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Letzte Wennigser Backstube schließt

Wennigsen Letzte Wennigser Backstube schließt

Die Enkel sind noch zu jung, sie selbst haben sich den Ruhestand redlich verdient: Dieter und Sonja Siehndel stellten am Donnerstag den Betrieb in ihrer Handwerksbäckerei ein. Damit verliert Wennigsen nicht nur eine Backstube, sondern auch einen beliebten Treffpunkt und den letzten Tante-Emma-Laden.

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Die letzten Freischießen-Brote: Sonja Siehndel und Oberschaffer Winfried Gehrke.

Quelle: Kerstin Siegmund

Wennigsen. "Erstmal ausschlafen". So antworten Dieter und Sonja Siehndel auf die Frage ihrer Kunden, was sie denn machen wollen, wenn die Backstube geschlossen ist. "Und zum Annaturm wandern, da waren wir noch nie", sagt die Bäckersfrau, die 41 Jahre lang hinter dem Tresen der Läden an der Neustadtstraße und Im Häuserhof gestanden hat.

Am Donnerstag haben sich zahlreiche Wennigser von dem Ehepaar verabschiedet, das die Bäckerei seit 1982 führte. Gegründet wurde der Familienbetrieb vor 68 Jahren von Herbert Siehndel. Dieter und Sonja Siehndel wissen, dass sie ihre Kunden vermissen werden. Auch die, die morgens im Schlafanzug zum Brötchen holen kamen. "Man kennt sich, vieles war schon fast privat", Sonja Siehndel.

Zum Abschied brachte Bürgermeister Christoph Meineke Blumen und eine Urkunde - als Dank im Namen der Gemeinde. "Sie haben so viel für die tägliche Versorgung getan - und auch für den Austausch zwischen den Menschen. In ihren zwei Standorten im Herzen des Ortes konnte man viel Neues hören", sagte Meineke. Nun würde die letzte Wennigser Backstube schließen. Tatsächlich hat Dieter Siehndel bereits einen Käufer für seine Maschinen und Geräte gefunden.

Wehmut klingt auch bei Winfried Gehrke an. Der Oberschaffer und Finanzchef des Historischen Freischießens pflegte seit 14 Jahren eine außergewöhnliche Zusammenarbeit mit Bäcker Siehndel. Der Bäckermeister bot seit 2002 alle drei Jahre zum Freischießen besondere Brote an - das historische, das traditionelle und das königliche Brot. Der Nettoüberschuss aus dem Verkauf floss in die Kasse des Schaffers - denn das historische Schützenfest finanziert sich aus Spenden. Für das Freischießen im Juni 2017 will sich Gehrke nun etwas Neues einfallen lassen.

Ein Brot wird es wohl nicht werden, denn der neue Pächter, der in den ehemaligen Siehndel-Laden an der Neustadtstraße zieht, wird das Brot nicht selbst herstellen, sondern diese anliefern lassen. "Es werden arabische und deutsche Spezialitäten verkauft", kündigt Siehndel an. Die Eröffnung sei für 1. Mai geplant.

Siehndels Stammhaus am Häuserhof wird geschlossen. Am Freitag wollen Siehndels dort mit allen Mitarbeitern Kittelabschied feiern. Dann werden Tränen fließen, so wie sie auch am Donnerstag schon bei Familienangehörigen, Mitarbeitern und Kunden zu sehen waren. Sonja Siehndel ist trotz aller Wehmut neugierig auf das, was der Ruhestand für sie bereit hält. "Auf jeden Fall werde ich Schrott schweißen", sagt die Wennigserin und verweist auf die Exponate, die bereits im Vorgarten der Bäckerei stehen.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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