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Widerstand gegen Trasse geht weiter

Calenberger Land Widerstand gegen Trasse geht weiter

Die Ankündigung der Bundesregierung, beim Bau der geplanten Starkstromtrasse Südlink vorrangig auf Erdkabel zu setzen, haben im Calenberger Land nur verhaltenen Jubel ausgelöst. Die Proteste gehen weiter. Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke befürchtet sogar schlimmere Auswirkungen auf das Landschaftsbild.

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Die Proteste gegen mögliche Starkstrommasten und auch gegen eine unterirdische Trasse gehen weiter.

Quelle: Symbolbild

Wennigsen. Meineke fordert weiter einen Planungsstopp für die Trassen im Calenberger Land. Dass eine Erdverkabelung Priorität vor Freileitungen haben soll, sei zwar gerade für Ballungsräume wie die Region Hannover sinnvoll. Der Beschluss könne aber fatale Auswirkungen haben. „Vor dem Deister drohen riesige Übergangsbauwerke“, sagt Meineke.

Er kann das erklären: „Da nach neuer Beschlusslage nur die Hälfte der Trasse unterirdisch verlegt wird - vornehmlich in Ballungsgebieten - ist wahrscheinlich, dass im Waldbereich des Deisters trotzdem Masten gebaut werden.“ Dies bedeute für die Felder vor Bredenbeck und Argestorf, dass die Erdverkabelung in Umspannwerken auf bis zu 70 Metern Höhe überführt werde - auf einer Länge von drei Fussballfeldern. „Aufgrund der Höhe des Deisters würden die Kabel auf bis zu 270 Meter ansteigen - höher als der Telemax in Hannover“, sagt Meinke. Im Landschaftsschutzgebiet des Deisters sei das schlimmer als eine reine Freileitung.

Meineke weist auch darauf hin, dass der Deister aufgrund des Kohlebergbaus über Instabilitäten verfügt. „Rund um Bredenbeck gibt es Steinbrüche und abgesackte Bereiche. Sowohl eine Erd- als auch eine Freileitung müssen dort vermieden werden.“ Auch werde weiterhin mit dem Ruheforst ein Friedhofsbereich tangiert. Eine andere Trassenführung sei alternativlos.

Das sieht Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf ähnlich: Die Pläne für vorrangige Erdverkabelung seien begrüßenswert. „Trotzdem gibt es bei uns immer noch zwei Trassenvarianten, und wir werden die Pläne kritisch begleiten“, sagt Mittendorf. Nur verhaltene Freude auch bei der Bürgerinitiative (BI) Calenberger Land gegen Suedlink: „Die BI wird weiter Raumwiderstände gegen Trassen im Calenberger Land erfassen und den Prozess kritisch verfolgen“, heißt es in einer Mitteilung. Noch gebe es keine gesetzliche Grundlage für den Vorrang der Erdverkabelung im Calenberger Land.

Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann ist skeptisch: Erdverkabelung sei ein teurer Kompromiss, die elektromagnetische Strahlung soll größer sein, landwirtschaftliche Defizite seien zu erwarten. Er hofft, dass es keine Trasse im Calenberger Land geben wird.

Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms begrüßt die neuen Pläne. Höhere Kosten wären wegen der Widerstände und Verzögerungen auch bei Freileitungen entstanden. „Es ist wichtig, dass die Akzeptanz steigt“, sagt sie. Die BI hält Erdverkabelung sogar für günstiger: Wenn man Folgekosten von Freileitungen, Wertverluste von Grundstücken und gesundheitliche Schäden bedenke.

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