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Starkregen bringt Kläranlage an ihre Grenze

Evestorf Starkregen bringt Kläranlage an ihre Grenze

Bei extrem starken Regen stößt das Kanalnetz an seine Grenzen. Die Kläranlage ist für 17.500 Einwohner ausgelegt - das reicht für Wennigsen dicke. Trotzdem gibt es bei Dauerregen immer wieder Probleme, weil Hofflächen und Drainagen falsch angeschlossen sind.

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Der Evestorfer Ortsrat sieht sich das Einlaufbauwerk der Kläranlage an. In diesem Zulaufschacht läuft das ganze Schmutzwasser aus Wennigsen zusammen.

Quelle: Jennifer Krebs

Evestorf. Erst neulich, als es so heftig regnete, war es in Evestorf am Dorfgemeinschaftshaus wieder passiert. Wie eine Fontäne schoss das Wasser aus den Gullis und flutete den Spielplatz. Auch Bereiche mit starkem Gefälle sind dann problematisch. Dort schießt das Wasser dann über die Straßeneinläufe. Keller überfluten.

"Problematisch wird es, wenn ganz viel Wasser in sehr kurzer Zeit kommt", erklärte Klärwerksleiter André Kermbach dem Evestorfer Ortsrat, der um eine Besichtigung der Kläranlage gebeten hatte. Ortsbürgermeister Ernst Herbst hatte sich nach dem Starkregen im Frühsommer mit der Gemeindeverwaltung kurzgeschlossen und um einen Termin gebeten. Der Ortsrat will wissen, warum es immer wieder zu diesen Problemen kommt.

An der Kläranlage an sich scheint es nicht zu liegen. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren mehrere Hunderttausend Euro in ihr Klärwerk in Evestorf investiert und es von Grund auf saniert. Die Anlage war zu klein geworden und musste die Kapazitäten dringend erweitern. Pumpen wurden erneuert und ein neuer Filterrechen eingesetzt. Das zusätzliche Speicherbecken wurde gebaut. Bei trockenem Wetter schafft die Kläranlage bis zu 125 Liter Abwasser pro Sekunde, bei Regenwetter sind es auch schon mal über 170 Liter. 

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Wennigsen trennt in der Kanalisation: Schmutzwasser wird in Schmutzwasserkanälen, Regenwasser in Regenwasserkanälen abgeleitet. Die kommunale Kläranlage liegt im östlichsten Teil der Evestorfer Gemarkung an der Grenze zu Vörie. In ihr läuft  das ganze Schmutzwasser aus Wennigsen zusammen - bis auf das Abwasser aus der Wennigser Markt, das im Barsinghäuser Klärwerk gereinigt wird. Dafür ist auch Lemmie an das Wennigser Kanalnetz angeschlossen.

Die Wennigser Kläranlage ist für 17.500 Einwohner ausgelegt - "da ist noch Luft nach oben", sagte Tiefbauleiter Armin Breig von der Verwaltung. Wennigsen hat momentan knapp über 14.000 Einwohner. Trotzdem bringen heftige Unwetter die Kanalisation und ihr Schmutz- und Abwasserleitungsnetz in einigen Bereichen Wennigsens immer wieder an die Grenzen des Fassungsvermögens und darüber hinaus. "Unser Problem ist das Fremdwasser", sagte Breig. Wenn Dach- und Hofflächen oder Drainagen falsch an den Schmutzwasserkanal angeschlossen wurden, wird es bei Dauerregen eng in den Leitungen und das Wasser drückt hoch.

Die Gemeindeverwaltung hat ein Ingenieurbüro damit beauftragt, diese Fehlleitungen zu lokalisieren. Die Erhebung soll für ganz Wennigsen passieren, was dementsprechend Zeit in Anspruch nehmen werde, sagte Breig und sprach von fünf bis zehn Jahren.

Speisereste locken Ratten an

Einfach kräftig spülen und tschüss? Schon scheinbar harmloses feuchtes Toilettenpapier ist immer wieder ein großes Problem. "Es lagert sich ab und setzt die Rohre und Abwasserkanäle zu", sagt Klärwerksleiter André Kermbach und erzählt, dass erst neulich deswegen wieder eine Pumpstation verstopft gewesen ist. Zwar darf feuchtes Toilettenpapier nach Angaben der Hersteller auf den Verpackungen einfach in der Toilette heruntergespült werden. Doch diese Tücher zersetzen sich meist sehr langsam. In den Pumpstationen verwirbeln sie, drehen sich wie zu einem Strick zusammen und wickeln sich um die Pumpenwelle. Dann geht nichts mehr. Und die Gemeinde kostet die Entsorgung viel Geld und Arbeit, damit das Wasser wieder fließen kann.

Manchmal ist es kaum zu glauben, was so alles an Hygiene-Artikeln, Strumpfhosen, Windeln, Unterwäsche und Handys in der Kläranlage landet. Auch Ohrenstäbchen gehören nicht in die Toilette. Sie können im Rechen, der aus dem Abwasser eigentlich alles herausfischen sollte, was dort nicht hineingehört, durchrutschen. Bratfett verklumpt und verschließt den Abfluss. Speisereste sind ein gefundenes Fressen für Ratten, die auch auf dem Gelände der Wennigser Kläranlage herumlaufen. Wird es zu viel, "legen wir Köder aus und es ist wieder Ruhe", sagt Kermbach.

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