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Kahlschlag soll Spaziergänger schützen

Argestorf Kahlschlag soll Spaziergänger schützen

Notwendiger Kahlschlag: Die Knigge’sche Gutsverwaltung hat zwischen Argestorf und Bredenbeck an zwei Feldwegen 32 amerikanische Balsampappeln fällen lassen. Die rund 60 Jahre alten Bäume sind morsch und nicht mehr standfest – zu gefährlich für Spaziergänger und Landwirte.

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Zwischen Argestorf und Bredenbeck (gr. Bild) liegen die gefällten Pappeln weithin sichtbar in der Feldmark. In den durchtrennten Baumstämmen (siehe Galerie) sind die krankhaften Nasszellen gut zu sehen – ein Alterszeichen.Rodriguez (2)

Quelle: Ingo Rodriguez

Argestorf. Der Grund für die unübersehbaren Baumfällungen an der Landesstraße 390 lässt sich im Grunde kurz und knapp zusammenfassen: „Zu alt, die Äste können abbrechen. Das gefährdet die Sicherheit von Spaziergängern und Landwirten auf den angrenzenden Feldwegen“, sagt der forstliche Betriebsleiter des Knigge-Gutes, Ralf Schickhaus.

So einfach will es sich Schickhaus aber nicht machen. 32 hoch gewachsene Bäume, an wenigen Tagen gefällt, weithin sichtbar – da nimmt sich der Experte die Zeit für einen geschichtlichen Rückblick. „Diese Bäume sind vor etwa 60 Jahren von der Gutsverwaltung unter dem Eindruck der Holzknappheit reihenweise gepflanzt worden“, sagt Schickhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien von den englischen Besatzern in ungeschützten Wäldern allerorts sogenannte Reparationshiebe veranlasst worden – Kahlschläge, um die Kriegsausgaben zu finanzieren. Diese Ausgangslage hat laut Schickhaus den Freiherrn Albrecht von Knigge damals dazu bewegt, an Feldwegen und Ackerrändern für die Holzproduktion amerikanische Balsampappeln zu pflanzen. „Eine speziell gezüchtete Pappel mit starkem Wachstum“, sagt der forstliche Betriebsleiter.

Ursprünglich sei geplant gewesen, diese Bäume nach etwa 30 Jahren zu ernten. Der Bedarf an Erzeugnissen aus Pappelholz – vor allem Papier, Prothesen und Zeichenbretter – sei wegen technischer Weiterentwicklungen aber nicht mehr groß gewesen. „Deshalb sind die Bäume stehen geblieben“, sagt Schickhaus. Warum die Pappeln ausgerechnet jetzt gefällt wurden? „Über Wunden in der Baumkrone sind sie von Pilzen und Bakterien befallen worden, deshalb hat sich in den Stämmen ein brauner Nasskern gebildet – ein untrügliches Alterszeichen“, sagt Schickhaus.

In der vergangenen Woche habe deshalb ein Unternehmer aus Linderte die Bäume abgeholzt – mit Genehmigung der Naturschutzbehörde. In den nächsten Tagen sollen die Stämme zerkleinert und abtransportiert werden – für die Hackschnitzelproduktion und zur Anfertigung von Industriepaletten. Eine Ersatzbepflanzung ist zunächst nicht vorgesehen. „Erst einmal lassen wir kleinere Büsche hoch wachsen, außerdem haben wir bestimmt noch etwa drei Jahre lang damit zu tun, die Stockausschläge der Pappeln zu beseitigen“, sagt Schickhaus. Vielmehr sollen mittelfristig weitere Pappeln entfernt werden – aus Sicherheitsgründen. „An diesem Standort war das jetzt aber besonders wichtig“, so Schickhaus.

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