostersaal zu sehen. Reservierungen nimmt Anja Fahrenbach montags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr unter Telefon (05103) 706389 entgegen. Auch per E-Mailan klosterbuehne@gmail.com gibt es Karten. Der Eintritt ist frei, die Hobbyschauspieler bitten ihre Zuschauer allerdings um Spenden.fri

Von Carsten Fricke

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