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Vorschläge bitte: Trafo soll Hingucker werden

Wennigsen Vorschläge bitte: Trafo soll Hingucker werden

Wie ideenreich sind die Wennigser? Die Avacon will ihre triste Trafostation an der Hülsebrinkstraße verschönern. Motivvorschläge sollen von den Bürgern kommen.

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Der grau-grüne Verteilerkasten ist noch alles andere als ein Hingucker. 

Quelle: Jennifer Krebs

Wennigsen. Trafohäuschen und Kabelverteilerschränke sind aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Sie gehören dazu wie Straßenlaternen oder Verkehrsschilder. Mithilfe von professionellen Fassadenmalern macht die Avacon aus ihren elektrischen Verteilerkästen richtige Hingucker. Aus der grau-grünen Trafostation an der Hülsebrinkstraße/Ecke Pfingstanger soll ein buntes Kunstwerk werden, "und die Wennigser dürfen bestimmen, wie das Motiv aussehen soll", sagt SPD-Rats- und Ortsratsfrau Hannelore Nimmrich. Sie kontaktierte den Netzbetreiber und schob die Aktion an.

Die Trafostation an der Hülsebrinkstraße wäre die erste in Wennigsen, die bunt bemalt wird. Die Lage ist exponiert. Die Hülsebrinkstraße führt bis hoch zum Wald, viele Ausflügler, Spaziergänger und Radfahrer sind dort unterwegs. Von der Bank neben der Trafostation hat man einen sehr schönen Blick über Wennigsen.

Idee ist es, den unansehnlichen Kasten nicht einfach nur bunter zu gestalten, das Motiv sollte passen und örtliche Bezüge herstellen - vielleicht Bienenstöcke oder irgendetwas, was mit dem Steinkohlebergbau im Deister zu tun hat. Die Trafostation stünde an einem Ort mit ganz viel Historie, sagt Nimmrich. Das Haus dahinter war früher einmal eine Imkerei. Der Weg nebenan führte zu den Bergwerken im Deister.

Vorschläge nimmt Melissa Martini von der Gemeinde per E-Mail an m.martini@wennigsen.de und unter der Telefonnummer (05103) 700785 entgegen. In seiner Sitzung im August will der Ortsrat über ein Motiv entscheiden.

Ganz viel Geschichte für viele Motivideen

Die Trafostation an der Hülsebrinkstraße steht vor der ehemaligen Imkerei am Waldkater, der ersten, die es in Wennigsen gab. "Der Weg zum Waldkater war der Abfuhrweg der Steinkohle aus dem Deister in den Ort Wennigsen und weiter über die Sorsumer Straße nach Hannover", sagt Hobbyhistoriker Winfried Gehrke. Der Dicke Stein von 1828 vor dem Amtsgericht am Anfang der Hülsebrinkstraße war ein Wegweiser zu den Kohlebergwerken.

"Die ersten Häuser am Waldkater waren Bergarbeiterhäuser", so Gehrke. Die Bergarbeiter siedelten dort, um näher an der Arbeitsstätte zu sein. Daraus hätte sich im frühen 19. Jahrhundert der Ortsteil mit Gaststätte entwickelt. Mit Beginn der Wanderbewegung um 1900 wurde der Waldkater auch touristisch interessant. Ein Förderer dieser Bewegung, der sich auch für den Ausbau der Wanderweg einsetzte, war der königliche Forstmeister Bank. Nach ihm wurde die Kastanienallee sowie die Grotte in der Nähe des Waldkater-Wanderparkplatzes benannt.

Die Münder Heerstraße oberhalb des Pfingstangers "ist eine historische Deisterüberquerung, bevor es die jetzige B 217 und B 65 gab", sagt Gehrke. Auf diesem Weg seien auch die Söltjer, die Salzhändler aus Münder mit ihren Kiepen über den Deister bis nach Hannover gewandert.

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