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SPD-Trio bildet keine Fraktion

Wennigsen SPD-Trio bildet keine Fraktion

Ungewöhnliche Positionen: In der konstituierenden Sitzung des Ortsrates Wennigsen hat der neue Ortsbürgermeister Jan Richard Weber (SPD) für Überraschungen gesorgt: Die SPD verzichtet auf eine Fraktionsbildung. Und: Weber will künftig die Ortsratsmittel einsparen, um den Gemeindehaushalt zu entlasten.

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Der neue Ortsrat: Peter Armbrust (von links), Anselm Borrmann, Detlev Krüger-Nedde, Jan Richard Weber, Rolf Erbelding, Christina Müller-Matysiak und Patricia Sprung.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Dass der 55-jährige Familienvater Weber ungewöhnliche, aber klare Vorstellungen verfolgt, hatte er gleich zu Beginn der Sitzung deutlich gemacht – und sich kurzerhand selbst als neuen Ortsbürgermeister vorgeschlagen.

Mit dem meisten persönlichen Stimmen aller drei SPD-Vertreter im Rücken und auch der Unterstützung von Detlev Krüger-Nedde (Grüne) sicher, bezeichnete sich Weber in seiner Antrittsrede als „geeignet, die Sitzungen des Ortsrates unparteiisch zu leiten“. Der Vater von vier erwachsenen Kindern arbeitet in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe im Bereich der Endlagerung. Er versicherte, in Sitzungsleitungen eigene Positionen nicht in den Vordergrund zu rücken.

Nur große Worte? Offenbar nicht: Im Gegensatz zu den beiden Vertretern der CDU, verzichteten die drei SPD-Mitglieder im Ortsrat darauf, eine Fraktion zu bilden. „Mein Kernanliegen ist eine offene Diskussionskultur. Wir sind im Ortsrat nicht der verlängerte Arm der Ratsfraktion“, begründete Weber den Schritt. Auch wenn es ihm anders empfohlen worden sei: „Wir sind im Ortsrat so wenig Leute, da halte ich eine SPD-Fraktion und eine zwingend geschlossene Linie für unangebracht“, sagte Weber. Auch seine eigene Meinung sei nicht immer mehrheitsfähig, aber er wolle die Standpunkte trotzdem vertreten, so Weber. Das Ziel: Auch in den eigenen Reihen verschiedene Meinungen gelten lassen.

Von der CDU erntete Weber deshalb Kritik: „Wir haben in der CDU trotz Fraktionsbildung ebenfalls eine offene Diskussionskultur“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Anselm Borrmann.

Weber äußerte auch bei der Verteilung der restlichen Ortsratsmittel des laufenden Jahres einen ungewöhnlichen Standpunkt: Angesichts der hohen Schulden im Gemeindehaushalt sei er strikt dagegen, Geld auszugeben, das später von einer jüngeren Generation zurück gezahlt werden müsse. „Das Geld ist nicht da, alles wird auf Pump finanziert“, sagte Weber. Sein Standpunkt: Auf Geldgeschenke ohne Gegenleistung verzichten und das Haushaltsdefizit verringern.

Peter Armbrust (CDU) wies dies deutlich zurück: Es sei Sache des Gemeinderates, trotz Verschuldung über die Gewährung von Ortsratsmitteln zu entscheiden. Diese Beträge in dreistelligen und kleinen vierstelligen Größenordnungen würden nicht den Haushalt retten. „Aber sie dienen der Ortspflege“, sagte Armbrust. Christina-Müller-Matysiak (VGG) verwies auf die Finanzierung von Weihnachtsfeiern – im Sinne von Bürgernähe und Kontaktpflege.

Zum Abschied 
gibt es Geschenke: Vier Wennigser sind nicht mehr im Ortsrat

In der konstituierenden Sitzung des Ortsrates Wennigsen sind gleich vier langjährige Mitglieder aus dem kommunalen Gremium verabschiedet worden. Es war die scheidende Ortsbürgermeisterin Gun Wittrien, die es sich im Bürgersaal nicht nehmen ließ, Hannelore Nimmrich, Eva Rudolph (beide SPD) sowie ihrem Stellvertreter Franz Blazek (CDU) persönlich mit kleinen Geschenken für ihre Mitarbeit im Ortsrat zu danken. Für die beiden Sozialdemokratinnen gab es Blumen, Blazek erhielt eine Flasche mit einem edlen Tropfen. „Wir haben eine lange Zeit gemeinsam viel geleistet und dabei auch viele Dinge in Bewegung gesetzt“, sagte Wittrien.

Sie wurde aber anschließend auch noch mit einem Blumenstrauß beschenkt. Die Verabschiedung der bis wenige Minuten zuvor noch amtierenden Ortsbürgermeisterin Wittrien übernahm Melissa Martini aus der Gemeindeverwaltung.

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Mit Geschenken: Hannelore Nimmrich (von links), Eva Rudolph, Franz Blazek und Gun Wittrien (rechts) werden von Melissa Martini verabschiedet.

Quelle: Ingo Rodriguez
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