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Kulturkreis wirbt mit Flötentönen um Nachwuchs

Wennigsen Kulturkreis wirbt mit Flötentönen um Nachwuchs

Flötentöne als Lockruf: Der Kulturkreis Kloster Wennigsen verzeichnet einen schleichenden Rückgang von Fans klassischer Kammermusik. Weil bei den Konzerten des Kulturkreises oft Plätze frei bleiben, ist jetzt Nachwuchswerbung angesagt. Der Auftritt des Boreas-Quartetts vor Grundschülern war eine gelungene Premiere.

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Hingehört: Das Blockflötenquartett und Schauspielerin Kathrin Steinweg (rechts) spielen den Kindern beim Schulkonzert die unterschiedlichen Klänge verschiedener Blockflöten vor.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Esel, Katze, Hund und Hahn - wie sollen den bloß Blockflöten diese Tiere nachahmen? Geht nicht? Von wegen: Das Boreas-Quartett aus Bremen hat da jede Menge Ideen. Kräftig, aber leise, behutsam, vielleicht sogar etwas schwerfällig sind die Töne, die Elisabeth Champollion mit sanfter Atemluft einer riesigen Holzkonstruktion entlockt - dazu ein kräftiges Stampfen von rund 200 Kindern. Die begeisterten Blicke des jungen Publikums im Klostersaal verraten: Mehr Esel geht nicht.

Was eine Blockflöte ist, wie das Instrument aussieht und wie es klingt: Bislang dachten die Kinder aus vier Grundschulklassen in Bredenbeck und Weetzen, sie wüssten das schon. Beim Schulkonzert des preisgekrönten Boreas-Flötenquartetts aus Bremen haben die Jungen und Mädchen aber schon nach wenigen Minuten viel mehr dazu gelernt.  "Es gibt sehr viele Blockflöten, die alle völlig unterschiedlich aussehen und auch ganz verschieden klingen", sagt die Musikerin Champollion.

Gemeinsam mit Jin-Ju Baek, Luise Manske und Julia Fritz setzt sie auf den Vorführeffekt. Auch deshalb hat sie der Kulturkreis mit Unterstützung der Klosterkammer engagiert. Nacheinander stellen die Musikerinnen eine ganze Reihe von Instrumenten vor: die Sopran-Blockflöte, die Alt-Blockflöte, als Tenor, als Großbass, auch futuristisch anmutende Konstruktionen bis hin zur Sopranino-Blockflöte - vertontes Vogelgezwitscher und andere tierische Klänge inklusive. "Ihr müsst euch das wie eine große Familie vorstellen: Alle Instrumente heißen mit Nachnamen Blockflöte, nur die Vornamen und die Klangmöglichkeiten sind ganz verschieden", sagt Champollion zu den verblüfften Kindern.

Was folgt, ist ein großes Familientreffen: Gemeinsam mit der Schauspielerin Kathrin Steinweg als Erzählerin führt das Boreas-Quartett seine musikalische Interpretation des Märchens "Die Bremer Stadtmusikanten" auf - und schnell wird auch deutlich, warum sich das Quartett nach Boreas, dem Gott des Nordwindes, benannt hat. Ihre märchenhafte Intonation ist mehr als ein laues Lüftchen.

Die Kulturkreis-Vorsitzende Sabine Hartmann hofft deshalb auf Rückenwind. Seit mehr als 50 Jahren organisiert der Verein bis zu sieben klassische Kammermusik-Konzerte pro Jahr - um die Kulturlandschaft in Wennigsen zu bereichern. Doch das Stammpublikum wird immer kleiner. "Der demografische Wandel macht sich bemerkbar", sagt Hartmann. Die Zahl der Ticket-Abonnenten zähle inzwischen nur noch 150. "In den Klostersaal passen aber 200 Besucher, da bleiben regelmäßig Freikarten über", sagt Hartmann. Nachwuchswerbung betreibt der Kulturkreis deshalb schon seit mehreren Jahren. Um Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen und gezielt anzusprechen, gibt es regelmäßig vor den Konzerten Schnuppervorführungen von den Künstlern.

Das Schulkonzert war jedoch eine Premiere - und eine erfolgreiche dazu: "Ich finde das toll, so eine Märchenaufführung habe ich noch nie erlebt", sagt die zehnjährige Elvan aus Weetzen. Der Kulturkreis hat die vier Grundschulklassen über persönliche Kontakte ausgewählt. Für Tatjana Seidensticker, die Schulleiterin aus Bredenbeck, ist die Aktion beachtlich. "Es ist großartig, so eine Aufführung neben dem normalen Musikunterricht anbieten zu können", sagt sie.

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