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Wasserpark: Neues Bündnis gegen Finanzdefizite

Wennigsen Wasserpark: Neues Bündnis gegen Finanzdefizite

Nach der Kritik eines CDU-Ratsherrn am Werbekonzept für den Wasserpark wollen Kommunalpolitiker, Tourismus-Service und Trägerverein künftig enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, in Zukunft die regelmäßigen finanzielle Verluste möglichst zu minimieren.

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Schon wieder eine notwendige Investition: Im Nichtschwimmerbereich muss für rund 50 000 Euro eine neue Folie eingebaut werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Die Vorwürfe sind ausgeräumt, die Kritik ist verstummt – und alle beteiligten Akteure üben den Schulterschluss: Der Trägerverein des Wasserparks ist bereit, in die politischen Gremien ein beratendes Mitglied zu entsenden, der Tourismus-Service will weiter Anregungen an die ehrenamtlichen Betreiber geben und Ratsherr Anselm Borrmann ist mit seiner Kritik zurück gerudert: „Es geht mir nicht darum, an der Vergangenheit zu rütteln, sondern darum, gemeinsam im Ausschuss Zukunft zu gestalten“, sagte Borrmann jetzt im Finanzausschuss.

Den versöhnlichen Worten waren kritischere Töne vorangegangen: Borrmann hatte zwei Wochen zuvor angesichts überschaubarer Besucherzahlen das Werbekonzept für das Naturbad infrage gestellt – eine Dienstleistung des Tourismus-Service, für das die Gemeinde seit acht Jahren Geld bezahlt. Hintergrund der Kritik im Finanzausschuss: Das hoch verschuldete Wennigsen finanziert die Betriebskosten des Naturbades mit 100 000 Euro pro Jahr. Für Reparaturen sind darüber hinaus jetzt rund 50 000 Euro nötig. Rücklagen kann der Wasserpark mit Eintrittsgeldern nicht bilden. Deshalb hatte Borrmann mehr Werbung gefordert, um mehr Gäste anzulocken.

Die Kritik an unzureichender Öffentlichkeitsarbeit haben Henrik Heüveldop und Amirah Adam vom Tourismus-Service jetzt im gleichen Ausschuss mit einem eindrucksvollen Rechenschaftsbericht zurückgewiesen: Kostenlose Werbung in Deistertagsbroschüren mit einer Auflage von rund 15 000 Exemplaren, touristische Auftritte auf Messen, Märkten, bei Infoabenden, Entdeckertagen, Sportevents, Open-Air-Kinos und Konzerten. Und: Im Sommer die dritte Spaßbootregatta im Wasserpark. „Außerdem haben 2015 genau 133 Gäste bei Segway-Touren am Wasserpark Halt gemacht“, so Adam. Sie betonte jedoch auch: Für die Infrastruktur und für die Preisgestaltung sei der Trägerverein zuständig. Anregungen des Tourismus-Services habe es mit Blick auf Nachbarkommunen bereits gegeben. Heüveldop legte nach: „Der Tourismus-Service kann weder das Wetter noch die Wasserqualität beeinflussen.“ Das Duo will an seinem Konzept festhalten.

Am Willen des Trägervereins soll die künftige Zusammenarbeit nicht scheitern. Das betonte der zweite Vorsitzende Martin Dankert: „Wir wollen mehr miteinander ins Gespräch kommen und über Pläne reden“, sagte er im Finanzausschuss. Und die Ausschussvorsitzende Renate Nimmrich regte sogleich eine gemeinsame Sitzung an.

CDU-Ratsherr Borrmann hatte das alles versöhnlich gestimmt: „Wir sollten die Konzepte besprechen. Es wäre bedauerlich, wenn das tolle Bad ein Zuschussgeschäft bleiben würde“, sagte er. Fraktionskollege Hans-Heinrich Warnecke sah das ähnlich: Es müsse verständlich sein, dass ein Finanzausschuss Wege suche, Finanzdefizite zu beheben. Nur der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Kropp stimmte nicht in die harmonischen Töne ein: „Ich schätze die Dienstleistung des Tourismus-Service sehr und konnte die herbe Kritik nicht nachvollziehen“, sagte er kopfschüttelnd.

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