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Zusammentreffen nach 70 Jahren

Wennigsen Zusammentreffen nach 70 Jahren

Acht ehemalige Konfirmanden sind nach 70 Jahren in Wennigsen zusammengekommen. Die Erinnerungen der Senioren an die kirchliche Zeremonie sind geprägt vom Alltag der Kriegs- und Nachkriegszeit. Zu ihnen gesellten sich Konfirmanden weiterer Jahrgänge.

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Die 39 anwesenden Konfirmanden des Jahrgangs 1955 stellen sich mit ihren Lebenspartnern für ein Erinnerungsfoto vor dem Johanniterhaus auf.

Quelle: Ingo Rodriguez

Wennigsen. 70 Jahre nach ihrer gemeinsamen Konfirmation in der Klosterkirche haben sich acht Ehemalige in Wennigsen wieder getroffen, um das seltene Jubiläum ihres Glaubensbekenntnisses zu feiern. Zeitgleich kamen auch ehemalige Konfirmanden der Jahrgänge 1955 und 1950 zusammen.

Schicke Kleidung, üppige Festessen, teure Geschenke - mit solchen heutzutage weit verbreiteten Erinnerungen konnten zumindest die Jubilare der Gnadenkonfirmation 70 Jahre nach ihrer Segnung nicht dienen. „Die Zeremonie war ja zwei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs“, sagte die 84-jährige Anneliese Busch vor dem Jubiläumsgottesdienst nachdenklich.

Was diese Zeit für Konfirmanden bedeutete, konnten die rüstige Seniorin beim gemeinsamen Wiedersehen noch gut beschreiben: „Der Gottesdienst war morgens um 8 Uhr, weil mittags immer Fliegeralarm war“, erzählte Busch. Beeinflusst von den Entbehrungen des Krieges war auch die Kleiderwahl: „Bei den meisten wurde eine Hose vom Opa gewendet, bestenfalls gab es noch gut erhaltene Kleidung von Geschwistern“, sagte Busch. Und Geschenke? „Meist eine Sammeltasse, selten eine Taschenuhr vom Opa.“

Bei Walter Edel gab es aus purem Zufall trotzdem einen Festschmaus. „Es gab ja 1945 kurz vor Kriegsende kaum etwas zu essen“, sagte er. Edel hatte aber kurz vor der Konfirmation im Wald mit Bekannten ein Hausschwein gefangen. „Das hatten Luftabwehrhelferinnen am Annaturm gehalten und schließlich frei gelassen“, sagte Edel. Auch das fachmännische Schlachten hatten sie einem Zufall zu verdanken: „Mein Cousin war zu Besuch, ein ausgebildeter Schlachter“, sagte der 84-Jährige. Zwar sei das Schwarzschlachten mit einem Küchenmesser bei den Nazis verboten gewesen. „Aber das war uns kurz vor Kriegsende egal“, sagte Edel. Er gehörte zu insgesamt neun Teilnehmern der Gnadenkonfirmation. „Damals waren wir 43“, sagte Busch.

Von 100 Konfirmanden des Jahrgangs 1955 waren zum Diamantjubiläum 39 Ehemalige gekommen. „Die meisten aus Wennigsen“, sagte Organisator Falkan Zilz. Seine Erinnerungen sind geprägt von der Nachkriegszeit. „Mit der Kleidung gab es aber kaum Probleme, wir konnten uns auch satt essen“, sagte Zilz vor dem gemeinsamen Gottesdienst aller Ehemaligen.

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