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Die rote Laterne ist im Anflug auf Wennigsen

Wennigsen/Gehrden Die rote Laterne ist im Anflug auf Wennigsen

Seit dem Frühjahr 2014 ist Wennigsen die kleinste Kommune in der Region Hannover. Nun will Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann die rote Laterne, die zuvor in ihrem Rathaus stand, auch endlich symbolisch an ihren Amtskollegen Christoph Meineke übergeben.

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Die Rote Laterne, die über viele Jahre auf dem Schreibtisch von Pattensens ehemaligem Bürgermeister Günther Griebe stand, wird demnächst nach Wennigsen umziehen.

Quelle: Tobias Lehmann

Wennigsen/Gehrden. Angekommen ist sie noch nicht im Wennigser Rathaus. Aber Bürgermeister Christoph Meineke wird sich wohl darauf einrichten müssen, dass seine Amtkollegin Ramona Schumann aus Pattensen demnächst mit einer roten Laterne in seinem Amtszimmer stehen wird. Die hatte 18 Jahre lang ihren festen Platz im Pattenser Rathaus - als Zeichen dafür, dass die Stadt die kleinste Kommune in der Region Hannover war. Doch bereits im Frühjahr 2014 zog Pattensen von der Einwohnerzahl an Wennigsen vorbei. Und das möchte Schumann nun auch mit der Übergabe der symbolischen Laterne an Meineke verdeutlichen, die dem damaligen Pattenser Bürgermeister Günther Griebe 1996 übergeben wurde.

Der Wennigser Verwaltungschef sieht dem Besuch seiner Kollegin relativ gelassen entgegen. Zwar dürfte er nicht ganz unglücklich darüber gewesen sein, dass Schumann von ihrem ursprünglichen Plan abgesehen hat, die Laterne beim Neujahrsempfang in Pattensen Ende Januar vor großer Zuschauerkulisse an Meineke zu übergeben. Doch davon abgesehen misst er dem inoffiziellen Titel auch nicht allzu viel Bedeutung bei. "Unsere Stärken liegen in der landschaftlichen Schönheit und der guten Verkehrsanbindung", sagt Meineke. "Daher müssen wir auf ein vernünftiges Wachstum achten und nicht auf die reine Größe. Durch den demografischen Wandel benötigen wir ganz neue Wohnflächen - zentrumsnah und barrierefrei."

Dieser Wachstum wurde in Wennigsen zuletzt allerdings gebremst, weil die Gemeinde kaum geeigneten Flächen besitzt, auf denen sie Baugebiete ausweisen kann. Zudem zogen sich Projekte wie die Bebauung des Klostergrundes, die nun bei einem Notartermin am 4. März auf den Weg gebracht werden soll, lange hin. Andere - wie die Nachnutzung der ehemaligen Polizeischule in der Wennigser Mark - sollen erst in den kommenden Wochen und Monaten angegangen werden. Und in Degersen kollidiert die geplante Wohnbebauung derzeit mit den Plänen der Regionsversammlung, das Landschaftsschutzgebiet bis an den Ortsrand zu erweitern.

Während die etwa 15 Kilometer Luftlinie entfernte Nachbarkommune in den vergangenen beiden Jahren vor allem durch die neuen Baugebiete in Pattensen-Mitte um 380 Einwohner oder umgerechnet 2,7 Prozent zulegen konnte, lag das Wachstum in Wennigsen bei bescheidenen 0,3 Prozent. Und sogar die Stadt Gehrden, die in der Tabelle der kleinsten Regionsgemeinden auf dem drittletzten Platz liegt, muss inzwischen schon ein wenig besorgt in den Rückspiegel schauen: Binnen zwei Jahren ist der Vorsprung auf Pattensen von 590 auf 310 Einwohner geschrumpft. Doch auch in der Burgbergstadt tut sich inzwischen einiges. Die letzten amtlichen Zahlen aus dem Sommer 2015 berücksichtigen noch nicht das Baugebiet Großes Neddernholz mit 90 Grundstücken. Zudem sind weitere Flächen im Gehrdener Osten sowie kleinere Grundstücke in den Ortsteilen in Vorbereitung oder Umsetzung.

Doch derartiges Wachstum bleibt nicht ohne Folgen - und wird deshalb nicht zuletzt von Meineke durchaus kritisch gesehen. "Neue Bürger sind für Kommunen wegen der nötigen Infrastruktur ein sehr teures Geschäft", sagt er. Denn der durch den Zuzug benötigte Ausbau von Kindertagesstätten und Schulen stellt die Kommunen nicht selten vor erhebliche Schwierigkeiten. Das macht sich auch in Pattensen bemerkbar, wo Kritiker darauf verweisen, dass es vor allem in der Grundschule Pattensen bereits ziemlich eng werde.

Für diese Probleme wird in den kommenden Jahren auch Ramona Schumann mit ihrer Verwaltung die richtigen Lösungen finden müssen. Zunächst aber hat sie noch einen wichtigen Termin. Den Besuch bei ihrem Amtskollegen Christoph Meineke - mit der roten Laterne im Gepäck.

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