Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Viertklässler freuen sich über Urkunden

Wennigsen Viertklässler freuen sich über Urkunden

Vom Beckenrand springen, Tauchen und springen wie ein Delphin: Rund 50 Viertklässler der Grundschule Wennigsen haben am Landeswettbewerb „Niedersachsen schwimmt“ vom Landesschwimmverband Niedersachsen (LSN) teilgenommen, der den Kindern die Angst vorm Aufenthalt im Wasser nehmen soll.

Voriger Artikel
Schüler stellen sich den Konflikten
Nächster Artikel
Die Bestimmerin geht in den Ruhestand

Vierklässler mit den Urkunden vom Schwimmwettbewerb der Grundschule Wennigsen.

Quelle: Lisa Malecha

Wennigsen. Mit dem jährlich stattfindenden Wettbewerb will der Verband eine Plattform schaffen. Schülern - egal ob Nichtschwimmer oder Schwimmer - soll spielerisch das nasse Element nahe gebracht, Freude am Bewegen im Wasser vermittelt und damit ein Beitrag gegen die steigende Anzahl an Nichtschwimmern geleistet werden. „Das hat mich besonders an dem Wettbewerb gereizt: Dass jedes Kind mitmachen kann, egal wie gut es schon schwimmen kann“, sagt Schwimmlehrerin Stefanie Franz

Ziel des Wettbewerbs ist es, in zwölf Kategorien insgesamt 2015 Punkte zu erreichen. Jede Gruppe, die das schafft, bekommt eine Chance auf einen der zehn Pokale. „Die Punktzahl ist so angesetzt, dass eigentlich jede Kindergarten- und Grundschulgruppe sie erreichen kann“, sagt Dennis Yaghobi vom LSN. Dennoch stelle er immer wieder fest, dass nicht alle Gruppen die geforderte Mindestpunktzahl erreichen, obwohl sie eigens dafür konzipiert wurde, um Kindern die Angst vorm Wasser zunehmen und Spaß am Schwimmen zu vermitteln.

„Ihr habt euch aber alle super geschlagen“, sagt er den Schülern der Klassen 4b und 4c - diese hatten jeweils weit mehr als 3000 Punkte erreicht und durften am Losverfahren teilnehmen. „Die Klasse 4c zählt zu den zehn Gewinnern“, sagte Yaghobi und überreichte den Schülern Urkunden und einen kleinen Pokal.

„Jetzt müsst ihr weiter üben, damit ihr nicht alles wieder verlernt“, forderte er. Doch das ist laut Justus (10) überhaupt kein Problem. „Der Wettbewerb hat Spaß gemacht, aber ich fand alles einfach“, sagt der Viertklässler. „Ich habe schon schwimmen gelernt als ich noch ein kleines Kind war.“

Von Lisa Malecha

Mit dem Seepferdchen ist es noch lange nicht getan

Bei weitem nicht alle Grundschüler können schwimmen. Woran das liegt und was dagegen getan werden kann, erklärt Dennis Yaghobi (33) vom niedersächsischen Landesschwimmverband im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Lisa Malecha.

Immer häufiger können selbst Neun- bis Zehnjährige nicht richtig schwimmen. Woran liegt das?

Zum einen gibt es immer weniger Möglichkeiten, Schwimmen zu lernen, weil immer mehr Bäder schließen müssen. Viele Bäder die noch existieren sind auch reine Spaßbäder, die zum Schwimmenlernen gar nicht ausgelegt sind, da das Wasser den Kindern nur bis zur Hüfte oder zum Hals reicht. Auch an den Schulen gibt es immer weniger Möglichkeiten Schwimmunterricht anzubieten, da Bäder weit entfernt sind oder das Personal fehlt. Ein weiteres Problem ist, dass in vielen Kulturkreisen das Wasser keinen so hohen Stellenwert hat und die Eltern mit daher häufig nicht verstehen wie wichtig der Schwimmunterricht ist.

Warum muss diesem Trend entgegengewirkt werden?

Gerade im Urlaub zieht es viele Familien doch ans Wasser – sei es ans Meer, an der Pool oder an einen Badesee. Doch dort können die Eltern und auch die Rettungsschwimmer nicht die ganze Zeit jedes Kind im Auge behalten. Daher müssen die Kinder wissen, was sie tun wenn sie mal weiter vom Ufer weg sind. Außerdem ist Schwimmen ein wichtiges Kulturgut, dass erhalten werden muss.

Ist es eher Aufgabe der Eltern oder der Schulen, den Kindern Schwimmen beizubringen.

Alleine ist Niemand dieser Aufgabe gewachsen. Deshalb ist es wichtig, dass Schulen, Eltern und Vereine eng zusammenarbeiten. Der Sportunterricht wird immer wieder drastisch gekürzt, da ist es klar, dass die Schule alleine die Aufgabe nicht bewältigen kann. Eltern könnten sich meiner Meinung nach auch verstärkt schon im Kindergarten für Schwimmunterricht engagieren und beispielsweise als Betreuungsperson mitfahren.

Ab wann ist ein Kind ein sicherer Schwimmer?

Mit dem Seepferdchen ist es sicherlich noch lange nicht getan – das reicht einfach nicht aus. Dieses Abzeichen ist eigentlich nichts anderes als ein Zertifikat für die absolvierte Wassergewöhnung. Die Kinder lernen zwar, wie sie sich eine Bahn lang irgendwie über Wasser halten können, das hat allerdings mit Schwimmfähigkeit nicht viel zu tun. Wer sich ohne größere Gefahr in Gewässern aufhalten will, der sollte schon mindestens sein Bronze-Abzeichen machen. Erst dann kann die Rede davon sein, dass ein Kind schwimmfähig ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smpw4f14c31f5e43er2
Weihnachtsmarkt ist wieder ein Familienfest

Fotostrecke Wennigsen: Weihnachtsmarkt ist wieder ein Familienfest

Ihr Kontakt zur Redaktion

Jennifer Krebs:
Telefon: 05108 642 - 117
E-Mail: jennifer.krebs@haz.de