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Klostergrund: Entscheidung vertagt

Wennigsen Klostergrund: Entscheidung vertagt

Noch ist das Neubaugebiet Klostergrund nicht unter Dach und Fach: Nach einer ausführlichen Diskussion haben Wennigsens Kommunalpolitiker eine Entscheidung über das umfangreiche Vertragswerk am Donnerstagabend vertagt. Der Grund: Zu wenig Zeit für die Durchsicht der Beschlussvorlagen.

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Jurist Christian von Waldthausen (links) und Kleingärtnerchef Frank Blazek im Gespräch. Die letzten Gärten auf dem Klostergrund werden Ende September aufgegeben.

Quelle: siegmund

Wennigsen. Fast zehn Jahre lang beraten Wennigsens Politiker bereits über ein Wohngebiet auf dem Klostergrund, da kommt es auf ein paar Tage offensichtlich nicht mehr an. Am Donnerstagabend jedenfalls vertagten die Fraktionen eine Entscheidung über das umfangreiche Vertragswerk zwischen der Gemeinde, der Klosterkammer als dem alten und der Projektgesellschaft Klostergrund 1 als dem neuen Investor.

Der Grund: Die sechs Vertragsentwürfe, ausgearbeitet von dem renommierten Verwaltungsrechtler Christian von Waldthausen aus Hannover, sind am Montag von der Gemeindeverwaltung den Ratsmitgliedern zugestellt worden - zu spät, um bis zur gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Haushaltsausschusses am Donnerstag tiefer in die komplizierte Materie einzusteigen.

An ihrer Absicht, den Klostergrund endlich auf einen guten Weg zu bringen, ließen die Ratsfraktionen allerdings keinen Zweifel. "Wir wollen nicht blockieren, aber uns als Entscheider muss ausreichend Beratungszeit gelassen werden", sagte Klaus Kropp (SPD). "Wir brauchen einen hieb- und stichfesten Vertrag, auch wenn wir uns wegen der langen Dauer lächerlich machen", ergänzte Hans-Jürgen Herr (FDP).

Die Fraktionen treibt die Sorge um, dass die Gemeinde finanziellen Schaden nehmen könnte, da - anders als der frühere Eigentümer Klosterkammer - ein privater und weniger finanzkräftiger Investor das fast 70.000 Quadratmeter Areal an der Degerser Straße in sechs Abschnitten erschließen und vermarkten will. Eike Werner (CDU) sieht darin ein hohes Risiko.

Ulf-Harald Koepke vom Investor Ideal Wohnen aus Köln hielt dagegen. Am Freitag sei der Notartermin für die Projektgesellschaft Klostergrund 1. "Unser Finanzpartner ist die Sparkasse Hannover. Die Bürgschaften sind abgestimmt. Wir und auch die Sparkasse haben umfangreiche Marktanalysen vorgenommen", sagte der Geschäftsführer. Es handele sich um ein attraktives Wohngebiet in unmittelbarer Nähe zur S-Bahn, auf dem Eigenheime und Mietwohnungen entstehen sollen.

Die geäußerten Bedenken wegen der Altlastensanierung auf dem Klostergrund versuchte er ebenfalls auszuräumen. Ein mit der Region Hannover vereinbarter Sanierungsplan werde vor Beginn der Erschließung abgearbeitet. Die Asbestreste auf dem Gelände sollen ausgebuddelt und in einem Wall entlang der Bahntrasse vergraben, mit einem Geovlies und mit Erde abgedeckt werden.

Christian von Waldthausen, der für die Gemeinde die Verträge ausgearbeitet hat, und Bürgermeister Christoph Meineke beantworteten geduldig die Fragen der Politiker. Er könne das Bauchgrummeln und die Fürsorge für die Bürger, die sich im Klostergrund ansiedeln wollen, verstehen. Aber: Jeder Bauabschnitt soll für sich funktionsfähig und finanziell gesichert sein. Und bezahlt werde doch erst, wenn der Abschnitt fertig sei, sagte von Waldthausen.

Hoffnung auf eine positive Entscheidung zum Klostergrund in der Sondersitzung des Rates am kommenden Dienstag verbreitete Anselm Borrmann (CDU). "Die Klosterkammer hat es zehn Jahre lang nicht geschafft, das Baugebiet zu verwirklichen. Warum sollten wir es dem Investor schwer machen? Der Markt wird es regeln", sagte er.

Die Ratssitzung beginnt am 16. August um 19.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

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Susanne Dick (von links), die sich altersgerechtes Wohnen auf dem Klostergrund wünscht, spricht mit Architekt Andreas Meyer und Ulf-Harald Koepke vom Investor.

Quelle: siegmund
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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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