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Grüngut: Gutachten muss Hamster ausschließen

Wennigsen Grüngut: Gutachten muss Hamster ausschließen

Bekommt die Gemeinde Wennigsen eine neue Grüngutannahmestelle in Degersen? Nachdem sich Landwirt André Oelkers als möglicher Bauherr zurückgezogen hat, steht nun eine neue Fläche am Sportplatz zur Diskussion. Ein Risiko müsste allerdings zuvor ausgeschlossen werden: der Feldhamster.

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Nahe der Flutlicher am Degerser Sportplatz könnte eine neue Annahmestelle für Grüngut entstehen.

Quelle: Oehlschläger

Degersen. Wie Ortsbürgermeister Walter Rasch (SPD) am Mittwoch im Ortsrat Degersen mitteilte, gebe es inzwischen einen neuen Anwärter, der sich bei der Region um die ersehnte Grüngutannahmestelle beworben habe. Dieser wolle dafür eine Fläche in "unmittelbarer Nähe zum Sportplatz" zurechtmachen. Um wen es sich dabei handelt, wollte Rasch noch nicht verraten. "Dafür ist es einfach noch zu früh", sagte er auf Nachfrage der HAZ. "Die Auflagen von der Region sind nicht ohne." Daher sei es nur vernünftig, dass beide Seiten erst einmal Kosten und Mühen abwägten.

Kürzlich habe er erneut einen Anruf des neuen Bewerbers bekommen, fuhr der Ortsbürgermeister im Ortsrat fort: Bevor der Bau der Annahmestelle konkret werden könne, müsse ein Gutachten erstellt werden. Dieses solle ausschließen, dass sich der Feldhamster auf der vorgesehenen Fläche niedergelassen habe. "Ich kann das streckenweise nicht mehr nachvollziehen", sagte Rasch. Durch diese Regelung sei wohl erst im Frühjahr 2018 mit einer neuen Grüngutannahmestelle zu rechnen. Sowieso könne der neue Grüngutplatz erst nach der Ernte gebaut werden, sagte Friedrich-Wilhelm Ostermeier, beratendes Ortsratsmitglied. Er gehe allerdings davon aus, dass die Arbeiten schon im schon im Herbst 2017 beendet werden könnten.

Eine Station ist noch über

Seit die Grüngutannahmestelle in Argestorf Ende Februar geschlossen wurde, gibt es im Wennigser Gebiet nur noch einen Ort, an dem Bürger ihren Grünschnitt abgeben können: den Grünguthof am Steinkrüger Weg in Bredenbeck. Nun ist man auf der Suche nach einem Standort für eine neue Station. Kürzlich hatte Landwirt André Oelkers aus Degersen seine Bewerbung wieder zurückgezogen - der Aufwand wurde schlichtweg zu groß. Inzwischen scheint eine Alternative gefunden zu sein, die ebenfalls in der Nähe des Sportplatzes liegt - sofern es dort keine Feldhamster gibt.

Laut Regionssprecher Klaus Abelmann ist ein Gutachten über die bedrohten Nagetiere bei allen Bauvorhaben nötig, auf deren Fläche die Möglichkeit besteht, dass dort Feldhamster heimisch wären. "Es wird geguckt, ob es Hamsterbauten gibt und ob die denn auch genutzt werden", sagt Abelmann. Der Bauherr müsse dieses Gutachten in Auftrag geben und durchführen lassen. Wie lange es dauern würde, bis ein solches Verfahren abgeschlossen sei, könne er nicht einschätzen.

Der Feldhamster und sein schlechter Ruf

Die Region Hannover lässt Baugebiete daraufhin untersuchen, ob diese als Heimat für den Feldhamster dienen. Dieser zählt zu den bedrohten Tierarten und soll daher nicht seines Lebensraumes beraubt werden. Dass der Hamster dadurch Bauprojekte in und um Hannover verhindere, entspreche nicht ganz der Wahrheit, teilt die Region mit: Unter verschiedenen Auflagen hätten bisher alle Bauprojekte schlussendlich doch verwirklich werden können. Zudem könnten Ausnahmen erteilt werden, durch die ein Bau trotz Hamsteransiedlung möglich seien. Dafür müssten drei Voraussetzungen erfüllt werden: das öffentliche Interesse muss groß genug sein, es darf keinen anderen zumutbaren Standort geben und die Population der Hamster darf nicht gefährdet werden. Dazu muss in der näheren Umgebung der Lebensraum für Hamster verbessert werden. Es ist auch möglich, den Hamster umzusiedeln, sofern ein neuer Lebensraum gefunden werden kann.

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Lebt der Feldhamster auch in Degersen? Die Region Hannover fordert ein Gutachten darüber.

Quelle: Uwe Anspach

Von Nils Oehlschläger

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