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Klärschlamm verschmutzt bei Regen Betriebswege

Evestorf Klärschlamm verschmutzt bei Regen Betriebswege

Unangenehme Probleme in der Kläranlage in Evestorf: Nach einer technischen Umrüstung verwässert bei Regen regelmäßig der gelagerte Klärschlamm und überschwemmt teilweise sogar die Betriebswege. Um künftig Hygienemängel und zusätzliche Betriebskosten zu verhindern, muss die Gemeinde vermutlich rund 570 000 Euro investieren.

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Nur eine provisorische Lösung: Um zu verhindern, dass der wässrige Klärschlamm die Betriebswege überschwemmt, grenzen an einem besonders regnerischen Tag vorübergehend Strohballen den Lagerplatz der Kläranlage ein.

Quelle: privat

Evestorf. Für die Mitarbeiter der Kläranlage gibt es zurzeit vor allem bei heftigem Regen viel zu tun. Warum das so ist, haben die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt in ihrer Sitzung von dem Klärwerkexperten Marcus Füssel erfahren. Den Mitarbeiter eines Planungsbüros in Hannover hatte die Gemeindeverwaltung beauftragt, nach Lösungen zu suchen. "Der Regen verwässert den sonst krümeligen Schlamm und macht ihn fließfähig", beschrieb Füssel den Grund für die heikle Situation.

Kürzlich hatten die Mitarbeiter der Kläranlage sogar Strohballen rund um den Lagerplatz aufgebaut, um zu verhindern, dass sich der nicht mehr stapelbare Schlamm vor der landwirtschaftlichen Entsorgung auf den Betriebswegen verteilt. Laut Fachbereichsleiter Martin Waßermann von der Gemeindeverwaltung treten diese Probleme bei starken Niederschlägen seit einer technischen Umrüstung im vergangenen Sommer auf. Die Gemeinde hatte für rund 400 000 Euro von einem Ingenieurbüro eine neue Zentrifuge einbauen lassen - weil das Vorgängermodell veraltet war. Mit dem Austausch sei jedoch auch eine Einrichtung für Kalkzumischung entfernt worden, sagte Experte Füssel. "Kalk verfestigt den Rohschlamm, bei neueren Zentrifugen ist das nicht mehr notwendig", begründete er die Maßnahme.

Trotzdem gibt es zurzeit in Evestorf ohne Kalkzufuhr große Probleme - vor allem wegen einer ungewöhnlich starken Regenperiode. Deshalb kann der Klärschlamm derzeit nicht auf die matschigen Felder gebracht werden. Nur: Weil der Schlamm auf dem Lagerplatz in Evestorf nicht mehr stapelbar ist, verunreinigt er die Wege. Das sei zwar nicht umweltschädlich, weil die Flüssigkeit über Bodeneinläufe zurück zur Entwässerung in das Klärsystem geleitet werde, so Füssel. Er verwies aber auf die hygienischen Zustände und auf die zusätzlichen Betriebskosten wegen des wässrigen Klärschlamms. "Ich habe bei einer Besichtigung Zustände vorgefunden, die Handlungsbedarf erfordern", fasste er die Lage zusammen.

Füssel hatte auch Lösungsvorschläge mitgebracht. Nahe liegend: Der Einbau einer neuen Einlage für die Verkalkung des Rohschlamms. Der Nachteil: Einmalige Investitionskosten von rund 110 000 Euro und jährliche Zusatzbelastungen für Kalk in Höhe von rund 31 000 Euro. Inklusive Entsorgungskosten für Klärschlamm bedeute das für künftige Betriebsjahre eine Zusatzbelastung von jeweils rund 17 000 Euro, sagte Füssel. Weiterer Nachteil: "Kalk belasteter Schlamm darf in naher Zukunft nicht mehr auf die Felder gebracht werden, und darf auch nicht verbrannt werden."

Der Experte empfiehlt der Gemeinde eine andere Lösung: Eine schlichte Überdachung des Lagerplatzes, um den Niederschlag vom Klärschlamm fern zu halten. Diese Konstruktion verursache aufgrund der notwendigen Höhe und einer Fläche von rund 900 Quadratmetern zwar Kosten von rund 570 000 Euro. "Weil sich die Menge des Schlamms ohne Kalk und Regenwasser aber ebenso wie die Entsorgungskosten reduzieren, ist insgesamt mit jährlichen Einsparungen von rund 32 500 Euro zu rechnen", so Füssel. Damit sei die Investition 18 Jahre später wieder ausgeglichen.

Bei den Ausschussmitglieder stießen die Ausführungen zwar auf großes Interesse. Die Gemeinde will sich vor einer übereilten Entscheidung aber von dem Planungsbüro zunächst genauere Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorlegen lassen - und mögliche Alternativen.

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