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Ausbildung steigert auch Selbstwertgefühl

Wunstorf Ausbildung steigert auch Selbstwertgefühl

Sie ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern, 38 Jahre alt und hat einen Migrationshintergrund. Keine leichten Bedingungen, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Doch Sevim Iman hat es geschafft. Sie hat vorigen Monat eine Ausbildung zur Kosmetikerin begonnen.

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Sevim Iman (links) behandelt das Gesicht von Thomas Huschka. Chefin Joanna Gramm  sorgt mit der Klangschale für Entspannung.

Quelle: Lütjens

Steinhude. Die Chance dazu gibt ihr Kosmetikmeisterin Joanna Gramm vom Kompetenzzentrum für Kosmetik in Steinhude. Weil Imans Eltern und ihre 16-jährige Tochter sie bei der Betreuung der fünf und sieben Jahre alten Kinder unterstützen, kann sie die Fachschule in Springe besuchen. Ermöglicht wurde das der 38-jährigen gebürtigen Libanesin, die mit elf Jahren nach Deutschland kam, durch ein Programm des Jobcenters.

Dabei handelt es sich um die Kooperative BaE, was Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung bedeutet. Dazu wird ein Bildungsträger, in Imans Fall die Volkshochschule Hannover Land, sowie ein Kooperationsbetrieb benötigt. Das Programm richtet sich an Erwachsene mit Schulabschluss, aber ohne Ausbildung. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Iman erfüllt auch die weiteren Eingangskriterien, weil sie alleinerziehend ist und einen Migrationshintergrund hat. "Es zählt zu den Aufgaben des Jobcenters diese Nachteile auszugleichen", sagt Ulf Lasko Werner, Pressesprecher des Jobcenters der Region.

Thomas Huschka, Ansprechpartner für Firmen und Betriebe beim Jobcenter in Wunstorf, hat der 38-jährigen den Ausbildungsplatz bei Joanna Gramm verschafft. Er kennt Iman seit zehn Jahren. Er wurde von ihrer Fallmanagerin angesprochen, einen Betrieb zu finden, der sie ausbildet. Er stellte Gramm die Thematik vor, sie reagierte offen und interessiert. "Sie hat mit Willen, Motivation, einer positiven Lebenseinstellung und kommunikativen Fähigkeiten überzeugt", sagt die Kosmetikmeisterin.

Das bestätigt auch Huschka. "Sie hat mit ihrem Engagement überzeugt und von sich aus ganz viele Lösungen angeboten", sagt er. Iman habe beim ersten Gespräch überzeugt. Sie ist kein Typ für Heim und Herd und hat immer gearbeitet, nur keine Ausbildung bekommen. "Ich hatte immer das Gefühl, da fehlt was. Man wird nicht als vollwertige Arbeitskraft betrachtet. Das Programm habe ihr gezeigt, dass das in jedem Alter möglich ist. "Die Ausbildung ist nicht nur gut für das Selbstwertgefühl, sondern auch für das Ansehen", betont Iman. Auch ihren Kindern wolle sie vorleben, wie wichtig das sei. Von ihrer Chefin erfahre sie Wertschätzung, sie gebe ihr das Gefühl dazu zu gehören.

Für diese Chance sei sie sehr dankbar, sagte die Wunstorferin. Sie möchte auch anderen Mut und Sicherheit geben, sich nicht aufzugeben und sich Zuhause zu vergraben, sondern Kraft und Willen aufzubringen, selber tätig zu werden. Huschka hofft, dass mehr Betriebe in der Region mögliche Hemmschwellen überwinden und Frauen die Möglichkeit zur Ausbildung geben. Er betreut 70 bis 75 zu Vermittelnde. "Es gibt Betriebe, die vielleicht willig sind, aber Unterstützung benötigen. Dafür haben wir an jedem Standort Ansprechpartner", sagt Werner. Huschka ist unter Telefon (05031) 9330271 zu erreichen.

Wunstorf steht noch gut da

Was die Zahl der Arbeitslosen betrifft, steht Wunstorf im Vergleich zu anderen Kommunen der Region wie Laatzen, Garbsen, Ronnenberg oder Seelze noch gut da. Das sagte Ulf Lasko Werner, Pressesprecher des Jobcenters der Region Hannover. Im März diesen Jahres gab es in der Region 62.370 Haushalte, die Leistungen beziehen, davon 6870 mit Kindern unter drei Jahren. 10.839 von 31.674 Arbeitslosen sind Alleinerziehende, davon 2556 mit Kindern unter drei Jahren. In Wunstorf beziehen 1122 Haushalte Leistungen. 2568 Menschen sind arbeitslos, das bedeutet eine Quote von 6,1 Prozent. In Laatzen sind es 13,2 Prozent. Im August 2017 waren in Wunstorf lediglich 557 Menschen arbeitslos.

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