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Holocaust-Zeitzeuge warnt die junge Generation

Wennigsen Holocaust-Zeitzeuge warnt die junge Generation

Holocaust-Zeitzeuge Sally Perel war am Freitag in der Sophie-Scholl-Gesamtschule zu Gast und las aus seiner Biografie "Ich war Hitlerjunge Salomon". Darin erzählt er, wie er trotz seiner jüdischen Wurzeln dem Holocaust entkam, indem er als Josef Perjell der Hitlerjugend beitrat.

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Sally Perel erzählte den Schülern seine bewegende Geschichte.

Quelle: Elena Everding

Wennigsen. "Am 8. Mai 1945 wurde Deutschland militärisch besiegt. Der deutsche Geist allerdings nicht - bis heute", stellt der 92-jährige Perel bei seiner Lesung fest. Im Forum der Gesamtschule ist es still, die Zehntklässler und der Leistungskurs Geschichte der 12. Klasse hören interessiert zu.

Bereits zum vierten Mal besuchte der Holocaust-Überlebende, der in Peine geboren wurde, die Wennigser KGS. Perels Geschichte ist eine ganz besondere. Eingeladen hatte ihn dieses Mal Meike Pesliak, Fachbereichsleiterin geschichtlich-soziale Weltkunde. Während des Holocausts im Zweiten Weltkrieg gab er sich als Hitlerjunge Josef Perjell aus, obwohl sein Schicksal als Jude eigentlich der Tod im Zuge der Massenvernichtung gewesen wäre. "Doch ich wollte leben", sagt Perel energisch.

So lebte er als Nazionalsozialist und mit der propagierten Ideologie: "Ich habe mich nicht nur als Hitlerjunge verkleidet - ich wurde einer", sagt Perel und erzählt, wie er das Gedankengut der Nationalsozialisten übernahm. Nur, dass die Juden das personifizierte Böse sein sollten, damit sei er nicht einverstanden gewesen.

Perel durfte auf keinen Fall auffallen: "Ich lebte ständig mit der Angst, entdeckt zu werden und sofort sterben zu müssen." Vier Jahre lebte der junge Perel mit dieser doppelten Identität, und das hinterließ Spuren. Seine Seele sei bis heute in zwei Teile gespalten, sagt Perel - den Nazijungen und den Juden. "Ich werde die Hakenkreuze nicht los."

Perel ist häufig an Schulen, um den Schülern seine Geschichte zu erzählen. Als er die aufgereihten Schuhe der vielen ermordeten Kinder im Vernichtungslager Auschwitz sah, das er erst lange nach Kriegsende besuchte, schwor sich Perel, die Jugend aufzuklären, "solange meine Sohlen mich tragen." Denn solch ein gesetzlich verankerter Völkermord in Deutschland dürfe sich niemals wiederholt.

Perel mahnt die Jugendlichen vor der wiederaufkommenden Gefahr von Rechts: "Dass junge Leute wieder so denken, dass wieder Naziaufmärsche stattfinden, das ist für mich die größte Enttäuschung." Er zeigt den Schülern ihre Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben und appelliert an die junge Generation. Denn: "Die Nazis damals waren alles normale Menschen, und trotzdem zu solchen Verbrechen fähig."

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Das Forum ist voll, als der Holocaust-Überlebende seine Geschichte erzählt.

Quelle: Elena Everding

Von Elena Everding

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