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Die Bestimmerin geht in den Ruhestand

Bredenbeck Die Bestimmerin geht in den Ruhestand

Rektorin Susanne Löscher verlässt nach 27 Jahren die Grundschule in Bredenbeck. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

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Applaus für die Bredenbecker Grundschulleiterin: Susanne Löscher verabschiedet sich von den Kindern und ihren Kollegen.

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Schon bei „We Are the World“, dem ersten Lied, das die Bredenbecker Grundschüler für ihre Rektorin gestern zum Abschied sangen, musste sich Susanne Löscher (62) zusammenreißen, um nicht zu weinen. Am Ende ging es dann nicht mehr. Die Tränen flossen - vor Rührung über so eine gelungene letzte Veranstaltung mit viel Musik auf der Bühne, Überraschungen der Kinder, Jubel und Applaus.

Löscher geht in den Ruhestand. 27 Jahre hat sie die Grundschule in Bredenbeck geleitet, 1274 Kinder hat sie in dieser Zeit eingeschult. Susanne Löscher sei die Bestimmerin gewesen, sagte Elternvertreter Klaus Palm - im positiven Sinne. Unter anderem hatten sie und ihre Kollegen als eine der ersten Grundschulen der Region den Englischunterricht eingeführt, sie hat die Kooperation mit der Springer Janusz-Korczak-Schule ins Leben gerufen und viele Projekte angestoßen.

Die Rektorenstelle ist bereits erneut ausgeschrieben, nachdem die erste Ausschreibung keine Bewerber gebracht hatte. Die Arbeitsbelastung ist hoch, Rektorenstellen sind wenig beliebt. Konrektorin Tatjana Seidensticker ist inzwischen abgeordnet und wird die Aufgabe der Schulleiterin kommissarisch übernehmen. Darüberhinaus bleibt sie Klassenlehrerin und unterrichtet zwei Langfächer. Die Funktion der Konrektorin verliert Seidensticker, weil die Grundschule in Bredenbeck im nächsten Schuljahr weniger als 180 Schüler hat. Vor 27 Jahren, als Löscher Schulleiterin wurde, hatte es fünf Bewerber auf die Stelle gegeben. Löscher war damals 34 Jahre alt – relativ jung und noch dazu eine Frau, was bei einigen älteren Herren im Verwaltungsausschuss der Gemeinde, in dem sich Löscher vorstellen musste, zunächst gar nicht gut angekommen sei. Aber die Schulleiterin boxte sich durch, und blieb immer authentisch. Sie habe Löscher als warmherzig und zielorientiert kennengelernt, als jemand, der ohne Schnörkel seine Meinung sage, sagte die Dezernentin der Landesschulbehörde, Vera Kirchhoff-Bödecker, gestern Mittag bei der kleinen Feier mit Familie, Freunden, Kollegen und Weggefährten im Hotel Steinkrug. Vormittags hatten sich die Schüler bei einer eigenen Veranstaltung in der Schulaula von ihrer Rektorin verabschiedet.

Auch Jutta Schwerdtfeger (65), die langjährige Chorleiterin an der Bredenbecker Grundschule, hört auf. Als sie vor 19 Jahren an der Schule anfing – insgesamt arbeitete sie mehr als 40 Jahre als Lehrerin –, baute Schwerdtfeger den Chor auf. Schüler aus den Klassen zwei bis vier dürfen im Chor mitsingen. Der Schulchor ist eine Arbeitsgemeinschaft – und bei den Kindern sehr beliebt. Mit 60 Kindern aus Bredenbeck sei sie damals bei einem dreitägigen niedersachsenweiten Chorprojekt in Goslar dabei gewesen, erinnert sie sich. So viele Schüler waren es zuletzt im Chor nicht mehr, aber fast. Schwerdtfeger leitete auch das Schulorchester, den Elternchor und die Elternband. Sie prägte das musische Profil der Schule. Sie organisierte große Konzerte mit bis zu 600 Zuschauern und schrieb selbst Lieder passend zu entsprechenden Unterrichtsinhalten. Ob die Chor-AG nach den Ferien weiter besteht, wird sich zeigen. Engagierte Musiklehrerinnen gibt es, aber eigentlich nicht genügend Lehrerstunden für ein solches Projekt.

Von Jennifer Krebs

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