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Statue weist Wanderern den Weg in den Deister

Wennigsen Statue weist Wanderern den Weg in den Deister

Eine Skulptur aus dunklem Holz steht neuerdings am Waldkater in Wennigsen. Sie zeigt zwei Menschen, die Rücken an Rücken stehen und in unterschiedliche Richtungen schauen. Die Figur gehört zu einem Projekt des Springer Künstlers Andreas Rimkus.

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Quelle: Insa Hagemann (Symbolbild)

Wennigsen. Doch was hat es mit dem Objekt auf sich? „Wir wollen damit den Deister attraktiver und spannender machen, denn die Wanderwege werden von den Anrainern nur noch wenig genutzt“, sagt er. „Gleichzeitig soll die Statue für einen gelenkten Tourismus sorgen.“ Feste Routen sollen Wanderern die Orientierung erleichtern und sie auf den vorgegebenen Wegen halten.

Mithilfe der Skulpturen will Rimkus in den nächsten Jahren vier weitere sogenannte Interkontinentalwege im Deister ausweisen - einen für jeden Kontinent. Damit soll der Höhenzug als soziales Hindernis überwunden werden. „Berge und Flüsse trennen Menschen“, sagt Rimkus. „Die Statuen sollen eine Verbindung schaffen.“

Der erste Interkontinentalweg verbindet demnach Wennigsen mit Springe. Zwei weitere Statuen sollen am Taternpfahl und der Wöltjebuche aufgestellt werden - auch als Aufwertung, denn „an diesen Stellen ist sonst eh nichts zu sehen“, sagt der Künstler. Auf der Springer Seite des Deisters soll ein Gedenkstein an die Wöltjebuche erinnern, der Taternpfahl markiert einen damaligen Pflichtlagerplatz für Zigeuner, die in früheren Jahrhunderten von Wennigsen in Richtung Springe unterwegs waren.

Die Skulpturen sind von zwei afrikanischen Künstlern erschaffen worden. Hiwame und Doufougou Konate sind aus Burkina Faso nach Springe gekommen, um unter anderem während des interreligiösen Kunstprojekts „Afrika meets Springe“ ihre Fähigkeiten beim Holzschnitzen zu zeigen. „Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt“, sagt Rimkus. „Hiwame und Doufougou verdienen dort am Tag etwa einen Euro.“ Mit dem Verkauf weiterer Skulpturen, welche die Brüder aus Afrika mitgebracht haben, hätten sie jeweils ihre Kinder zur Schule schicken, einen Brunnen bauen, ihre Häuser fertigstellen und sich ein Moped zulegen können, berichtet Rimkus.

Der Springer Künstler freut sich für die Brüder. „Wenn mehr Menschen solche Aktionen organisieren würden, könnte das die Armut in Afrika drastisch reduzieren.“ Nun hofft er, dass sich das Projekt auch für den Tourismus am Deister auszahlt.

Von Nils Oehlschläger

Holzschnitzer aus Afrika machen sich einen Namen

Der Schmiede- und Ideenkünstler Andreas Rimkus hat sich vorgenommen, einen bundesweit einmaligen Kontinentalweg Afrika aus Holz- und Steinskulpturen im Deister anzulegen. Damit soll der bewaldete Höhenzug zu einem kreativen Erlebnisraum aufgewertet werden. Rimkus ist in der Deisterregion seit vielen Jahren aktiv. Im Jahr 2005 initiierte er seine Zukunftsschmiede, die im August 2014 auch in Sorsum und Empelde Station machte, in Kooperation mit dem Wennigser Verein Die Kulturmacher.

Im vergangenen Jahr machten auch die Schmiede und Holzschnitzer Doufougou und Hiwame Konate aus Burkina Faso auf sich aufmerksam. Bei einem afrikanischen Fest auf der begrünten Kalihalde in Empelde stellten sie die imposante Skulptur Feuervogel vor, geschnitzt aus einem Eichenstamm aus dem Deister. Das Objekt steht mittlerweile an der Wöltjebuche mitten im Wald. Darüber hinaus fertigen die Brüder aus Burkina Faso bei Andreas Rimkus, auf seinem Ateliergelände in Springe, Masken und Holzplastiken an.

Dort arbeiten sie auch mit Kindern, die in den Ferien auf Einladung des Kinderschutzbundes Erlebniswochen in Rimkus’ Werkstatt verbringen. Jetzt haben die beiden Afrikaner den Auftrag, eine interreligiöse Gedenkstätte für den Waldfriedhof Sophienhöhe in Springe zu schaffen – ebenfalls aus Deistereiche. In Verbindung mit Edelstahl sollen Symbole verschiedener Religionen entstehen.

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Von Redakteur Nils Oehlschlaeger

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