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In Gedenken an die Tschernobyl-Katastrophe

Wennigsen In Gedenken an die Tschernobyl-Katastrophe

Am Dienstag jährt sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Mit einer Benefiz-Gedenkveranstaltung zentral für den Kirchenkreis Ronnenberg soll in der Wennigser Klosterkirche an das Unglück erinnert werden.

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30 Jahre Tschernobyl: Schauspieler und Sprecher Gerd Zietlow (von links), Dirigent Shuichiro Sueoka, Christa Grünreich von der Edelhof-Stiftung, Komponist Volker Grimsehl und Superintendentin Antje Marklein organisieren die Gedenkveranstaltung.

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Der Erlös geht an die Tschernobyl-Hilfe der Landeskirche, die sich für Kinder aus den noch immer verstrahlten Gebieten einsetzt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Gedenkoratorium, das Volker Grimsehl konzipiert und komponiert hat, mit Texten, Musik und Bildern.

Diese 33 Bilder aus Bragin, die unbekannte weißrussische Künstler gemalt haben, "drücken die Verzweiflung derjenigen aus, die unmittelbar betroffen waren", sagt Grimsehl. Das Städtchen Bragin liegt ganz im Südosten Weißrusslands. Von dort ist es nicht weit zur ukrainischen Grenze, und dann sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Tschernobyl. Bragin war am stärksten betroffen, als Block 4 des Atomreaktors explodierte und eine radioaktive Wolke über Europa hinwegzog.

30 Jahre ist es her. Tschernobyl. Grimsehl erinnert sich noch gut an den Tag. "Mein Sohn war auf Klassenfahrt, irgendwo in der Heide." Die Angst war bei ihm sofort da, die Angst vor der unsichtbaren Gefahr. "Niemand wusste genau, was die Atomkatastrophe im fernen Tschernobyl für einen selbst bedeutete", sagt Grimsehl. Die Klassenfahrt wurde abgebrochen.

Schauspieler Gerd Zietlow sollte "genau in der Woche als Kulturbotschafter nach Hiroshima fahren, Hannovers Partnerstadt", erzählt er. Doch Zietlow lag mit Scharlach flach. Dann kam Tschernobyl. Die Reise wurde ein Jahr später nachgeholt.

"Tschernobyl ist das erste Wachrütteln gewesen, was die Atomenergie betrifft", sagt Superintendentin Antje Marklein. Das Datum werde sie nie vergessen, einige Tage später habe sie nämlich geheiratet, erzählt sie. Bei ihrer Trauung wurde für die Kindergartenkinder im Ort gesammelt. Tschernobyl ist 2000 Kilometer entfernt, aber die Kinder durften nicht mehr im Sandkasten spielen, erinnert sich Marklein.

30 Jahre danach: Das Oratorium für Gesang, Sprecher, Orchester und Bildprojektionen, das bereits zehn Jahre nach der Atomkatastrophe mehrfach aufgeführt worden war, komponierte Grimsehl in Gedenken an Tschernobyl. Vereinfacht gesagt, wäre es ein Stummfilm, zu dem eine Musik gespielt wird.

Die Bilder zeigen die urplötzliche, radioaktive Verseuchung der Natur, eine besorgte Mutter, die schützend ein Tuch vor den Mund ihres Kindes hält, das sie auf dem Arm trägt. Elf junge Musiker der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover übernehmen unter Dirigent Shuichiro Sueoka die musikalische Umsetzung.

Der Gedenkabend beginnt am Dienstag, 26. April, um 20 Uhr in der Klosterkirche. Der Eintritt ist frei. Der Kirchenkreis bittet um Spenden zugunsten der Tschernobyl-Hilfe der Landeskirche.

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