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Anwohner befürchten Straßenausbau

Bredenbeck Anwohner befürchten Straßenausbau

Die Tulpenstraße in Bredenbeck ist vorläufig aus dem Sanierungsprogramm der Gemeinde gestrichen und muss stattdessen möglicherweise neu ausgebaut werden. Die Bausubstanz ist so schlecht, dass eine Erneuerung der Fahrbahndecke nicht ausreicht. Wegen der Straßenausbausatzung drohen den Anliegern hohe Kostenbeteiligungen.

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Sorge um erhebliche Anliegerkosten: Christa und Joachim Putzig gründen zurzeit eine Interessengemeinschaft gegen einen möglichen Komplettausbau der Tulpenstraße. Die Fahrbahn ist zwar mit Schlaglöchern und Flickwerk übersät (siehe Bildergalerie), aber die Anwohner befürchten eine hohe Kostenbeteiligung.

Quelle: Ingo Rodriguez

Bredenbeck. Neuer Ärger wegen möglicher Anliegerbeiträge: „Es entsteht gerade eine Interessengemeinschaft gegen den Ausbau der Tulpenstraße und gegen die Kostenbeteiligung der Anlieger. Wir haben uns bereits bei anderen Initiativen informiert“, sagt Anwohnerin Christa Putzig.

Der Hintergrund: Laut Straßensanierungsprogramm der Gemeinde sollte auf der Tulpenstraße in Bredenbeck in diesem Jahr für rund 135 000 Euro die alte Fahrbahndecke abgefräst eine neue Asphaltdeckschicht aufgetragen werden. „Stattdessen gab es ab April wochenlang Kanaluntersuchungen und Kernbohrungen“, sagt Putzig. Auf Nachfrage sei ihr von der Gemeindeverwaltung hinsichtlich der Messergebnisse in einem Schreiben mitgeteilt worden, dass wegen der bereits zu schlechten Bausubstanz der Tulpenstraße eine alleinige Erneuerung der Fahrbahndecke ausscheide.

Die vorgesehene Sanierungsmaßnahme könne in der geplanten Form nicht ausgeführt werden, heißt es seitens der Gemeinde. Bei genauerer Betrachtung seien schlechtere Zustände vorgefunden worden als erwartet. Nun müsse geprüft werden, ob und wie eine Sanierung möglich sei. „Ein kompletter Straßenausbau ist derzeit nicht vorgesehen, kann aber auch noch nicht ausgeschlossen werden“, sagt ein Verwaltungsmitarbeiter.

Bei den Anwohnern schrillen die Alarmglocken: „Wir sehen die Antwort der Gemeinde als Vorankündigung einer bevorstehenden Grundsanierung“, sagt Putzig. Zwar besteht am desolaten Zustand der mit Schlaglöchern übersäten und zerfurchten Fahrbahn kein Zweifel. Aber: Nach der derzeit gültigen Satzung über die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen sei damit zu rechnen, dass die Anlieger mit bis zu 75 Prozent an den Gesamtkosten beteiligt würden, so Putzig.

An eine geringere Kostenbeteiligung glaubt sie nicht. „Auch wenn wir wegen der Zufahrt zur Grundschule ein höheres Verkehrsaufkommen haben, wird die Strecke kaum als Durchgangsstraße eingestuft. Und nur das würde eine geringere Beitragshöhe bedeuten“, sagt sie.

Putzig hofft nun, dass alle 32 Anlieger der Tulpenstraße die neue Interessengemeinschaft unterstützen. Dann gehe es darum, Einsicht in die Messergebnisse zu bekommen und von der Gemeindeverwaltung am weiteren Vorgehen beteiligt zu werden. „Zumindest können wir verlangen, dass die kostengünstigste Bauvariante gewählt wird, damit wir Anlieger nicht so viel bezahlen müssen“, sagt Putzig.

Sie steht auch in Verbindung mit der Argestorfer Interessengemeinschaft der Anlieger der Lübecker Straße. Sogar die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Rat der Gemeinde habe sie bereits über die Problematik informiert. „Ich hoffe, dass sich nach der Kommunalwahl die jeweiligen Politiker an ihre Versprechen erinnern, sich für eine gerechtere Straßenausbausatzung einzusetzen“, sagt Putzig.

Abkürzung zur 
Grundschule

Wegen der weiterhin andauernden Sanierung der Landesstraße 389 zwischen Holtensen und Bredenbeck wird die Tulpenstraße zurzeit von vielen Autofahrern als Abkürzung zur Grundschule in Bredenbeck benutzt. Nach Angaben von Anwohnerin Christa Putzig sind dort täglich bis zu 60 Fahrzeuge von Eltern zu beobachten, die ihre Kinder zum Unterricht bringen.

Grund für die beliebte Abkürzung ist die Sperrung der direkten Verbindung und die ausgeschilderte Umleitung von Holtensen über die Bundesstraße 217 nach Steinkrug und Bredenbeck. „Normalerweise fahren die Elterntaxen aus Holtensen und Evestorf über die Freiherr-Knigge-Straße zur Grundschule, aber wegen der Sperrung der L 389 geht das zurzeit nicht“, sagt Putzig. Die ausgeschilderte Umleitung über die Wennigser Straße und die Schulstraße sei aber offenbar für viele Eltern zu beschwerlich. „Die Wennigser Straße ist morgens wegen der Umleitung sehr stark befahren, vor dem Kindergarten und der Ampel bilden sich Staus, und die Schulstraße ist wegen der Aufpflasterungen unattraktiv“, vermutet Putzig.

Um schneller voran zu kommen, biegen ihren Angaben zufolge die meisten Eltern bereits an der Straße Im Felde rechts ab und fahren dann über die Tulpenstraße zur Grundschule. Viele Anwohner dieser Strecke hoffen nun auf einen schnellen Abschluss der Sanierung der L 389. „Es wird auf der schmalen Tulpenstraße von Eltern zurzeit unnötig gerast, und die völlig desolate Straßendecke wird zusätzlich belastet“, sagt Putzig.

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Fotostrecke Wennigsen: Anwohner befürchten Straßenausbau

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