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Kalte Dusche für elf Mieter

Wennigsen Kalte Dusche für elf Mieter

Weil ein Hauseigentümer aus Wennigsen offenbar nur Teile seiner Erdgasrechnung beglichen hat, mussten elf Mietparteien in zwei Mehrfamilienhäusern vier Tage ohne warmes Wasser auskommen - darunter auch zwei schwangere Frauen und Kinder. Mehrere Mieter erwirkten beim Amtsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Gashahnsperre.

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Erfolgreicher Protest: Noch bevor das Amtsgericht die Freigabe der Gasleitung angeordnet hatte, gab es in den Häusern wieder warmes Wasser.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. Ein Gerichtsvollzieher hatte wegen ausstehender Zahlungen des Vermieters den Gashahn abgedreht. Immerhin: Es hätte schlimmer kommen können. Schließlich ist Hochsommer, und in den beiden Mehrfamilienhäusern am Minna-Schild-Weg wird zurzeit die Gasheizung nicht benötigt. „Im Winter wäre es fatal gewesen“, sagt eine Mieterin. Sie will wie alle Hausbewohner ihren Namen nicht nennen. Der Zorn ist aber nicht vorbei. „Mein Sohn hat sich geschämt, weil er bei seiner Cousine duschen musste“, sagt eine Mutter verärgert. Im gleichen Haus schüttelt eine schwangere Frau verständnislos den Kopf. „Kalt abwaschen ist okay, aber kalt duschen ist nicht witzig, wenn man pünktlich seine Miete und Abschläge zahlt.“

Für die elf Mieter der beiden Häuser war es am 7. Juli auch sprichwörtlich eine kalte Dusche: Sie waren ahnungslos, als sich ein Gerichtsvollzieher mit einem Techniker Zugang zum Keller verschaffte und die Gasleitung abklemmen ließ. Eine Mieterin hat inzwischen nach eigenen Angaben beim Energieversorger Eon Avacon herausgefunden, dass die KH-Immobiliengesellschaft als Hauseigentümerin und Vermieterin offenbar nur Teile der Gasrechnung beglichen hat - nicht aber die fällige Erhöhung.

Weil trotz heftiger Proteste bei der Immobiliengesellschaft einen Tag später immer noch kein warmes Wasser zu Verfügung stand, erwirkten mehrere Mieter beim Amtsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Gashahnsperre - erfolgreich, aber unnötig. „Bevor der Erlass wirksam war, gab es wieder Warmwasser“, sagt ein Mieter. Er hat sich mit einem Rechtsanwalt beraten und will nachträglich einen Anteil der Mietzahlung zurück halten. Das gleiche hat eine Nachbarin nach Rücksprache mit dem Mieterschutzbund vor.

Immerhin ist die Immobiliengesellschaft nach eigenen Angaben „sehr betroffen“. Vom 7. Juli um 16 Uhr bis zum 10. Juli um 12 Uhr habe kein Warmwasser zur Verfügung gestanden, räumt die Geschäftsführung ein. Zu den Gründen will man sich noch nicht äußern. Die Geschäftsführer seien zum Zeitpunkt der Vorfälle nicht vor Ort gewesen. Deshalb werde jetzt mit der Hausverwaltung recherchiert, wie es dazu kommen konnte. Den Mietern sei Aufklärung zugesichert worden.

Eine Bewohnerin sagt, was viele Mieter denken: „Wir fühlen uns hier sauwohl, aber keiner kümmert sich um irgend etwas.“

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