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Meineke: Kein Wachstum um jeden Preis

Wennigsen/Bredenbeck Meineke: Kein Wachstum um jeden Preis

Wennigsen ist die einzige Kommune in der Region mit weniger als 15.000 Einwohnern. Die Gemeinde will wachsen, aber nicht um jeden Preis. In Bredenbeck könnten 65 neue Wohneinheiten entstehen.

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Im Baugebiet „Im Bergfelde“ in Bredenbeck könnten bis zu 65 Wohneinheiten entstehen.

Quelle: Marcel Sacha

Wennigsen/Bredenbeck.  Vor gut eineinhalb Jahren übernahm Bürgermeister Christoph Meineke von seiner Amtskollegin Ramona Schumann aus Pattensen die Rote Laterne als kleinste Kommune in der Region Hannover. Ende 2015 lagen mit Wennigsen, Gehrden und Pattensen noch drei Kommunen unterhalb von 15.000 Einwohnern. Mittlerweile haben sowohl Gehrden als auch Pattensen diese Marke übersprungen hat - nur Wennigsen liegt mit rund 14.500 Einwohnern noch darunter.

Die Rote Laterne wieder abzugeben, ist für Meineke allerdings kein vorrangiges Ziel. „Quantitatives Wachstum alleine ist nicht zielführend“, sagt er. Viel entscheidender ist für Wennigsens Bürgermeister die Lebensqualität in der Gemeinde, und die sei außerordentlich hoch. Die große Nachfrage nach den Grundstücken im Klostergrund-Baugebiet würden ihn darin bestärken. 

Meineke lehnt Wachstum um jeden Preis ab und meint das auch im wörtlichen Sinne. Derzeit seien die Kosten für die Gemeinde bei der Schaffung neuer Wohngebiete höher als die Erträge durch Grund- und Einkommenssteuer, sagt er. Denn mehr Einwohner würden im selben Atemzug auch ein Ausbau der notwendigen Infrastruktur bedeuten. Deswegen warnt Meineke davor, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Zunächst müsse die entsprechende Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen, Straßen und Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sein, bevor über die Ausweisung neuer großflächiger Wohngebiete nachgedacht werden könne.

Im Gemeindegebiet stehen ohnehin kaum Flächen für größere Neubaugebiete zur Verfügung. Meineke macht dafür auch die Region Hannover verantwortlich, die unter anderem durch die Vergrößerung der Landschaftsschutzgebiete rund um Wennigsen eine „wachstumsfeindliche Politik“ betreibe. Besonders deutlich sei dies am Beispiel Degersen zu sehen. „Eigentlich ist das Potenzial vorhanden“, sagt Meineke. Eigentlich seien Degersen und Wennigsen durch die S-Bahn-Anbindung und insgesamt fünf Kindergärten geradezu prädestiniert für eine räumliche Erweiterung. Die Landschaftsschutzgebeite sind allerdings im Zuge der letzten Reform unmittelbar an die derzeitigen Baugrenzen gerutscht. „Dadurch haben wir kaum noch Spielraum“, bedauert Meineke.

Kaum Nachfrage nach Gewerbeflächen

Auch bei der Ansiedlung von Gewerbe sieht die Gemeindeverwaltung momentan nur wenig Spielraum. Lediglich an zwei Standorten könnten kurzfristig Flächen erschlossen werden: in Evestorf in Richtung Bundesstraße 217 und am Rande des bereits bestehenden Gewerbegebietes in Holtensen. „Derzeit ist die Nachfrage nach Gewerbeflächen ohnehin recht gering“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke, der das vor allem mit der guten Konjunkturlage in Deutschland begründet. Statt nach neuen Standorten zu suchen, sei die Wirtschaft momentan vielmehr damit beschäftigt, die eingehenden Aufträge abzuarbeiten. Zudem sei die Attraktivität von Standorten an Bundesstraßen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. „Firmen setzen stattdessen immer mehr auf Autobahnanbindungen“, sagt Meineke und verweist auf das neue Logistikzentrum, das in Bantorf entstanden ist.

Das derzeit realistischste Projekt ist Meineke zufolge das 4,2 Hektar große geplante Baugebiet „Im Bergfelde“ in Bredenbeck. Auf der Fläche zwischen der Grundschule und der Straße Am Brink könnten rund 65 Wohneinheiten entstehen. Die Gemeinde steht mit den Eigentümern - teilweise noch aktiven Landwirten - bereits in Verhandlungen. „Wir sind guter Dinge“, sagt Meineke. Entscheidend für erfolgreiche Gespräche sei jedoch, für die Landwirte adäquates Ersatzland zu finden.

Überwiegend will die Gemeinde in den kommenden Jahren auf die Möglichkeiten der Hinterliegerbebauung setzen und Baulücken schließen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sei ein Anstieg der Bevölkerungszahl um insgesamt etwa 500 Personen realistisch, meint Meineke.

Von Marcel Sacha

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