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Klosterbühne: Neuer Regisseur, neues Stück

Wennigsen Klosterbühne: Neuer Regisseur, neues Stück

Die Klosterbühne Wennigsen beginnt am Mittwoch unter ihrem neuen Regisseur Ernst-Richard Köper mit den Proben für ihr neues Stück, Brechts "Hans im Glück". Eine Herausforderung: Der Jüngste im Ensemble, Niklas Niermann (21), spielt die Hauptrolle und wird in jeder Szene auf der Bühne stehen.

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Die Klosterbühne beginnt mit den Proben für ihr neues Stück (von links): Bühnenbildnerin Stefanie Tribukait, "Hans"-Darsteller Niklas Niermann und der neue Regisseur Ernst-Richard Köper.

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Bertolt Brechts "Hans im Glück" besteht aus elf Bildern mit längeren und kürzeren Szenen. Das Skript, mit dem die Laienschauspieler der Klosterbühne arbeiten, umfasst 54 Seiten, DIN A 4. Auch wenn er sehr viel Text auswendig lernen müsse, "ich habe nicht lange überlegen müssen, um Ja zu sagen, dass ich die Titelrolle übernehme", sagt Niklas Niermann. In seinem Urlaub habe er schon angefangen.

Das Ensemble kann spielend an einer Hand abzählen, wie viele solcher Stücke, in denen der Hauptdarsteller nahezu durchgängig auf der Bühne präsent ist, die Klosterbühne schon gespielt hat. Zuletzt etwa 2010, zum 500. Geburtstag der Calenberger Reformationsfürstin. In "Elisabeth" war es Hauptdarstellerin Jeanette Dobbertin, die sich durch seitenlange Passagen ackern musste. Leidgeprüft im Text lernen, "aber irgendwie schafft man's", sagt sie.

Niklas habe "eine Riesenrolle", sagt der neue Regisseur Ernst-Richard Köper. Doch auch auf die übrigen Schauspieler der Klosterbühne warteten anspruchsvolle Aufgaben. "Brechts Stück gibt mir die Gelegenheit, das gesamte Ensemble zu besetzen und so auf der Bühne kennenzulernen. Das ist mir wichtig auch im Hinblick auf zukünftige Projekte", sagt Köper. Ibsens "Nora", das die Klosterbühne in diesem Frühjahr aufgeführt hatte, "habe ich mir intensiv angesehen", erzählt der neue Spielleiter. Die Klosterbühne bestünde aus einem "großen Ensemble und habe viel Talent".

Die Klosterbühne führt den 63-jährigen Köper zurück zu seinen beruflichen Anfängen. Der gebürtige Rheinländer, der inzwischen schon seit mehr als 20 Jahren in Leveste lebt, studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt Schauspiel und spielte anschließend zehn Jahre an verschiedenen deutschen Bühnen.

Gründer Burkhard Gums hatte die Klosterbühne 30 Jahre lang geleitet. 2013 zogen er und seine Frau sich zurück. 2014 und 2015 führte Susanne Theis die Regie, bei Ibsens "Nora" Celine Irony Staigies.

Martina van Straaten wird als Regieassistentin an der neuen Inszenierung mitwirken. Ihr Ehemann Leo hat viele Jahre bei der Klosterbühne mitgespielt. Außerdem gehört mit Stefanie Tribukait (39) erstmals eine echte Bühnenbildnerin zum Team.

Wer will noch mitspielen?

Auch wenn das Ensemble recht groß ist: Für die kleine Sprechrolle eines "schnöseligen Studenten aus der Stadt, der die attraktiven Mädchen auf dem Land angräbt" sucht die Klosterbühne noch einen jungen Mann zwischen 20 und 30 Jahren. Er muss nur wenige Sätze im Stück sprechen. Ideal wäre diese Rolle also "für einen Anfänger, der sich auf der Theaterbühne ausprobieren möchte", sagt Regisseur Ernst-Richard Köper. Bei Interesse: Bühnen-Sprecherin Anja Fahrenbach ist unter (05103) 925192 und per E-Mail an lars-fahrenbach@t-online.de zu erreichen.

Lutherjahr 2017

Die Klosterbühne, die unter dem Dach der Kirche Theater spielt, dockt ihr neues Stück ans Lutherjahr 2017 an. "Die Pastoren hatten uns gefragt, ob wir uns beteiligen", sagt Bühnen-Sprecherin Anja Fahrenbach. Da ein typischen Lutherstück wie Thomas Münzer von vornherein allerdings nicht in Frage kam, suchte die Klosterbühne nach einem Stück, das auf künstlerische Weise einen Bezug zu den theologischen und philosophischen Ideen der Reformation herstellt.

Gefunden wurde schließlich Bertolt Brechts fragmentarisches und selten gespieltes Stück "Hans im Glück", das allgemein bloß als grimmsches Märchen bekannt ist. "Der junge Brecht erzählt hier mit den Mitteln des Volkstheaters eine große Tragödie", sagt Regisseur Ernst-Richard Köper. Die zentralen Themen - Besitz, Aufbruch, Glück und Tod - verbindet er durch einen Kunstgriff mit der Reformationsidee und führt den Shakespearscher Narren ein, der die Handlung kommentiert und "auf heitere und assoziative Weise Bezüge zum lutherischen Gedankengut herstellt". Das könne ein Lutherzitat sein oder auch ein Song von Annett Louisan.

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