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Künstler scheuen sich nicht vor Kritik

Holtensen Künstler scheuen sich nicht vor Kritik

Klassische Werke, Popsongs und kritische Gedanken über die gesellschaftlichen Entwicklung im wieder vereinigten Deutschland: In der Kirche in Holtensen haben zahlreiche Künstler am Tag der Deutschen Einheit eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte präsentiert.

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Jutta Schwerdtfeger (links) und Anja Köster liefern dem Publikum am Tag der Deutschen Einheit bei der musikalischen Lesung ebenso wie die elfjährige Lucie (siehe Bildergalerie) und weitere Künstler kritische Denkanstöße.

Quelle: Ingo Rodriguez

Holtensen. Einfach nur musizieren und mit harmonischen Klängen den geschichtsträchtigen Fall der Mauer zwischen West- und Ostdeutschland würdigen? So einfach wollten es sich die beteiligten Nachwuchskünstler und erfahrenen Instrumentalisten bei ihrer musikalischen Lesung unter der Leitung von Jutta Schwerdtfeger nicht machen. Davon konnten sich rund 100 Besucher beim traditionellen Einheitskonzert in der evangelischen Kirche schnell überzeugen.

Die pensionierte Grundschullehrerin Schwerdtfeger hatte wieder ein symbolreiches Programm für den historisch bedeutsamen Feiertag ausgearbeitet: Friedenslieder, klassische Werke, weltbekannte Benefizpopsongs, gesungen und instrumental vorgetragen mit Flöten, Trompete, Orgel, Harfe, Gitarre und Klavier. Aber: Zwischendurch standen auch vorgetragene Textpassagen und einen wechselseitig gelesener Schriftwechsel auf dem Programm - zwischen einer Frau aus Niedersachsen und ihrer Bekannten aus Sachsen, mit einem kritischen Blick auf die Entwicklung der gesellschaftlichen Einheit, vor dem Hintergrund von wachsender Fremdenfeindlichkeit, komplizierten Integrationsbemühungen und besorgniserregenden Wahlergebnissen.

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Wie steht es heute um die gesellschaftliche Einheit in Deutschland? Diese Frage wurde zwar nicht beantwortet - aber die musikalischen und literarischen Beiträge lieferten immerhin dringend notwendige Denkanstöße. "Wozu sind Kriege da?", fragte etwa die elfjährige Lucie in der Titelzeile eines von ihr gesungenen Udo-Lindenberg-Klassikers. Und sie setzte mit ihrer Version des Benefizsongs "We Are the World" der Band USA for Africa ein weiteres fettes Ausrufungszeichen: Die Verkaufserlöse dieses Stücks aus dem Jahr 1985 kamen schließlich Menschen in Äthiopien nach einer Hungersnot zugute. Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen aus anderen Ländern: deutlicher kann ein musikalischer Aufruf zu Frieden, Loyalität und Nächstenliebe in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Verunsicherung nicht sein.

Die insgesamt zwölf beteiligten Künstler - darunter mit Abdulrazak Alobeid ein zugewanderter junger Mann aus Syrien - hatten sich den lauten Beifall des Publikums redlich verdient. Dieses Programm war alles andere als der sprichwörtliche Einheitsbrei.

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