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Hortleiterin hört auf: Politik macht Druck

Holtensen Hortleiterin hört auf: Politik macht Druck

Der Kinderhort Holtensen sucht eine neue Leitung. Die bisherige Stelleninhaberin hört zum 31. Juli auf. Die CDU-Fraktion und die fraktionslose Ratsfrau Christina Müller-Matysiak sorgen sich um die Betreuung der Kinder nach den Sommerferien.

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Für den Kinderhort in Holtensen wird eine neue Leitung gesucht.

Quelle: Ingo Rodriguez

Holtensen. Eine Personalie wirbelt derzeit viel Staub in Wennigsen auf. Öffentlich wird darüber spekuliert, dass Inga Behre, Leiterin des Hortes in Holtensen, ihre Arbeitsstelle bei der Gemeinde Wennigsen zum Monatsende verliert, weil sie für die CDU in der Regionsversammlung kandidiert. "Das ist reine Polemik und hat nichts mit der CDU-Kandidatur zu tun", erwidert Behres Vorgesetzter, Bürgermeister Christoph Meineke. "Ich ermutige sogar alle Interessenten zu einer Kandidatur, weil Wennigsen seit Jahren nicht in der Regionsversammlung vertreten ist."

Der Mitarbeiterin sei "selbstverständlich eine Vertragsverlängerung angeboten, auch die Zustimmung des Personalrates sei bereits eingeholt worden. Allerdings wurde seitens der Mitarbeiterin schriftlich mitgeteilt, dass sie nicht mehr zur Verfügung steht. Die Stelle wird nun neu ausgeschrieben", fügt Meineke auf Anfrage hinzu. Im Übrigen würden Personalangelegenheiten stets vertraulich behandelt, zum Schutz der Interessen der Mitarbeiter.

Damit ist die Angelegenheit wohl nicht erledigt. In einem offenen Brief an Meineke und an die Medien kritisiert Ratsfrau Christina Müller-Matysiak die Vorgehensweise. "Ich habe erfahren, dass es sich um eine Befristung wegen einer für das Schuljahr 2016/2017 vorgesehenen Ganztagsbeschulung in der Grundschule Bredenbeck handelt", schreibt die Ratsfrau. "Mir ist völlig neu, dass es bereits konkrete Planungen gibt, den Hort in Holtensen zu schließen. Bislang hatte ich keine Kenntnis davon, dass eine Ganztagsschulbetreuung, die den Hort ersetzt, eingeführt werden soll", schreibt Müller-Matysiak. 

Der Bürgermeister bleibt gelassen. Der Hort werde erst dann geschlossen, wenn die Grundschule Bredenbeck, in der auch Kinder aus Holtensen unterrichtet werden, eine Ganztagsbetreuung anbietet. Dafür gebe es keinen Termin. Es sei noch eine Menge Vorarbeit zu leisten. "Wenn es soweit ist, werden den Mitarbeitern selbstverständlich andere Stellen bei der Gemeinde angeboten", sagt Meineke.

Müller-Matysiak erwartet eine Antwort auf ihren offenen Brief. Die Gemeinde müsse die Angelegenheit unverzüglich klären und der Mitarbeiterin und den betroffenen Eltern Sicherheit über die weitere Zukunft im Hort Bredenbeck- Holtensen verschaffen.

Ähnlich argumentiert Peter Armbrust, Sprecher der CDU-Fraktion im Sozialausschuss. Er fordert Aufklärung über die Befristungsgründe und warum die Hortleiterin nicht weiterbeschäftigt werde. "Kann nach den Ferien eine ordnungsgemäße Kinderbetreuung stattfinden?", fragt Armbrust. Die Betreuung der Kinder sei selbstverständlich sichergestellt und völlig unabhängig von der Frage der Leitung, sagt Meineke. "Das Wohl der Kinder steht hier im Vordergrund."

Nach seinen Angaben arbeitet die Gemeinde Wennigsen nur bei vorliegenden Sachgründen mit befristeten Verträgen. Derzeit sind bei 173 Mitarbeitern 26 Verträge befristet geschlossen. 19 davon im Fachbereich Soziales, insbesondere bei den Aushilfen in den Kindergärten. "Bei Befristungen ist auch der Personalrat einzubeziehen, der jedem Einzelfall zuzustimmen hat", sagt  Meineke. Hintergrund der Befristung in Holtensen sei die offene Frage der Ganztagsbetreuung in Bredenbeck bezüglich der Einrichtung einer Ganztagsschule. "Es handelte sich nicht um eine zeitliche Befristung, sondern um eine Zweckbefristung."

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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