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Ärztin sieht keine Gefahr für Robby

Wunstorf Ärztin sieht keine Gefahr für Robby

Bei der Tierhaltung im Circus Belly gibt es keine Beanstandungen - das ist das Ergebnis eines Besuches von Dr. Astrid Fietz, Veterinärin bei der Region Hannover. Seit Jahren kritisiert sich die Tierrechtsorganisation Peta, dass der Zirkus immer noch einen Menschenaffen in der Manege zeigt.

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Für Zirkusdirektor Klaus Köhler gehört Schimpanse Robby zur Familie.

Quelle: Kai Knoche

Wunstorf. Am Donnerstagmorgen hat sich die Regionsvertreterin ausführlich auf dem Festplatz In den Ellern umgesehen. Solche Besuche sind für Zirkusdirektor Klaus Köhler Routine. Die gibt es überall, wo der Zirkus seine Zelte aufschlägt. Die Ergebnisse werden jeweils von den Amtsvertretern protokolliert. In dem Protokollbuch, das im Wohnwagen des Direktors liegt, finden sich keine Beanstandungen von den Veterinären - auch nicht für die Standorte, an denen Belly in den vergangenen Monaten war.

Und doch hat der Besuch von Astrid Fietz etwas Besonderes. Köhler musste ihr jetzt erklären, wie er und seine Leute das gerade vom Landkreis Celle ausgesprochene Verbot der Zurschaustellung des Schimpansen Robby umsetzen will. Also muss Fietz nicht nur nachsehen, ob der Affe in seinem Gehege seine Spielsachen hat, genügend Abwechslung findet und gut gepflegt ist. Sie muss auch fragen, wie die Zirkusleute gewährleisten, dass Robby nicht zu sehen ist, wenn Besucher in der Vorstellungspause auf dem Gelände sind. Am Nachmittag war Robbys Wagen mit Plakatwänden verdeckt.

Auflage erfüllt: Robby ist während der Vorstellungen nicht mehr zu sehen, kann aber auch selber nicht mehr gucken.

Auflage erfüllt: Robby ist während der Vorstellungen nicht mehr zu sehen, kann aber auch selber nicht mehr gucken.

Quelle: Tugendheim

Seit die Verfügung aus Celle bekannt geworden ist, sind die Zirkusleute wieder mal im Stress. Ständig kommen Anfragen von Presse, Funk und Fernsehen. Auch am Donnerstagmorgen, als die Veterinärin den Platz wieder verließ, stand ein Fernsehteam auf der Matte.

Seit Jahren beschwert sich die Tierrechtsorganisation Peta darüber, dass der Zirkus immer noch einen Menschenaffen hat, der bisher auch in der Manege dabei war. Seit 41 Jahren lebt Robby in dem Zirkus, ist dort aufgewachsen, gehört für Köhler zur Familie. Kontakt zu Artgenossen hat Robby nie gehabt. Bisher hat das grundsätzlich für den Circus Belly zuständige Veterinäramt Celle alles für in Ordnung befunden. Nun sind die Landkreisvertreter umgeschwenkt: Robby darf nicht mehr in die Manege und überhaupt nicht mehr zu sehen sein. Ende des Jahres soll Köhler ihn in eine Auffangstation in Holland abgeben. Ein Todesurteil für Robby, so sieht es der erfahrene Zirkusmann.

Unterstützung findet er bei Gutachtern. In einem der Gutachten heißt es, dass das Verbringen von Robby in eine völlig fremde Umgebung und ohne seine Bezugspersonen aus Tierschutzgründen abzulehnen sei. Entscheiden müssen nun Richter, Köhler hat beim Verwaltungsgericht Lüneburg Widerspruch eingelegt.

Donnerstagnachmittag verteilten einige Mitglieder der Organisation Animal Rights Watch Handzettel in der Nähe des Zirkusses. Sie setzen sich dafür ein, dass Tiernummern generell aus Zirkusvorstellungen verschwinden.

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Wunstorf

Der Streit um die Tierhaltung im Zirkus geht auch im Internet weiter: Natalie Hoffmeyer aus dem Team des Zirkus Belly hat am Wochenende eine Onlinepetition gestartet, nach der der Schimpanse Robby bleiben soll. Der zuständige Landkreis Celle hatte vor Kurzem verfügt, dass der Menschenaffe Ende des Jahres in eine Auffangstation in den Niederlanden abgegeben werden soll.

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Von Redakteur Albert Tugendheim

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