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Kein Neubau der Schleifbachhütte

Wennigsen Kein Neubau der Schleifbachhütte

Die Schleifbachhütte im Deister wird nach dem Brand im Juli nicht wieder aufgebaut. Stattdessen will das Staatliche Forstamt Saupark als ihr Eigentümer die komplett zerstörte Hütte abreißen lassen. Die Region Hannover hatte die Hütte über 50 Jahre lang als Gruppenunterkunft gepachtet.

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Ein Feuer zestörte im Juli die Schleifbachhütte komplett.

Quelle: Archiv Hempelt

Wennigsen. Der Aspekt der Sicherheit sei bei der Entscheidung ausschlaggebend gewesen, sagt Forstamt-Sprecher Joachim Hansmann. Kurz nach dem Brand zeigte er sich zunächst noch optimistisch, dass die Hütte wieder nutzbar gemacht werden könnte. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen haben das Forstamt und die Region Gespräche geführt, um das weitere Vorgehen zu klären. Das Ergebnis: Die historische Schleifbachhütte mitten im Wald wird demnächst abgerissen. "Einen genauen Zeitpunkt haben wir aber noch nicht beschlossen", meint Hansmann. Auch hierzu würden sich Region und Forstamt noch beraten: Beide müssen sich noch über die Finanzierung der Arbeiten einigen.

"Wir können froh sein, dass bei dem Brand niemand zu Schaden gekommen ist", sagt Hansmann. Eine Jugendgruppe der DLRG konnte sich damals rechtzeitig ins Freie retten. Verursacht durch eine undichte Stelle im Rauchabzug des Kamins, zerstörte das Feuer das Haus komplett. Der lange Weg der Feuerwehr durch das unwegsame Gelände im Wald birge eine große Gefahr: "So eine Hütte dürfte heute nicht mehr gebaut werden", erklärt Hansmann. Jugendgruppen nutzten jahrzehntelang die Unterkunft am Kammweg, um dort ohne Strom und fließendes Wasser in der Natur zu übernachten. 

Christina Kreutz, Sprecherin der Region Hannover, versichert , dass diese die Hütte bei einem Neubau gerne wieder gepachtet hätte. Die Entscheidung über ihre Zukunft liege aber allein beim Forstamt als Eigentümer. Hätte es die Sicherheitsbedenken nicht gegeben, wäre allerdings die Finanzierung des möglichen Neubaus unklar gewesen: Die Region sehe sich als Pächter nicht in der Pflicht, einen Teil der Kosten für einen eventuellen Neubau zu tragen, stattdessen müsse dies das Forstamt tun. Hansmann weist dagegen darauf hin, das die Region und nicht das Forstamt das größere Interesse an einem Wiederaufbau habe: "Wir sind nur der Eigentümer, die gesamte Betreuung und Nutzung der Hütte lag bei der Region." Das Finanzielle habe aber bei den Gesprächen im Hintergrund gestanden. Der Neubau käme laut Forstamt wegen geänderter Brandschutzvorschriften nicht mehr in Frage.

"Die Sicherheit war einer der Gründe", bestätigt Kreutz. Die Region wurde aufgefordert, noch im Oktober die Hütte komplett zu räumen, um sie für den Abriss vorzubereiten. Als Gruppenunterkunft für Jugendliche stünden aber nach dem Wegfall der Schleifbachhütte genug andere Möglichkeiten, wie die Finnbachhütte in Wennigsen zur Verfügung. "Dort haben wir genug Kapazitäten", sagt Kreutz. So eine Hütte verursache zudem Kosten, die durch deren Vermietung nicht gedeckt würden. Die Schleifbachhütte sei für die Region also verzichtbar. Eine Entscheidung, die vermutlich viele ehemalige Gäste des Häuschens im Wald traurig stimmen wird.

Von Elena Everding

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