Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
SPD: Keine Schnittmenge mit der AfD

Wennigsen SPD: Keine Schnittmenge mit der AfD

Der Rat in Wennigsen wird noch bunter. Nicht nur die Alternative für Deutschland (AfD), auch die neue Wählergruppe Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft (VGG, 1 Sitz) und die Piraten (1 Sitz) sind im neuen Rat vertreten.

Voriger Artikel
Die höchste Wahlbeteiligung in der Region
Nächster Artikel
Ortsräte: Walter Rasch hängt sie alle ab

Hier im Wennigser Rathaus tagt der Rat. Der Gemeinderat wird bunter. Auch AfD, Piraten und die neue Wählergruppe Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft haben genug Stimmen bekommen.

Quelle: Carmen Jaspersen

Wennigsen. Beide AfD-Kandidaten haben es in den Wennigser Gemeinderat geschafft. Die AfD holte sogar drei Sitze, kann aber nur zwei davon besetzen. Sie hatte zu wenige Kandidaten auf ihrer Liste. Deshalb wird der neue Rat entsprechend kleiner. Die SPD ist wieder die stärkste Fraktion und kam nah an das Ergebnis von vor fünf Jahren heran. Sie behält ihre elf Sitze. Anders sieht es bei der CDU aus. Die Christdemokraten erhielten 26 Prozent der Stimmen, knapp fünf Prozent weniger als 2011. Unterm Strich bedeutet dies nur noch acht Sitze im Rat, einer weniger als bisher. Deutlicher Verlust: Die Grünen haben vier Sitze statt bisher sieben. Die FDP hatte auf das dritte Mandat gehofft, rechnerisch war es eng, am Ende bleibt es aber bei zwei Sitzen. Bürgermeister Christoph Meineke stand nicht zur Wahl. Er behält sein Ratsmandat.

SPD: Keine Schnittmenge mit der AfD

Die SPD bleibt die stärkste Fraktion im Rat. Mit 36,5 Prozent (2011: 37,3 Prozent) büßten die Sozialdemokraten ein bisschen ein, "wenn man sich die Gesamtsituation ansieht, können wir aber dennoch zufrieden sein", sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Ingo Klokemann.

Es sind mehr Parteien im Rat dazugekommen. Alle Parteien, die angetreten waren, haben es auch hinein geschafft. Auf Anhieb kommt die AfD auf 9,2 Prozent und liegt damit noch vor der FDP (8,0 Prozent). Eine Möglichkeit der Zusammenarbeit sieht Klokemann nicht. Zwischen SPD und AfD gebe es keine Schnittmenge. Grundsätzlich bleibe aber abzuwarten, wie sich die AfD verhält.

Dass es die AfD in Wennigsen aus dem Stand auf knapp unter 
10 Prozent schafft, "hatten wir gar nicht eingeplant, vielleicht 6, höchstens 8 Prozent", sagt Spitzenkandidat Werner Werner, der wie seine Frau Birgit in den Rat einzieht. Mit die meisten Stimmen und deutlich über 10 Prozent holte die AfD in seinem Wohnort Degersen, in Holtensen und in der Wennigser Mark. Auch wegen der neuen Konstellation im Rat will die FDP "schnell alles dafür in Gang schieben, dass wir sachlich-konstuktiv auch im neuen Rat arbeiten können", sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Herr.

"Wir freuen uns natürlich, dass wir aus dem Stand solide mit einem Mandat im Rat vertreten sind", sagt Christina Müller-Matysiak, die die Wählergemeinschaft Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft (VGG) im Rat vertreten wird. Besonders überraschend und unerwartet sei das gute Ergebnis für den Ortsrat Wennigsen, "für den wir ein Mandat mit 701 Stimmen, das sind 8,2 Prozent, erhalten haben".

"Die Menschen wollen einen offenen, nachvollziehbaren und teilhabenden gesellschaftlichen Diskurs", sagt Uwe Kopec von den Piraten. Das Wahlergebnis sieht die Partei als Auftrag, diesen Diskurs direkt ins Gemeindeparlament zu transportieren.

Wahlverlierer sind die CDU und die Grünen. Die CDU habe in einem herausfordernden Umfeld leider fast 5 Prozent Stimmenanteil und ein Ratsmandat verloren, bedauert Wennigsens CDU-Chef Ernst Herbst. "Das ist unbefriedigend und die Ursachen werden aufzuarbeiten sein."

Trotz starken Einbruchs: Angelika Schwarzer-Riemer vom Ortsverbandsvorstand der Grünen ist realistisch. Mit 14,8 Prozent schneidet ihre Partei zwar deutlich schlechter ab als bei der letzten Wahl (2011: 24,8 Prozent). Es sei von vornherein aber auch nicht zu erwarten gewesen, so ein Traumergebnis wie vor fünf Jahren noch einmal annähernd zu erreichen, geschweige denn zu toppen. Der Fukushima-Effekt ist weg.

Gunnar Supper liegt ganz vorn

Voll durchgeschlagen: Mit 829 Stimmen (7,6 Prozent) schaffte der parteilose Geschäftsmann Gunnar Supper auf der SPD-Liste das beste Ergebnis aller 58 Kandidaten und trotz Listenplatz 13 den Sprung nach oben in den Rat. Gratulation für dieses "sehr gute Stimmenergebnis" von Wennigsens CDU-Chef Ernst Herbst. "Die Kaufmannschaft wird nun eine starke Stimme im Rat haben", sagt FDP-Mann und Ex-Vorsitzende der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft, Hans-Jürgen Herr. Er kam mit 660 Stimmen (6,0 Prozent) auf Platz 3, "ein Ergebnis, das mich angenehm überraschte". Das zweitbeste Ergebnis fuhr mit 775 Stimmen (7,1 Prozent) Vize-Bürgermeisterin Marianne Kügler von der CDU ein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Die neuen Mitglieder des Gemeinderates Wennigsen

Die Bürger der Gemeinde Wennigsen haben bei der Kommunalwahl auch über ihren Gemeinderat abgestimmt. Die Mitglieder im Überblick.

doc6rmr3q9lzd4utitkk0t
Tausende stöbern auf dem Bauernmarkt

Fotostrecke Wennigsen: Tausende stöbern auf dem Bauernmarkt

Ihr Kontakt zur Redaktion

Jennifer Krebs:
Telefon: 05108 642 - 117
E-Mail: jennifer.krebs@haz.de