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Integrationshelfer wollen Outa halten

Wennigsen Integrationshelfer wollen Outa halten

Wennigsens Integrationshelfer befürchten einen schweren Verlust: Zeinab Outa, eine der wichtigsten Stützen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit, steht wegen eines Arbeitsplatzwechsels ab April wohl nicht mehr zur Verfügung – es sei denn, die Helfer können die Gemeinde überzeugen,

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Praktische Hilfe: Zeinab Outa übersetzt für Ali Yehya (Mitte) und Karra Yahara ein amtliches Schreiben, das die Flüchtlinge aus dem Irak vom Land Niedersachsen erhalten haben.

Quelle: Carsten Fricke

Wennigsen. „Egal, wer von uns Ehrenamtlichen hilft, wir kommen immer auf Frau Outa zurück“, beschreibt Oliver Rode von der Gruppe „Willkommen in Wennigsen“ die Situation. Die gebürtige Libanesin, die seit 27 Jahren in Wennigsen wohnt und fließend deutsch, englisch und arabisch inklusive der palästinensischen und syrischen Dialekte spricht, sei unter anderem als Übersetzerin häufig gefragt. Sie helfe einem Großteil der aktuell 170 Flüchtlinge im Gemeindegebiet beim Ausfüllen von Formularen, begleite sie zu Behördengängen und Arztbesuchen und unterstütze sie in vielfältiger Weise im Alltag. „Wir kommen ohne sie oft einfach nicht weiter“, betont Rode.

„Ich würde gern hier in Wennigsen bleiben“, sagt Outa. Da aber die Inhaber der Bäckerei Siehndel, bei der die gelernte Einzelhandelskauffrau zurzeit halbtags arbeitet, ihren Betrieb zum 31. März aus Altersgründen schließen, sieht sich Outa bereits nach einer neuen Anstellung um. „Frau Outa bekommt nun natürlich viele ähnliche Jobs angeboten“, sagt Rode. Darin sieht er jedoch verschenktes Potenzial.

Rode rechnet damit, dass Wennigsen bis Jahresende bis zu 500 Flüchtlinge beherbergen wird und die Gemeinde oder Region nicht umhin kommen werden, einen hauptamtlichen Mitarbeiter für die Flüchtlingshilfe einzustellen. Zeinab Outa sei dafür genau die Richtige. „Das, was sie jetzt macht, kann nicht jeder“, sagt Rode mit Verweis auf ihre Sprach- und Ortskenntnisse. Darüber hinaus könne sie sich aus eigener Erfahrung gut in die Situation der Flüchtlinge versetzen.

„Ich selbst kam mit sechs Jahren als Flüchtling nach Deutschland und weiß, wie schwer das alles für die Flüchtlinge ist“, sagt die 33-Jährige. „Deshalb helfe ich sehr gern, wo ich helfen kann, und mache das von ganzem Herzen.“ Seit fast zwei Jahren sei sie im Arbeitskreis „Willkommen“ aktiv und investiere dafür einen großen Teil ihrer Freizeit – täglich mehrere Stunden und teils bis in die Nacht. Auch ihre Familie helfe ihr häufig dabei. Um die Flüchtlinge in Wennigsen weiter unterstützen zu können, habe sie Bürgermeister Christoph Meineke Anfang Januar eine Bewerbung für eine Anstellung für die Flüchtlings- und Integrationshilfe zukommen lassen, erzählt Outa.

Dabei werde sie von den verschiedenen Gruppen im Gemeindegebiet, in denen sich etwa 100 Ehrenamtliche für die Flüchtlinge engagieren, unterstützt, sagt Rode. In den nächsten Tagen wolle er sogar im Internet eine Unterschriftenaktion starten, um das Vorhaben voranzutreiben und zu verhindern, dass es an bürokratischen Hürden scheitert. „Was nützt uns jemand, der hinterher am Schreibtisch sitzt, aber nicht diesen Einsatz zeigt und nicht die Sprache der Flüchtlinge spricht“, sagt der Wennigser und betont: „Wir wollen einfach, dass Zeinab Outa uns erhalten bleibt.“

Von Carsten Fricke

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