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Wald-Wohnen: Glashütte wir zum Baugebiet

Steinkrug Wald-Wohnen: Glashütte wir zum Baugebiet

Wennigsens kleinster Ortsteil Steinkrug bekommt auch das kleinste Baugebiet: Auf der Glashütte könnten sieben oder acht eingeschossige Einfamilienhäuser entstehen.

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15 Meter hoch: der Glashüttenturm. Als das Bauwerk innen zu marode ist, musste es gesperrt werden. Mindestens 100.000 Euro würde es kosten, nur die Außenhaut zu sanieren.

Quelle: Jennifer Krebs

Steinkrug. Am Donnerstag soll der Rat den Bebauungsplan Nr. 18 "Auf der Glashütte" abschließend beraten. Das Verfahren läuft seit fünf Jahren. Die Freiherr Knigge'sche Miteigentümerschaft hat den B-Plan in Auftrag gegeben und bezahlt ihn auch. Ihr gehört das Gelände gegenüber dem Hotel Steinkrug. Seit 1987 ist das Areal ein Industriedenkmal.

An der Glashütte in Steinkrug gibt es bereits eine kleine Siedlung mit ehemaligen Arbeiterhäusern. Das alte Laborgebäude und die Vogelschutzwarte sollen abgerissen werden, damit dort neu gebaut werden kann. In der Steinkrüger Glashütte wurde bis 1928 Glas für die Aufbewahrung von Lebensmitteln und für medizinische Zwecke gebrannt. Die Vogelschutzwarte war damals noch keine Vogelschutzwarte, in der die Höhlenbrüter untersucht wurden, "sondern das Verwaltungsgebäude der Glashütte, wo der Direktor wohnte", erzählt Knigge-Geschäftsführer Ralf Schickhaus. In den Achtzigerjahren befand sich dort eine Nistkastenfabrik.

Auf der Glashütte "wollen wir gehobenes Wohnen in Einfamilienhäusern möglich machen", kündigt Schickhaus an. Das Ambiente wird der historischen Umgebung angepasst, Ziegelmauerwerk in roten bis rotbraunen Farbtönen. Zunächst will die Knigge'sche Miteigentümerschaft das Entrée herrichten. Dann will sie peu à peu kleine Flächen entwickeln und vermarkten. "Inzwischen haben wir einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde geschlossen, der die Ausgleichsflächen regelt", sagt Schickhaus.

Die untere Waldbehörde und die Region Hannover haben im Beteiligungsverfahren aus Sicherheitsgründen zwischen den Gebäuden und dem angrenzenden Wald einen Abstand von mindestens 30 Metern gefordert. Dieser Abstand wird allerdings bereits jetzt durch bestehende Gebäude unterschritten. Die Siedlung besteht schon seit über 200 Jahren. "Damals gab es noch keine Vorgaben, was den Abstand zum Wald angeht", sagt Schickhaus. Kompromiss: Zur Gefahrenminimierung haben Gemeinde und Grundstückseigentümer den Vorschlag des Forstamtes Fuhrberg aufgegriffen und vereinbart, dass im Abstand von 30 Metern zu den vorhandenen und geplanten Gebäuden der bestehende Wald zu einem "gestaffelten Waldrand" aus Sträuchern und kleineren Bäumen umgebaut wird.

Wieder Konzerte 
im Glashüttenturm?

Führungen zur Glashütte bietet der Bredenbecker Heimatverein immer mal wieder an. Für eine richtige touristische Nutzung bräuchte es aber einen Investor. Und ein stimmiges Konzept. Am Kegel, so die Idee, könnten die "historisch verbürgten Anbauten" wieder errichtet werden. Der
 15 Meter hohe Turmbrennofen steht als einziger noch. Früher gab es ringsum Häuser, in die die heißen Flaschen zum Abkühlen gelegt wurden. Für Veranstaltungen bräuchte man Toiletten, Sozialräume und Platz fürs Catering. Der Rauchgaskegel "hat eine ganz wunderbare Akustik", sagt Betriebsleiter Ralf Schickhaus von der Knigge-Eigentümerschaft. Er selbst wurde dort vor 30 Jahren getraut. Bis vor 25 Jahren fanden in dem Turm Kammerkonzerte statt, bevor die Substanz innen so marode wurde, dass das Bauwerk gesperrt werden musste.

Ein Grafikbüro zieht 
in die alte Glasbläserei

Wie auch immer das neue Baugebiet später aussehen wird: "Jetzt sind wir erst einmal dabei, die alte Glashütte selbst herzurichten", sagt Betriebsleiter Ralf Schickhaus. Zuletzt genutzt von einem Gartenbaubetrieb, stand das Gebäude lange leer, bevor sich nun ein neuer Mieter für die 800 Quadratmeter fand. In der ehemaligen Glasbläserei und Hafenstube eröffnet im November ein Werbe-Grafikbüro mit Druckerei. Die Freiherr Knigge'sche Miteigentümerschaft nimmt viel Geld in die Hand, um das Gebäude zu erhalten, zu reparieren und für ein Unternehmen wieder herzurichten. "Alle Arbeiten sind eng mit dem Dankmalschutz geplant", sagt Schickhaus. Die ehemalige Glasbläserei ist 150 Jahre alt, der Kegel selber noch mindestens 30 Jahre älter.

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