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Woher kommt das viele Fremdwasser?

Wennigsen Woher kommt das viele Fremdwasser?

Der Fremdwasseranteil im Wennigser Klärwerk ist viel zu hoch – das verursacht immense Kosten. Doch woran liegt’s? Sind die Kanäle undicht? Oder Drainagen falsch angeschlossen? "Theoretisch müsste jedes Grundstück untersucht werden", sagt Baufachbereichsleiter Martin Waßermann.

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Spülen, Duschen, Händewaschen: Das Abwasser wird billiger, weil die Gemeinde Wennigsen das in ihre Kläranlage eingeleitete Fremdwasser nicht über die Gebühren abrechnen darf.

Quelle: Dpa

Wennigsen. Fremdwasser ist das Wasser, das in den Schmutzwasserkanal gelangt, aber kein Schmutzwasser ist - also Regenwasser, Grundwasser oder Drainagewasser. Fremdwasser gehört nicht in den Kanal. Vor allem die Menge ist das Problem. Das Fremdwasser wird zusammen mit dem wirklich verschmutzten Abwasser unnötigerweise aufbereitet und gereinigt - und das verursacht große Mehrkosten. Die Gemeindeverwaltung hat es für Wennigsen ausgerechnet: Der Fremdwasserkostenanteil für die Jahre 2014 bis 2016 liegt bei etwa 428 000 Euro.

Theoretisch müsste sich die verbrauchte Frischwassermenge mit der Abwassermenge, die ins Klärwerk eingeleitet wird, decken. "Das tut sie aber nicht. Und im Moment wissen wir nicht, wo dieses Fremdwasser herkommt", sagt Waßermann. Denkbar sind viele Gründe, warum zurzeit so viel Fremdwasser in die Kanalisation eindringt. Undichte Kanäle im öffentlichen Bereich oder defekte private Leitungen, über die Grundwasser in das Rohrnetz gelangt, könnten Schuld sein. Es könnte an Regen- oder Drainagewasserleitungen liegen, die falsch an den Schmutzwasserkanal angeschlossen sind. Oder nach starkem Regen könnte zu viel Niederschlagswasser über die Gullys in die Schmutzwasserkanäle gelangen.

Die Wennigser Verwaltung will der Ursache auf den Grund gehen und zunächst die Gebiete mit dem meisten Fremdwasser ermitteln. "Das wird nicht einfach", sagt Waßermann. Möglich wäre zum Beispiel eine Kanalbefahrung, die Aufschluss darüber bringen könnte, woher das Wasser kommt. Aus welchen Ortsteilen? Aus welchen Straßenzügen? "Wir müssen die Zuflüsse eingrenzen", sagt Waßermann.

Zumindest vorbeugen kann die Gemeinde sofort: Für alle neuen Baugebiete soll schon im Bebauungsplan vorgeschrieben werden, dass Keller nur mit weißer Wanne also aus wasserundurchlässigem Beton gebaut werden dürfen.

 Abwasser wird billiger

Die Abwassergebühr sinkt, und das deutlich: Für die Entsorgung des Schmutzwassers müssen die Wennigser seit dem 1. Januar nur noch 1,87 Euro pro Kubikmeter zahlen – das ist ein Euro weniger als vorher. Hintergrund: Die Gemeinde darf das in die Kläranlage eingeleitete Fremdwasser nicht über die Gebühren abrechnen. Deswegen müssen für die Jahre 2014 bis 2016 etwa 428 000 Euro aus der Kalkulation herausgenommen werden. „Ein einmaliger Effekt“, heißt es von der Verwaltung. Auch die Regenwassergebühr sinkt auf 1,67 Euro pro zehn Quadratmeter versiegelter Fläche, weil es in 2015 zu einer Überdeckung gekommen war. Dieser Überschuss wird durch die Gebührensenkungen an den Verbraucher zurückzugeben.

Dach für den Schlammplatz

Teure Vorschrift: Wegen schärferer gesetzlicher Bestimmungen muss der Lagerschlammplatz der Kläranlage überdacht werden. Etwas unter 600.000 Euro wird das die Gemeinde kosten. Gut in diesem Fall: Weil Wennigsen riesige Haushaltsreste vor sich herschiebt, mussten nur weitere 200.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere hunderttausend Euro in ihr Klärwerk in Evestorf investiert. Pumpen wurden erneuert und ein weiteres Speicherbecken gebaut. Auf dem Lagerschlammplatz wird der ausgefaulte Klärschlamm zwischengelagert, entwässert und dann abgefahren und entsorgt.

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