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SPD-Prominenz kommt nach Wennigsen
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Wennigsen SPD-Prominenz kommt nach Wennigsen

Die SPD knüpft an Traditionen an: Die Parteiprominenz kommt im September nach Wennigsen. Im Oktober 1945 legten Sozialdemokraten unter Kurt Schumacher dort den Grundstein für ein demokratisches Deutschland.

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Willy Brandt (von links) besucht mit der damaligen Nachwuchshoffnung Gerhard Schröder 1985 den Calenberger Hof, wo Friedrich Gleue und Ortsvereinschef Werner Schröder die Parteiprominenz begrüßen.

Quelle: Paatsch (Archiv)

Wennigsen. Brandt, Scharping, Schröder: Sie alle kamen zum Bahnhof. Dort steht seit 35 Jahren ein Stein mit dem Konterfei von Kurt Schumacher (1895-1952), der nicht nur für die SPD einen wichtigen Wendepunkt markiert.

Vom 5. bis 7. Oktober 1945 - fünf Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs - trafen sich erstmals 120 Delegierte zu einer sogenannten Reichskonferenz im Bahnhofshotel Petersen (heute Calenberger Hof). Sie bereiteten die Gründung der SPD vor, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verboten worden war. Schumacher wurde dabei als „Beauftragter für die Westzonen“ mit der Leitung des Wiederaufbaus der Parteiorganisation betraut.

Anlässlich der 800-Jahr-Feier Wennigsens im Jahr 2000 war eine große Ausstellung zu dem Thema konzipiert worden. Seitdem ließ das Interesse der Parteiprominenz an der Weihestätte am Deister nach. „Ich habe mich sogar mit Franz Müntefering deswegen angelegt“, sagt der frühere Ortsvereinsvorsitzende Jochen Arndt.

In diesem Jahr kann Nachfolger Ingo Klokemann den Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am 14. September begrüßen - noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl am 22. September. Anlass der Feier des Unterbezirks Hannover im Klostersaal ist das 150-jährige Bestehen der SPD.

Aus der Zeit der Gründung der SPD in Wennigsen um 1905 sind nur wenige Dokumente erhalten. Die zahlreichen Bergarbeiter hatten sich schon im Kaiserreich politisch formiert.

Ausstellung

Um die Reichskonferenz der SPD im Oktober 1945 in Wennigsen ranken sich viele Legenden. So werde vielfach behauptet, der Tagungsort sei deshalb gewählt worden, weil es im zerbombten Hannover keine großen Räume mehr gab, sagt Wolfgang Schulz. Der 72-Jährige hatte 1998 mit anderen begonnen, eine Ausstellung über die Reichskonferenz zu konzipieren. „Ein Teil der Konferenz wurde im großen Hanomag-Saal in Hannover ausgerichtet“, sagt Schulz. Die Wahl sei deshalb auf Wennigsen gefallen, weil es am Bahnhof nicht nur das Hotel Petersen gab. „Dort waren zwei Waggons mit Militärpolizei stationiert, und die hatten Telefon“, sagt der promovierte Soziologe. Die britischen Besatzer hätten durchaus den Aufbau demokratischer Strukturen gefördert. In Wennigsen war dies überschaubarer und besser zu kontrollieren“, sagt Schulz. Etwa 40-mal wurde die umfangreiche Ausstellung über den Wiederaufbau von Staat und Gesellschaft gezeigt, darunter sogar an der Uni Rouen in Frankreich. Heute seien jedoch andere Medien wichtiger. Zusammen mit Cornelia Vogel und anderen hat Schulz die Ausstellung überarbeitet und digitalisiert. Die kürzlich fertiggestellten DVDs sollen bei Seminaren und Vorträgen eingesetzt werden. Zu sehen sind auch Interviews mit Zeitzeugen.

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HAZ-Redakteur/in Michael Hemme

So schön ist Wennigsen

Wennigsen mit seinen etwa 14.000 Einwohnern liegt beschaulich am Deisterrand. Die Anhöhe prägt die Gemeinde und bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Im Zentrum des Ortes zeugt das Kloster von einer reichen Geschichte. Kommen Sie mit!

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