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Werden zwei Schwarzkiefern zum Härtefall?

Holtensen Werden zwei Schwarzkiefern zum Härtefall?

Gefährden zwei Schwarzkiefern die Zukunft des Friedhofs in Holtensen? Das sieht angesichts sinkender Bestattungszahlen der Kirchenvorstand so. Die Bäume sollen gefällt werden, weil die Wurzeln Wege und Gräber beschädigen – und kiloweise Nadeln abwerfen. Der Ortsrat prüft nun die Baumschutzsatzung.

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Problembäume: Friedhofsmitarbeiter Ralf Garbe wirft einen kritischen Blick auf die mächtigen Schwarzkiefern am Wegesrand der Ruhestätte. Das Wurzelwerk der Bäume hinterlässt im Asphalt des angrenzenden Weges (Bild unten) aus Sicht des Kirchenvorstandes gefährliche Stolperfallen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Holtensen. Die Wunsch des Vorstands der Kirchengemeinde Holtensen-Bredenbeck ist indes nicht neu. Erst kürzlich hatte sich jedoch der Umweltausschuss der Gemeinde Wennigsen gegen den Antrag auf eine Fällung der beiden mächtigen Schwarzkiefern ausgesprochen – mit dem Verweis auf die Baumschutzsatzung und den notwendigen Erhalt von wertvollen Lebensräumen.

In der Sitzung des Ortsrates Holtensen kam der Antrag noch einmal auf den Tisch: „Weil der Ortsrat in Ausnahmefällen noch zustimmen kann“, sagte Ortsbürgermeister Wilhelm Subke. Auch deshalb war Dirk Zabel aus dem Kirchenvorstand in die Sitzung gekommen – um dem Wunsch der Kirche Nachdruck zu verleihen. „Das Thema beschäftigt uns sehr. Wir bitten, dem Entfernen der Bäume zum nächsten Winter zuzustimmen“, sagte Zabel.

Vor dem Hintergrund sinkender Bestattungszahlen und erheblicher Konkurrenz des Ruheforstes in Bredenbeck mache sich der Kirchenvorstand seit längerer Zeit intensiv Gedanken darüber, wie sich der Friedhof attraktiver und zukunftsfähig gestalten lasse. Bestandteile des Konzepts seien nicht nur die abgeschlossene Kapellensanierung sowie die inzwischen möglichen anonymen Bestattungen auf einer Friedwiese mit geringem Grabpflegeaufwand. „Wir haben auch fünf neue Bäume gepflanzt“, so Zabel.

Der Vorstand ist nach seinen Angaben dabei, ein neues Gesamtkonzept umzusetzen. Die Begleiterscheinungen der Kiefern seien ein permanenter Kritikpunkt von Angehörigen und Friedhofsmitarbeitern hinsichtlich der Grab- und Grundstückspflege – auch vor dem Hintergrund von Nadel- und Zapfenabwurf. Zabel erläuterte auch noch einmal die offizielle Begründung der Kirche: Demnach hebe das mächtige Wurzelwerk den Asphalt des Weges an und hinterlasse gefährliche Stolperfallen. Außerdem breche das Wurzelwerk Grabsteineinfassungen auf.

Genau auf diese Begründung will sich der Ortsrat nicht einlassen. Für eine Ausnahme in der Baumschutzsatzung sei eine Härtefallregelung erforderlich. Die beschriebenen Unfallgefahren seien jedoch angesichts des Wegzustandes arg konstruiert, sagte Martin Sondermann (CDU). Zudem ändere ein Fällen der Bäume nichts am Zustand der Wege. Stattdessen sei auch eine Asphaltsanierung mit Entfernung der Wurzeln nötig – ebenso wie ein konkreter Ersatz für die Kiefern. Für beides liefere die Kirche im Antrag aber keinen Nachweis, fasste Sondermann die Meinung des Ortsrats zusammen.

Trotzdem lehnte das Gremium den Antrag nicht ab, sondern vertagte die Entscheidung – einstimmig. Die Kirche soll bis zu einer Sondersitzung im August ein Konzept vorlegen, das es ermöglicht, eine Härtefallregelung anzuwenden. Notwendig seien konkrete Ersatzbepflanzungen und ein Plan zur Wegsanierung sowie eine Aufstellung für zusätzlichen Arbeitsaufwand und höhere Pflegekosten. „Es wäre blöd, wenn der Friedhof wegen der Kiefern nicht zukunftsfähig wäre“, sagte Sondermann.

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