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Kleingärtner räumen die letzten Parzellen

Wennigsen Kleingärtner räumen die letzten Parzellen

Der Kleingartenverein Klostergrund löst sich auf. Im Oktober soll es mit dem Rückbau der Kleingartenkolonie und den Räumungsarbeiten auf dem Gelände an der Degerser Straße losgehen.

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Abschied vom Naturidyll: Günter Krüger (von links), Klaus Fromhagen und Franz Blazek vom Kleingartenverein Klostergrund genießen die letzten Tage in der Kolonie, bevor die letzten Parzellen wegen der bevorstehenden Arbeiten für die geplante Wohnbebauung geräumt werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Der Beschluss der Kleingärtner war einstimmig. "Was sollen wir mit einem Verein, dem die Grundlage entzogen wurde?", sagt Klostergrund-Vorsitzender und CDU-Ratsherr Franz Blazek (71). Der Pachtvertrag endet am 30. September. Bis dahin müssen auch die letzten Kleingärtner im hinteren Bereich das Gelände geräumt haben. Am letzten September-Wochenende soll es noch einmal einen Tag der offenen Tür geben - zum Abschied.

Schon vor über zehn Jahren, als es mit den Plänen für den Klostergrund losging, erhielt der Kleingartenverein die Kündigung. Von den anfangs 177 Parzellen gibt es schon lange nur noch 50. 46 waren zuletzt noch vermietet. Mehr als eine Million Euro musste die Klosterkammer alles in allem bezahlen, um die Kleingärtner zu entschädigen. Die Summen hat ein öffentlicher Sachverständiger nach dem Bundeskleingartengesetz festgesetzt.

Blazek möchte nicht zu emotional werden und alte Wunden aufreißen. Das Geschimpfe auf die Klosterkammer sei kalter Kaffee. Vom Gefühlsleben her "bin ich schon lange damit fertig", sagt der Klostergrund-Chef. Die 46 aktiven und 26 passiven Mitglieder, die zuletzt noch im Verein waren, "wussten alle, dass irgendwann definitiv Schluss ist". Wer wollte, hat sich in Degersen, Weetzen oder Gehrden längst eine neue Gartenparzelle gesucht.

Seinen Kleingarten besitzt Blazek seit 41 Jahren. Der Wennigser verbringt dort viel Zeit. Rotkohl, Brokkoli, Bohnen, Porree, Salat, Mangold und Himbeeren: "Wir essen jeden Tag Gemüse und Obst aus unserem Garten", erzählt er. Nur die Pflaumen wollten dieses Jahr nicht so richtig.

Den Kleingartenverein Klostergrund gibt es seit knapp 70 Jahren. Seit 36 Jahren ist Blazek der Vorsitzende. Damit nach der Vereinsauflösung etwas bleibt, will er eine Chronik schreiben.

"Die Kritik verwundert sehr"

Herbe Kritik hatte die Klosterkammer im Rat einstecken müssen. Nahezu alle Fraktionen werfen ihr vor, für die lange Dauer und damit Verzögerung des Verfahrens im Klostergrund verantwortlich zu sein. Darüber zeigt sich Kammerdirektor Andreas Hesse ausgesprochen irritiert: "Die Kritik verwundert doch sehr, da es gemeinsame Überlegungen von Klosterkammer und Gemeinde waren, diesen Weg zu gehen, und das Grundstück an einen Investor zu verkaufen." Der Wunsch nach Baugrundstücken zum Kauf in Wennigsen sei aus dem Rat gekommen. Nach enger Abstimmung mit der Gemeinde habe sich die Klosterkammer entschlossen, diesem Wunsch nachzukommen.

Im September wollen Klosterkammer und Investor den Kaufvertrag schließen. Der Landtag muss dem Verkauf zustimmen.

Der Bebauungsplan wird rechtskräftig, sobald er veröffentlicht ist. Das könne kurzfristig passieren, sagt Bürgermeister Christoph Meineke. Den Prozess selbst hätte auch ein schon rechtskräftiger Bebauungsplan wohl nicht verkürzt, sagt Wennigsens Verwaltungschef. Sobald der B-Plan gültig ist, wird die Asbestsanierung fällig und die Ausgleichsflächen müssen hergestellt werden.

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