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Sie sind gekommen, um zu bleiben

Wennigsen Sie sind gekommen, um zu bleiben

Asylantrag bewilligt, der neue Status lautet: anerkannter Flüchtling. Was nun kommt ist die Suche nach Arbeit und einer eigenen Wohnung, weil ab sofort das Jobcenter und nicht mehr die Gemeinde für sie zuständig ist.

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Auf der Suche nach einer Wohnung: Anerkannte Flüchtlinge müssen sich selbst darum kümmern.

Quelle: Ole Spata

Wennigsen. Die Wennigser Flüchtlingshelfer haben einen Arbeitskreis mit der Gemeinde gegründet, um noch enger im Dialog zu sein. In der Zusammenarbeit "müssen viele Details geklärt werden", sagt Betreuer und Integrationslotse Jürgen Welk.

Worüber momentan im Arbeitskreis viel gesprochen wird: Dürfen die Flüchtlinge bleiben und sind anerkannt, fallen sie nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde. Ihre Betreuung geht an das Jobcenter über. Mit der Konsequenz, dass sie aus den gemeindeeigenen Wohnungen raus und eine eigene Bleibe finden müssen. Wer als Flüchtling anerkannt ist, muss sogar nachweisen, dass er eine Wohnung sucht. "Wie auch immer das gehen soll ohne Telefon geschweige denn Internet", sagt Flüchtlingshelfer Welk. Ganz zu schweigen von den mitunter nur geringen Deutschkenntnissen. "Eine schwierige Situation", sagt Welk.

Während Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern wie dem Balkan, Algerien, Marokko und teilweise auch Afghanistan mit 90-prozentiger Sicherheit wieder zurück müssen, hat der andere große Teil der Flüchtlinge eine Chance auf Anerkennung. In Wennigsen haben etwa 30 Flüchtlinge diesen Status vor Kurzem bekommen. Gerade jetzt, wo kaum noch Asylbewerber nach Deutschland kommen, scheinen die Anträge nach und nach abgearbeitet zu werden.

Die Welcome-Initiative will dabei helfen, Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge zu finden. Gebraucht werden diese sowohl für große Familien als auch für alleinstehende Männer, sagt Welk. Vermieter können sich über die Internetseite welcome-wennigsen.de an die Initiative wenden.

Allein gelassen mit dem System?

Erst seit einigen Tagen betreut Integrationslotse Jürgen Welk einen Iraker. Wie die meisten Flüchtlinge hat auch er einen anstrengenden Weg hinter sich. Der Kurde lebt seit einem halben Jahr in Bredenbeck. Nun durfte er seine Familie nachholen - seine Frau und acht Kinder. Die Familie gehört zu den Jesiden, die verfolgte religiöse Minderheit im Irak.

Nun müssen Sozialhilfe und Kindergeld beantragt werden. Die Kinder sollen in die Schule. Betreuer Welk unterstützt so gut es geht. Die Verständigung ist schwierig, weil die Familie nur kurdisch spricht. Es sind Analphabeten. Der Iraker hat schon Behördentermine versäumt, weil er die Schreiben schlichtweg nicht lesen konnte. "Diese Menschen werden mit unserer Bürokratie allein gelassen", sagt Welk.

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