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Neues Flüchtlingsheim weckt großes Interesse

Degersen Neues Flüchtlingsheim weckt großes Interesse

Sorgen zerstreuen und Ängste abbauen: Die Gemeinde Wennigsen und die Johanniterhaben in der neuen Asylbewerberunterkunft an der Max-Planck-Straße über das Betreuungskonzept informiert. Mehr als 200 Besucher wollten sich einen Eindruck verschaffen.

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Der Johanniter-Dienststellenleiter Christian Bauer (Zweiter von rechts) zeigt Ortsbürgermeister Walter Rasch (rechts) und anderen Besuchern aus dem Dorf die neuen Unterkünfte für Asylbewerber.

Quelle: Ingo Rodriguez

Degersen. Es fehlen zwar noch die Matratzen, aber ansonsten es ist nicht zu übersehen: Aus dem ehemaligen Firmengebäude in Degersen ist ein Wohnhaus geworden, dass allen Ansprüchen an eine kommunale Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gerecht wird. Rund eine halbe Million Euro hat die Gemeinde investiert, um auf zwei Etagen Familienunterkünfte und Vier-Personen-Zimmer mit Doppelstockbetten einzurichten - inklusive Küchenzeilen, Toiletten, getrennten Sanitärbereiche mit Umkleidekabinen sowie Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsbereich.

"Das ist auch der Grund, warum wir unser Interesse bekundet haben, in diesem Wohnheim die Betreuung zu übernehmen: Die Bedingungen sind perfekt", sagte Christian Bauer, Dienststellenleiter des Johanniter-Ortsverbandes Deister. Er nahm viele der Besucher - darunter Anwohner, Kommunalpolitiker und interessierte Dorfbewohner - im Eingangsbereich persönlich in Empfang. Gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern der Gemeinde und ehrenamtlichen Integrationshelfern leisteten Bauer und sein Team Aufklärungsarbeit. In etwa vier Wochen sollen etwa 40 Flüchtlinge einziehen. Eine ehemalige Lagerhalle wird in einem zweiten Bauabschnitt ebenfalls noch zur Unterkunft umgebaut.

"In diesem Haus sollen die Asylbewerber aber nicht einfach nur wohnen, sondern sie werden drei bis vier Monate gezielt darauf vorbereitet, sich selbständig zurecht zu finden und in eigene Wohnungen umzuziehen", betonte Bauer. Einfach nur Trennwände einziehen und Zuwanderer verwahren? Wenn die Johanniter die Verantwortung für eine Unterkunft übernehmen, wollen sie sich darauf nicht beschränken. Viele der Gäste zeigten sich von dem umfangreichen Betreuungskonzept überrascht: 24-Stunden-Sicherheitsdienst, zwei Hausmeister, Einrichtungsleitung, zwei Sozialarbeiter, eine Psychologin. "Die Menschen werden nicht sich selbst überlassen", hob Bauer immer wieder hervor.

Um Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu wecken, waren alle Anwohner aus der näheren Nachbarschaft persönlich zum Tag der offenen Tür eingeladen worden. Die Betreuung der kommunalen Sammelunterkunft durch die Johanniter wird vom Bund, dem Land und der Region Hannover finanziert. "Wir haben keinen Gewinn, sondern wir werden unserem sozialen Auftrag gerecht", unterstrich der Dienststellenleiter. Die Johanniter haben Erfahrung als Betreiber von Sammelunterkünften. "Wir betreuen jetzt insgesamt fünf Häuser in der Region", sagte Bauer. Sein Credo: Es sollen keine Luxushotels sein, aber auch keine reinen Übernachtungsherbergen.

Auch Jutta Ahlers war als gekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. "Ich wohne in der Nähe, aber ich habe keine Bedenken wegen der neuen Nachbarn", sagte sie. Die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Hacer Kirli, war im Laufe der dreistündigen Begehungen aber auch Menschen mit Vorbehalten begegnet. "Das Betreuungskonzept und die Räume haben aber die meisten Kritiker überzeugt", sagte Kirli. Ihre Bilanz: Das große Interesse habe ihre Erwartungen weit übertroffen.

Vorgestellt hatte sich vielen Besuchern auch die 41-jährige hauptamtliche Heimleiterin Hülya Iri. Sie spricht außer Deutsch auch noch Arabisch, Türkisch und Englisch - und sie wird für die Verwaltung und Organisation sowie für die Koordinierung der Sozialarbeit zuständig sein.

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