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SV Degersen steht am Scheidepunkt

Degersen SV Degersen steht am Scheidepunkt

Der SV Degersen soll die Turbulenzen der vergangenen Jahre hinter sich lassen und in die Zukunft schauen: Dafür will der neue Vorsitzende Bernhard Werner sorgen. In einer außerordentlichen Jahresversammlung wählten ihn die Mitglieder einstimmig zum Nachfolger von Denis Boller, der nicht erneut kandidierte.

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Vorsitzender Bernhard Werner (von links, Schatzmeister Torsten Kück und Trainer Lutz Requardt stehen für den Neubeginn beim SV Degersen.

Quelle: Carsten Fricke

Degersen. „Wir stehen an einem Scheidepunkt zwischen dem Ende der Existenz und dem Weitermachen“, sagte Werner nach der Wahl am Freitagabend im Vereinsheim. Die Mitglieder hätten in den vergangenen vier Jahren schwere Zeiten erlebt und die finanzielle Lage sei weiterhin problematisch, betonte er.

Den SV zu erhalten sei daher keine einfache Aufgabe. „Aber ich bin sicher, wir können das schaffen“, sprach Werner den 16 anwesenden Mitgliedern Mut zu. „Ich werde versuchen, bis Ende des Jahres eine vernünftige finanzielle Basis zu schaffen, damit dieser Verein eine Zukunft hat“, sagte er.

Unterstützt wird Werner dabei vom einstimmig im Amt bestätigten stellvertretenden Vorsitzenden Florian Garbe sowie dem neuen Schatzmeister Torsten Kück, den die Mitglieder bei einer Enthaltung wählten. Die bisherige Schriftführerin Martina Ewald stellte sich nicht erneut zur Wahl. Da sich in der Versammlung kein Kandidat für die Nachfolge fand, bleibt das Amt bis auf Weiteres unbesetzt.

Der bisherige Vorsitzende Dennis Boller, der den Verein dreieinhalb Jahre führte und sein Amt offenbar erleichtert abgab, sah gute Chancen für den Erhalt des SV. Bei seinem Amtsantritt habe er ein nahezu fünfstelliges Minus übernommen. Die Bezirksligamannschaft sei vor allem wegen hoher Spielbetriebskosten nicht mehr finanzierbar gewesen und deshalb 2013 abgemeldet worden. Inzwischen verzeichne der Verein nur noch einen niedrigen vierstelligen Fehlbetrag - und wieder steigende Mitgliederzahlen. Nach den Austritten und einem Tiefpunkt mit 209 Mitgliedern Anfang 2015 zähle der Verein nun 215 Mitglieder.

Neben dem Fußball mit Mannschaften im Seniorenbereich, bei den D-Junioren sowie - in Kooperation mit dem SV Gehrden - bei den C-Junioren, bietet der SV Kinder- und Erwachsenenturnen sowie Damen- und Rückengymnastik an.

Streit um Finanzen und Prügel

Streit um die Vereinsfinanzen, insbesondere um hohe Investitionen in die erste Fußballmannschaft und fehlendes Geld für die Sanierung des einzigen Rasenplatzes, haben den SV Degersen seit Mitte 2012 erschüttert. Fast alle Spieler der ersten Mannschaft verließen daraufhin den Verein, der Trainer trat zurück und das Bezirksligateam wurde Anfang 2013 vom Spielbetrieb abgemeldet.

Für weitere Unruhe sorgte eine Schlägerei beim Spiel der neuen Kreisklassenmannschaft gegen den TSV Wennigsen II im Mai 2014, bei dem der Degerser Spielertrainer einen Wennigser Zuschauer ohrfeigte und einer seiner Mitspieler dem Besucher mit gestrecktem Bein gegen die Brust sprang.

Beide Fußballer wurden daraufhin wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe beziehungsweise gemeinnütziger Arbeit verurteilt und vom Verein ausgeschlossen, kehrten aber kurz darauf in die Mannschaft zurück. Aus Protest gegen ihre Rückkehr verließ Jugendwartin Kerstin Holz den Verein – und mit ihr weitere Mitglieder und Jugendspieler.

Von Carsten Fricke

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